Tag des Denkmals
Das sanierte Stadlmannanwesen in Freystadt wurde offiziell eingeweiht

11.09.2023 | Stand 12.09.2023, 15:33 Uhr

Nach dem Festakt nahmen sich die Ehrengäste Zeit für einen Rundgang durch das sanierte Stadlmannanwesen in Freystadt. Foto: Heike Regnet

„Die Modernisierung des Stadlmannanwesens ist ein weiterer Meilenstein beim Mammutprojekt Altstadtsanierung“, sagte der leitende Baudirektor der Regierung der Oberpfalz Hubert Schmid bei der feierlichen Einweihung am Sonntagnachmittag, dem Tag des Denkmals, in Freystadt.

Den ganzen Tag über konnte das Anwesen besichtigt werden und hunderte interessierte Besucher nutzten diese Gelegenheit.

Architekt Michael Kühnlein sen. informierte bei seinen Führungen durchs Gebäude über die umfangreichen Arbeiten. In seiner kurzen Ansprache dankte er allen, die am Projekt beteiligt waren. Musikalisch unterhielten Bröslschmarrn und das Heartbeat-Duo. Den Festakt umrahmte ein Bläserquartett von FNG. Für das leibliche Wohl war durch die Festdamen der FF Thannhausen und dem Verein Kinderfreyzeit bestens gesorgt. Kinderschminken und der Wettbewerb „Male das Stadlmannanwesen“, bei dem bis 1. Oktober noch alle Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre mitmachen können, rundeten das Programm ab.

Stadtpfarrer Pater Bartimäus und Pfarrer Konrad Schornbaum sprachen den kirchlichen Segen. Bürgermeister Alexander Dorr hieß die Gäste willkommen und verriet, dass für ihn mit der Sanierung des Stadlmannanwesens ein Wunschtraum in Erfüllung gegangen sei.

2014 startete das Sanierungsprojekt in Freystadt



Im Jahr 2014 konnte die Stadt das Anwesen mit zwei Grundstücken, die für die Erweiterung der Martinischule wichtig waren, erwerben. Die konkrete Nutzung des Gebäudes war laut Dorr damals noch offen. „Es folgten viele Gespräche und Diskussionen“, so Dorr, „eine Wohnnutzung erwies sich als zu aufwendig.“

Bei den Voruntersuchungen zeigte sich, dass das Anwesen in seiner Grundsubstanz nicht aus dem 17. sondern aus dem 14. Jahrhundert stammte und es damit das älteste Gebäude am Marktplatz ist. Archivar Wolfgang Zellner war Initialgeber für die Idee, die Archivalien der Stadt hier unterzubringen. 2017 starteten die Planungen, im März 2020 war Spatenstich.

Die Sanierung kostete 3,6 Millionen Euro



Die Kostenberechnung belief sich auf 3,4 Millionen Euro – letztlich wurden 3,6 Millionen Euro benötigt. An Zuschüssen gab es 930000 Euro aus der Städtebauförderung, 377000 Euro vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, 19100 Euro vom Landkreis Neumarkt und 40000 Euro vom Bezirk Oberpfalz. 2,2 Millionen Euro musste die Stadt selbst schultern.

Das Haus wird nicht nur als Archiv genutzt. Auch Jugendpflegerin und Familienstützpunkt werden hier Räume erhalten, ebenso der Notar für Sprechtage. Im neuen Saal finden Sitzungen und Hochzeiten statt.

Staatsminister Albert Füracker gratulierte zum gelungenen Projekt. Das Geld der Steuerzahler sei hier bestens angelegt. „Die Maßnahme war mit Blick auf die geschichtsträchtigen Mauern nicht nur wünschenswert, sondern notwendig“, so Füracker.

Historisches Erbe erhalten



Landrat Willibald Gailler lobte das gelungene Werk und erinnerte an den verstorbenen Michael Stadlmann, der selbst 24 Jahre als Stadtrat Freystadt mitgestaltet habe. „Der Marktplatz ist das Wohnzimmer in Freystadt.“ Eine wichtige Aufgabe sei es, historisches Erbe zu erhalten.

Schmid erläuterte, dass Freystadt seit 1986 viele herausragende Projekte im Städtebauförderungsprogramm vorweisen könne. Bislang erhielt die Stadt laut Schmid 8,2 Millionen Euro aus der Städtebauförderung. Mit Blick auf das Stadl-mannanwesen betonte er: „Es wurde ein Baudenkmal fachgerecht saniert und mit einem architektonisch anspruchsvollen Neubau ergänzt.“