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Region Nürnberg
Freitag, 23. Februar 2018 2

Ernährung

Heuschrecken zur Vorspeise

Das „Australian“ in Nürnberg will mit „Dschungel-Küche“ punkten. Anders als im Fernsehen werden die Tiere gegrillt serviert.
Von Nürnberg-Korrespondent Nikolas Pelke

  • Richard Karatay bietet im „Australien“ Heuschrecken in verschiedenen Variationen an. Er findet sie lecker. Foto: Pelke
  • So werden die frittierten Heuschrecken serviert. Foto: Pelke

Nürnberg. In der Dschungelprüfung im Dschungelcamp von RTL müssen sie die Tierchen als Mutprobe vor einem Millionenpublikum im Fernsehen essen. Als Genuss stehen die niedlichen Insekten bei Richard Karatay im „Australian“ in Nürnberg auf der Speisekarte. „Das sind Heuschrecken. Das ist die Nahrung der Zukunft. Insekten sind total nahrhaft und schmecken wirklich lecker“, ist sich Karatay sicher und zeigt auf die Menükarte mit dem gewöhnungsbedürftigen Angebot auf der Vorspeisenkarte.

Mit Salz und Pfeffer gewürzt

Zum Preis von 9,90 Euro werden im „Australian“ gegrillte Grashüpfer angeboten. Ganz nach dem Down-Under-Motto des trendigen Lokals am Hauptmarkt, stehen die Heupferde in der englischen Übersetzung als „Hopper“ auf dem Speiseplan. „Ich bin selbst oft in Australien gewesen. In Tasmanien kommen Heuschrecken und andere Insekten bei den Aborigines noch heute fast täglich auf den Tisch“, erzählt der Wirt und erklärt, dass die possierlichen Hüpfer in seinem Laden „natürlich nicht wie im Dschungelcamp“ im Rohzustand serviert werden.

Weitere Informationen zum „Australien“ lesen Sie hier:

Gastronomie setzt auf Insekten

  • Dschungel-Küche:

    In der „Australian Bar“ in Nürnberg stehen neben Känguru und Krokodil auch Heuschrecken auf der Speisekarte. Die „Hopper-Variationen“ gibt es als Vorspeise zum Preis von 9,90 Euro.

  • Internet:

    Die ganze Speisekarte gibt es im Internet unter www.australianbar.de.

  • Eröffnung:

    Seit vier Jahren gibt es das Restaurant am Hauptmarkt.

„Wir braten die Insekten in Olivenöl schön an.“ Danach würden die Knusperschrecken mit Meersalz und Mühlenpfeffer abgeschmeckt. „That‘s it. Mehr braucht es nicht“, sagt Richard, den alle nur „Richi“ nennen. Um Abwechslung auf die Zunge des Grashüpfer-Gourmets zu zaubern, würden manche der fragilen Pferdchen im Speckmantel serviert. Andere Hüpfer würden gar auf in Rotweinessig eingelegten Zwiebelscheibchen kredenzt.

„Am Anfang kostet es schon eine bisschen Überwindung“, gibt Richi zu. Auch er habe sich das Wesen mit den langen Fühlern und den großen Augen auf seinem Teller beim ersten Mal schon etwas genauer angesehen. „So eine Heuschrecke ist schon eine kleine Challenge“, erklärt der Besitzer des Nürnberger Szene-Ladens im Outback-Look, der vor vier Jahren am Obstmarkt 26 eröffnet hat.

Viel Eiweiß und Proteine

Nach einem kurzen Moment des Krafttankens habe er aber schließlich seinen Mut zusammengekommen und seine allererste Heuschrecke in den Mund geschoben. Bereut habe er das bis heute nicht. „Ich esse die Dinger mittlerweile echt gerne, auch weil sie so gesund sind.“ In den kleinen Tierchen würde viel Eiweiß und Proteine stecken. „Heuschrecken sind gut gegen Alzheimer.“ Die Hüpfer bekomme er von einem Züchter aus München in Bio-Qualität direkt und frisch geliefert.

Und der Geschmack? „Sie schmecken nussig und knusprig. Ich finde sie wirklich lecker.“ Mit der Ekelprüfung aus dem Dschungelcamp im Fernsehen hätten seine Heuschrecken jedenfalls nichts zu tun. „Ich habe die Hopper auch nicht wegen der Fernsehshow auf der Karte. Das passt einfach zu uns. Bei uns gibt es auch Känguru oder Krokodil. Demnächst bekommen wir Emu.“ Und auch über frittierte Mehlwürmer denkt Richi intensiv nach.

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