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Außenansicht

Mutig gegen Rassismus

Nur wer mutig Hetze und Rassismus widersprecht, kann den gesellschaftlichen Rechtsruck zurückdrängen.
Von Carla Botzenhardt, Koordinatorin der „Stammtischkämpfer*innen-Seminare“ von Aufstehen gegen Rassismus

Regensburg.Nur wenn wir mutig jeder Form von Hetze und Rassismus widersprechen, können wir den gesellschaftlichen Rechtsruck zurückdrängen. Ich kann ihn nicht mehr hören – den Rassismus, der keiner gewesen sein soll, den Hetz-Kommentar, der gar nicht so gemeint war, den Hass, den man ja wohl noch äußern darf.

Seit dem Aufstieg der AfD sind die Grenzen des Sagbaren deutlich nach Rechtsaußen verschoben worden. Im Bundestag und in den Landesparlamenten sind verbale Angriffe auf Geflüchtete, Muslime, auf Andersdenkende und Andersliebende an der Tagesordnung. Auf der Straße folgen auf die hetzerischen Worte abscheuliche Taten. Menschenjagden und politische Morde schaffen es in die Nachrichten, alltäglicher Rassismus – wie ihn Tausende jeden Tag erleben – bleibt oft unerwähnt.

Nicht wegsehen

Wir dürfen nicht wegsehen oder uns einschüchtern lassen, sondern müssen jetzt erst recht Gesicht zeigen, mutig widersprechen und uns mit den Betroffenen solidarisieren. Denn betroffen sind wir alle: Jeder diskriminierende Spruch ist ein Angriff auf die Menschenwürde und damit auf die wichtigste Säule der Demokratie. Dem Rassismus müssen wir entgegentreten, wo er stattfindet: Im Alltag, beim Gespräch mit der Chefin oder dem Onkel, auf der Familienfeier, in der U-Bahn oder im Verein. Menschenverachtende Aussagen dürfen nicht unwidersprochen bleiben. Wer schweigt, stimmt zu. Diese Form der indirekten Zustimmung bestärkt die feigen Hetzer in ihrem Irrglauben, für ein ganzes sogenanntes „Volk“ zu sprechen.

Widerspruch kostet manchmal Mut

Oft sind wir auch nur zu bequem, wollen die Stimmung nicht zerstören oder hoffen, dass andere etwas sagen. In den „Stammtischkämpfer*innen-Seminare“, einem der dynamischsten antirassistischen Bildungsprojekte der letzten Jahre, üben wir genau das: Ein klares Kontra zu geben, auch wenn wir dann mal die Komfortzone verlassen müssen.

Rechte Argumentationsmuster werden analysiert und Gegenargumente in praktischen Übungen trainiert. Wir lernen, die Schrecksekunde zu überwinden und verinnerlichen, dass in den unterschiedlichsten Alltagssituationen ein klares „Nein!“ immer möglich ist. Wir sind viele und mit vielen Stimmen können wir im Alltag dem feigen Hass einer Minderheit widersprechen. Seien wir mutig!

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