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Kolumne

Wessen Uni? Unsere Uni!

Auf dem Campus werben bunte Plakate für die Hochschulwahlen am 9. Juni. Sich zu beteiligen ist wichtig, findet unser Autor.

Für den politischen Konvent kandidieren bei der Wahl 2015 die LAF/Juso-Hochschulgruppe, die Bunte Liste, der RCDS und die LHG.
Für den politischen Konvent kandidieren bei der Wahl 2015 die LAF/Juso-Hochschulgruppe, die Bunte Liste, der RCDS und die LHG. Foto: Knobloch/MZ-Archiv

Liebe Lesende,

die Uni wird bunt. Seit einigen Tagen sind die tristen grauen Wände übersät mit farbigen Plakaten in verschiedensten Größen. Das kann nur eines bedeuten: Bald sind Hochschulwahlen!

Einmal im Jahr haben die Mitglieder der Universität die Möglichkeit, über die Besetzung von Fakultätsräten, dem Senat und dem Studentischen Konvent zu entscheiden. Die Wahllokale sind nach Fakultäten unterteilt. Alle Studierenden haben die Möglichkeit, zunächst zwei Personen über die Fachschaftsliste in den jeweiligen Fakultätsrat zu wählen. Dieser entscheidet beispielsweise über die Verteilung von Geldern innerhalb der Fakultät oder entwickelt Vorschläge für die Einrichtung, Abschaffung und den Aufbau von Studiengängen. Diese Vorschläge werden dann im Senat entschieden und anschließend dem Hochschulrat zur Bestätigung vorgelegt. Im Senat wird auch zu den Berufungsvorschlägen von Professorinnen und Professoren Stellung genommen oder es werden Forschungsschwerpunkte festgelegt. Daran sind insgesamt vier studentische Mitglieder beteiligt, die von den Studierenden direkt gewählt werden. Die studentischen Senatsmitglieder sind gleichzeitig auch Teil des studentischen Konvents, ebenso wie die studentischen Mitglieder der Fakultätsräte, die im Konvent den sogenannten Fachschaftenrat bilden. Dieser besteht in Regensburg aus 22 Personen. Der politische Teil des Konvents umfasst weitere 22 Personen, die bei der Hochschulwahl von den Studierenden direkt gewählt werden. Für den politischen Konvent kandidieren bei der Wahl 2015 die LAF/Juso-Hochschulgruppe, die Bunte Liste, der RCDS und die LHG. In der konstituierenden Sitzung des Studentischen Konvents wird dann der Studentische Sprecherinnen- und Sprecherrat gewählt. Dieser besteht aus mindestens drei und maximal zehn Personen und ist die allgemeine Studierendenvertretung.

In Bayern wurde 1973 der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) und damit die verfasste Studierendenschaft abgeschafft und durch Gremien wie den Studentischen Sprecherinnen- und Sprecherrat in Regensburg ersetzt. Dies aber mehr schlecht als recht, da diese neuen Gremien nicht mehr von der Hochschulleitung autonom, sondern in die Universitätsverwaltung eingegliedert sind. Damit wurden die Möglichkeit zur demokratischen Selbstverwaltung der Studierenden stark eingeschränkt. Wieso soll man also überhaupt noch wählen gehen? Um zu zeigen, dass es den Studierenden nicht egal ist. Um mehr Mitbestimmungsrechte, wie sie den Studierenden als größter Gruppe der Universität eigentlich zustehen, müssen zuerst die vorhandenen Rechte wahrgenommen und ausgeschöpft werden. Eine größere Wahlbeteiligung erhöht die demokratische Legitimation der Studierendenvertretungen. Und trotz der in Bayern stark eingeschränkten Möglichkeiten, können die Studierenden immer noch ein wenig mitreden, wie sie ihre Universität gestalten wollen. Wessen Uni? Unsere Uni! Also geht am 9. Juni wählen.

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