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Das Paradies liegt in Thomasgschieß

Zu Besuch in der Nordoberpfalz. Das Dorf hat laut dem Bayerischem Rundfunk den lustigsten Ortsnamen Bayerns.
von sabine pusch, mz

  • Landwirt und Gemeinderatsmitglied Thomas Kleber ist stolz auf seinen Heimatort Thomasgschieß. Foto: Pusch
  • Stolz auf Thomasgschieß: Landwirt und Gemeinderatsmitglied Kleber.

Thomasgschiess. Zwischen den Hügeln des Oberpfälzer Waldes an der Grenze zur Tschechischen Republik liegen sieben Bauerhöfe – das ist der kleine Ort Thomasgschieß. Hier, wo sich alle Einwohner genauestens kennen, Kinder spielen können, ohne auf den Verkehr achten zu müssen, Welpen auf offener Straße toben und die Ruhe nur von einem gelegentlichen Hahnenschrei durchbrochen wird, hat es in den letzten Tagen eine Menge Aufregung gegeben. Denn das Dorf, das seit 1976 zur Gemeinde Eslarn gehört, hat den Titel „Bayerns lustigster Ortsname“ gewonnen.

Zunächst standen in der gemeinsamen Aktion von „Bayern 3“, „Wir in Bayern“, und zwei Tageszeitungen 100 Namen zur Wahl. Zuschauer und Hörer legten die Top 10 fest. Thomasgschieß hatte mit Katzenhirn, Bieselbach, Schnarchenreuth, Ursulapoppenricht, Sixtnitgern, Kotzendorf, Pumpernudl, Busendorf und Pups harte Konkurrenz. Die Sendung „Wir in Bayern“ stellte vom 22. Februar bis zum 5. März täglich einen anderen Ort vor. Per Postkarte wurden drei Finalisten bestimmt.

„Familie, Freunde und Bekannte – alle haben Karten geschrieben“, sagt Thomas Kleber schmunzelnd. Der 29-Jährige ist einer der beiden Gemeinderäte, die das Dorf in Eslarn stellt. Der gebürtige Thomasgschießer hat sogar in einem Zeitungsartikel zur Wahl zum lustigsten Ortsnamen aufgerufen. „Das war schon aufregend“, berichtet der junge Mann weiter. „Die Entscheidungssendung ist wahrscheinlich von allen hier verfolgt worden. Da hat sich die Verwandtschaft im Wohnzimmer zusammengesetzt.“

Im Finale am 8. März gingen 25 000 Anrufe ein und dann fiel die Entscheidung. Thomasgschieß siegte mit 43,9 Prozent, Pumpernudl landete mit 39 Prozent auf Platz zwei und für Katzenhirn war mit 17 Prozent der Stimmen immerhin noch ein dritter Platz drin.

„Wenn man sagt wo man herkommt, wird man schon mal belächelt. Aber das macht nichts, es ist sogar lustig“, erzählt Kleber. „Wir sind stolz drauf wo wir herkommen“, ergänzt Mutter Katharina.

Albert Gollwitzer ist genau wie Kleber und die meisten der 36 Dorfbewohner in der Landwirtschaft tätig und besitzt unter anderem 50 Kühe, Kälber, Schweine und Gänse. „Viele Leute kennen Thomasgschieß inzwischen durch den Grenztourismus. Vor zehn oder 20 Jahren hat das noch anders ausgesehen, da wurde immer noch einmal nachgefragt“, berichtet der 50-Jährige. Das Gemeinderatsmitglied wurde auch bereits in Eslarn auf den Sieg angesprochen. Wie Georg Würfl, Geschäftsleiter des Rathauses berichtet, „haben alle die Wahl mit Spannung verfolgt, um den Gemeindeteil zu unterstützen.“

„Mein Mann hat früher zu mir gesagt: Es gibt nur ein Paradies und das heißt Thomasgschieß“, erzählt Thea Gollwitzer. „Dann hab ich mir das Paradies mal angeschaut und bin immer noch da“, ergänzt sie lachend.

Den Kern des Örtchens bildet ein Bushäuschen, an dem der Schulbus hält. Daneben befinden sich ein Baumstammbrunnen und zwei Ruhebänke mit einem Tisch. „Das ist so eine Art Abendstammtisch für Senioren“, erklärt Katharina Kleber. Wenn es wärmer wird, kommen die älteren Dorfbewohner hier zusammen und trinken Bier, das im Kommunbrauhaus in Eslarn selbst gebraut wird und auch bei den Feriengästen gut ankommt.

Doch nicht nur das Bier ist beliebt. So wurde das Ortschild des Dorfes schon öfter abmontiert und als Souvenir mitgenommen. Der Bayerische Rundfunk wird nun bald ein weiteres Schild anbringen, das das Örtchen mit dem Titel „Bayerns lustigster Ortsname“ auszeichnet. „Am besten wir schweißen es an“, sind sich alle lachend einig.

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