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Interview

„Verbleib war nicht sinnvoll“

Jan Kleine, Pressesprecher an der Universität Regensburg erläutert die Gründe für die Schließung der Ambulanz.

Pressesprecher Jan Kleine Foto: Antonia Pröls
Pressesprecher Jan Kleine Foto: Antonia Pröls

Regensburg.Die Universität Regensburg will sich nicht näher zu den genauen Gründen für die Schließung der Pädophilenambulanz äußern. Es stehe im Zusammenhang mit dem Ruhestand von Professor Michael Osterheider, heißt es.

Der Lehrstuhl für forensische Psychiatrie ist seit Monaten verwaist und die Ambulanz des Therapieprojektes „Kein Täter werden“ geschlossen. Laut Mitarbeitern wurde kein Versuch unternommen, das Projekt in Regensburg zu halten, weil es „keinerlei Priorität“ für die Universität habe. Warum verhallten Hilferufe an das Dekanat ungehört?

Das Projekt „Kein Täter werden“ wurde beendet, weil Prof. Dr. Osterheider in den Ruhestand getreten ist, damit war ein Verbleib des Projekts in Regensburg nicht sinnvoll.

Warum wurde die Schließung der Ambulanz nicht nach außen kommuniziert?

Das Projekt wurde nach Bamberg übertragen und damit an den Standort, mit dem es bereits vorher gemeinsam betrieben wurde. Dementsprechend wurden die telefonische Hotline und die Internetpräsenz des Projektes „Kein Täter werden“ angepasst. Ein weitergehender Hinweis in den öffentlichen Medien wurde seitens der Universität nicht veranlasst.

Wie geht es mit dem Lehrstuhl für forensische Psychiatrie weiter? Wird die Stelle von Prof. Osterheider nachbesetzt?

Die von Prof. Dr. Osterheider besetzte Professur für Forensische Psychiatrie soll in entsprechender Ausrichtung wieder besetzt werden. Die Ausschreibung hierzu wird derzeit vorbereitet. Laufende Forschungsprojekte bestehen nicht mehr.

Ist es denkbar, dass die Ambulanz mit einer Neubesetzung der Professur wieder geöffnet wird?

Prinzipiell ist es denkbar, dass ein entsprechendes Projekt mit der Neubesetzung der Professur erneut bearbeitet wird.

Eine ganz praktische Frage in Bezug auf die Abwicklung der Ambulanz: Da es sich ja um hochbrisantes Datenmaterial handelt, stellt sich die Frage, was mit den Patientenakten passieren wird.

Der datenschutzrechtlich korrekte Umgang mit vorhandenen Unterlagen ist selbstverständlich gewährleistet.

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