Eine von elf in Bayern
Regensburger Schülerin erhält Stipendium der Start-Stiftung

30.12.2023 | Stand 30.12.2023, 17:00 Uhr |

Lydia Moralis besucht die zehnte Klasse am Albertus-Magnus-Gymnasium. Foto: Moralis

Von Marie Frank

„Man lernt neue Kulturen und Menschen kennen, wird gefördert und unterstützt“, fasst Stipendiatin Lydia Moralis das Bildungs- und Empowerment Stipendium, das die Start-Stiftung jährlich an Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland vergibt, zusammen. Dieses Jahr wurden 180 Jugendliche ausgewählt, elf davon aus Bayern – und eine aus Regensburg.

Lydia Moralis ist 16 Jahre alt und besucht die zehnte Klasse am Albertus-Magnus-Gymnasium. Im vergangenen Jahr hat sie sich für das Start-Stipendium beworben. „Dafür musste ich drei Texte mit mindestens 500 Wörtern schreiben und sollte zum Beispiel erklären, warum ich zu Start will“, erzählt die Stipendiatin. Am Ende des Bewerbungsprozesses gab es auch noch einen kleinen Persönlichkeitstest, sie wurde beispielsweise gefragt, welche Meinungen sie vertritt oder auch welchen Migrationshintergrund sie hat. „Meine Eltern sind aus Griechenland, aber ich bin in Deutschland geboren.“

Erst Abitur, dann Weltreise

Bisher fanden noch wenige Veranstaltungen statt, erklärt die Schülerin, das Stipendium habe erst begonnen. „Unsere Aufnahmefeier musste leider wegen des Bahnstreiks verschoben werden, aber Anfang des Jahres gab es eine Kennenlernfeier und seitdem auch ein paar Seminare.“ Mit anderen Stipendiaten besuchte sie unter anderem das Google-Entwicklungszentrum in München. „Ich habe superschnell viele Leute kennengelernt und wir haben uns alle auch sofort gut verstanden“, erzählt Lydia. „Start hilft einem auf jeden Fall auch dabei, neue Freunde zu finden.“ Nach ihrem Abitur will sie eine Weltreise machen, auch ein Praktikum ist geplant. Start unterstützt sie dabei und auch bei ihrem Plan, eine Klasse zu überspringen. „Es gibt ja jetzt wieder G9, ich will deswegen mit ILV (Individuelle Lernzeitverkürzung) meine Schulzeit reduzieren.“ Eigentlich wollte sie noch während der Schule ein Auslandsjahr machen, hat sich aber dann doch für eine Reise nach dem Schulabschluss entschieden, weil sie dann unabhängiger ist.

Viel von der regulären Schulzeit verpasst sie durch das Stipendium nicht. Meist finden die Seminare an Wochenenden statt, manchmal muss sie aber freitagmorgens schon los und kommt erst montags zurück. „Bald habe ich zum Beispiel ein Pflichtseminar in Weimar und das dauert einfach ein bisschen, bis ich hin- und wieder heimkomme.“ Andere Verpflichtungen hat sie fast keine, außer aufgeschlossen an dem Programm teilzunehmen. Zum Halbjahr muss sie einen Bericht verfassen, wie es bisher abgelaufen ist.

Anruf in Neuseeland

Die junge Stipendiatin erzählt, sie mochte es schon immer, im Austausch mit anderen zu sein. Sie hat selbstständig mit einigen Onlinefreunden eine Gruppe gegründet, mit Mitgliedern aus der ganzen Welt, in welcher sie über ihre Kulturen und Erlebnisse sprechen. Auch durch Start lernt sie viele neue Kulturen kennen, tauscht sich mit anderen aus und es wird sich gegenseitig geholfen. „Ich musste letztens für die Schule ein Referat über Neuseeland halten und da habe ich einfach mit einer Freundin geredet, die dort lebt und die hat mir dann einiges erzählt.“

In Regensburg gibt es noch zwei weitere Stipendiaten, einer ist in Lydias Jahrgangsstufe, über ihn hat sie auch von Start erfahren. Ein weiterer ist im Jahrgang über ihr. Für ein Start-Stipendium können sich alle jungen Menschen mit Migrationshintergrund bewerben, die mindestens 14 Jahre sind, ab nächstem Jahr mindestens die neunte Klasse besuchen und noch mindestens drei Jahre in die Schule gehen.