Hospizverein Schwandorf
Sie helfen Kindern und Jugendlichen beim Trauern

07.10.2022 | Stand 15.09.2023, 3:25 Uhr |
Wolfgang und Sabine Holzschuh (v. r.) bildeten die Trauerbegleiter des Hospizvereins Schwandorf aus. −Foto: Claudia Hien

Jeder Mensch trauert anders um den Verlust eines Angehörigen, Kinder und Jugendliche erst recht. Bisher hatte der Hospizverein Schwandorf nur Einzeltermine für die Trauerbegleitung der Kinder und Jugendlichen im Angebot. Das ändert sich nun: Ab November startet der Verein mit Trauergruppen.

Vor allem der Austausch mit Gleichaltrigen in der Gruppe kann helfen: „Die Kinder sollen sich nicht alleine vorkommen“, sagt Trauerbegleiterin Sybille Huber. Viele Kinder, die einen Verlust erlitten haben, würden sich in einer Außenseiterrolle sehen. Das Miteinander mit anderen Betroffenen und das Austauschen von Erfahrungen soll sie unterstützen, sagt Huber: „Dinge anzusprechen, ist der erste Weg zum Ziel.“

Kinder werden altersgerecht angesprochen

Mit Hilfsmitteln wie Büchern oder Zeichentrickfilmen über das Sterben werden die Trauerbegleiter durch die Sitzungen führen. Auch der Umgang mit problematischen Tagen wie Weihnachten oder dem Sterbetag des Angehörigen soll thematisiert werden. „Wir wollen konkret etwas an die Hand geben“, sagt Huber.

Wenn die Kinder und Jugendlichen in der Gruppe sind, begleitet sie eine Bezugsperson, zum Beispiel ein Elternteil – die aber nur eingreift, wenn es nötig ist. Für die Begleitperson wird parallel eine Trauergruppe angeboten. Das sei wichtig, weil die Trauer der Kinder mit der Trauer der Erwachsenen zusammenhänge, erklärt Sybille Huber. Um auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen zu können, wird immer auch ein Erstgespräch mit dem Hospizverein geführt.

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Ermöglicht werden die Gruppen durch eine Spendenaktion der Volksbank Regensburg unter dem Motto „Herzensprojekte“. Im Winter 2020 wurden 33000 Euro gesammelt, dieser Betrag ist von der VR-Bank auf 50000 Euro aufgerundet und an vier gemeinnützige Projekte gespendet worden, die so ihre „Herzensprojekte“ finanzieren konnten. Das Projekt des Hospizvereins war die Ausbildung von Trauerbegleitern. Hierfür bekamen sie 12500 Euro und konnten damit elf Trauerbegleiter für Erwachsene, Kinder und Jugendliche ausbilden. Den Grundkurs zur Trauerbegleitung leiteten Sabine und Wolfgang Holzschuh. „Das sind die Päpste der Trauerbegleitung“, schwärmt Gisela Pöhler, Vorsitzende des Hospizvereins.

Die Gruppen starten im November

Die altersgerecht aufgeteilten Gruppen finden von November bis Juni einmal pro Monat statt. Die Gruppe für Kinder trifft sich dienstags von 16 bis 18 Uhr, die für Jugendliche von 17 bis 19 Uhr. Die Teilnahme an den Trauergruppen ist kostenlos, der Hospizverein Schwandorf ist auf Spenden angewiesen. Der Verein ist erreichbar unter der Telefonnummer (09 43 1) 79 98 76.