Kommentar
Eine schwierige Entscheidung

22.08.2021 | Stand 16.09.2023, 0:50 Uhr
−Foto: Ziegler

Der Tod des Weihnachtsbabys erschüttert die Stadt bis heute. Dies umso mehr, als es für Frauen in Notsituationen heutzutage auch in Regensburg mannigfaltige Hilfsangebote gibt. Angefangen bei der Schwangerschaftsberatung über die anonyme und die vertrauliche Geburt bis hin zur Babyklappe. Keine Frau muss ihr Ungeborenes oder Neugeborenes töten – mag die Verzweiflung auch noch so groß sein.

Dennoch gilt auch im Fall des Weihnachtsbabys: Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Oder anders formuliert: Die Gesellschaft darf in einem Fall wie diesem kein Urteil fällen, ohne wenigstens die Motivlage zu kennen. Und diese wird vor dem Schwurgericht erst ab heute erörtert werden.

Aber selbst wenn man die Gründe kennen wird, sollte man sich vor einem vorschnellen Urteil hüten. Wohl kaum jemand war jemals in einer vergleichbaren Situation wie die Angeklagte – und niemandem ist zu wünschen, jemals in eine solche Lage zu kommen.

Das letzte Wort in diesem Fall hat einzig das Schwurgericht. Und das wird sich seine Entscheidung nicht leicht machen. Das hat es in der Vergangenheit in anderen Fällen immer wieder bewiesen.