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Nachruf

Mandawuy Yunupingu ist tot

Der frühere Leadsänger der Aborigines-Band Yothu Yindi ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Mit Hits wie „Tribal Voice“ war die Band weltweit erfolgreich.
Von Kristen Gelineau, ap

Mandawuy Yunupingu, der Lead-Sänger der Band Yothu Yindi, ist in Australien gestorben. Foto: dpa

Sydney. Mandawuy Yunupingu, der frühere Leadsänger der australischen Aborigines-Band Yothu Yindi, ist tot. Der Gesundheitsministers für Ureinwohner, Warrren Snowdon, teilte mit, Yunupingu sei am Sonntag im Alter von 56 Jahren in seinem Haus in der Outback-Siedlung im Northern Territory gestorben. Die Todesursache nannte er nicht. Yunupingu litt seit Jahren an einer Nierenkrankheit.

Mit seiner Band war Yunupingu in den 80er und 90er Jahren mit Hits wie „Treaty“ und „Tribal Voice“ weltweit erfolgreich. „Wir haben einen einzigartig talentierten Musiker verloren, einen leidenschaftlichen Anwalt für das Volk der Aborigines und einen wahrhaft großen Freund“, würdigte Ministerpräsidentin Julia Gillard den Verstorbenen.

Yunupingu war zunächst Lehrer. Er wurde als erster australischer Ureinwohner überhaupt zum Schulleiter ernannt. Er entwickelte eine eigene Schulphilosophie, in der er westliche Methoden und Techniken der Aborigines zur Wissensvermittlung kombinierte. In der Band Yothu Yindi spielten sowohl Aborigines als auch Weiße mit; bekannt wurde sie auch durch Tourneen mit Midnight Oil und Neil Young.

Bildungsminister Peter Garrett, früher Sänger der Rockband Midnight Oil, sagte: „Sein Vermächtnis ist unermesslich, aber der Verlust ist groß.“

In den vergangenen Jahren musste Yunupingu dreimal wöchentlich zur Dialyse. 2009 sagte er in einem Interview, er sei alkoholkrank gewesen, bevor die Krankheit diagnostiziert wurde. Alkohol war nicht direkt Folge für sein Nierenversagen, verstärkte aber seine Gesundheitsprobleme.

Aborigines stellen 2,3 Prozent der 23 Millionen Einwohner Australiens. Ihre Lebenserwartung ist mehr als zehn Jahre niedriger als die anderer Australier. Ihr Risiko, an einer chronischen Nierenkrankheit zu sterben, ist viermal größer als das anderer Australier und ihre Chancen, eine Spenderniere zu bekommen, viel niedriger. Das geht aus dem Bericht des Australischen Gesundheits- und Wohlfahrtsinstituts von 2011 hervor.

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