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Kinderhaus wird Herausforderung für Holzheim

Weil sich der Gemeinderat nicht einigte, verzögerte sich der Bau. Das kostet Geld, das für andere Pläne gebraucht wird.
Andrea Leopold

Die Baustelle für das neue Kinderhaus  Foto: Andrea Leopold
Die Baustelle für das neue Kinderhaus Foto: Andrea Leopold

Holzheim am Forst.Für die nächsten sechs Jahre prophezeit Bürgermeister Andreas Beer für die Gemeinde Holzheim eine extrem angespannte finanzielle Lage. Das teilte er bei der jüngsten Haushaltssitzung mit. Im November 2018 hatte er gehört, dass Kallmünz seinen Kindergarten vom Träger kaufen möchte, die Vereinbarung mit der Kirchenstiftung wurde so hinfällig und die 25 Holzheimer Kindergartenplätze waren wieder offen. „Unser anstehendes Kinderhaus wurde aus der Not geboren“, sagt Beer.

Im Januar 2019 wurde einstimmig beschlossen, dass der Architekt Kartini eine Planung erstellt. Im März 2019 hätte die Entscheidung fallen müssen, dass ein Kinderhaus gebaut wird. Das wurde aber im Gemeinderat abgelehnt. Im August stimmte man dann doch noch zu. Das kostete laut Beer unnötig Zeit, in der schon der Bau hätte beginnen können. Der frühest mögliche Termin zur Eröffnung ist jetzt im April 2021. Bis dahin müsse man mit einem Provisorium in Form von Containern fahre – Kostenfaktor: 80000 Euro. „Wir schmeißen mehrere Zehntausend Euro mit voller Hand in den Ofen und verbrennen das Geld“, sagt Beer aufgebracht.

Der Bürgermeister bedauert, dass er letztes Jahr keine Zustimmung vom Gemeinderat bekommen habe. „Es wurde keine Alternative aufgezeigt.“ Pfarrer Andreas Giehrl hatte angeboten, in der Altenheimstiftung das Kinderhaus für Holzheim und Kallmünz zu bauen. Aber das lehnte wiederum der Gemeinderat Kallmünz ab. Beer sagt dazu: „Hier wurde fahrlässig mit Steuergeldern umgegangen. Man hat nicht bewusst, aber fahrlässig eine Verzögerung herbeigeführt. Das ist sowas von ärgerlich“.

Mit Kallmünz und Duggendorf zusammen wird nun die Containerlösung realisiert. Es muss Humus abgeschoben werden, ein Bauantrag gestellt, Container angemietet und diese mit Mobiliar ausgestattet werden. Und das vor dem Hintergrund, dass die Gewerbesteuereinnahmen aufgrund von Corona um 80 000 bis 90 000 Euro gesunken sind, sagt Beer.

Trotzdem hat Holzheim mittelfristig noch viele weitere Vorhaben. Dazu zählen der Bau eines Oberflächenwasserbeckens in Trischlberg sowie die Einebnung und Rekultivierung der Trischlberger Teichkläranlagen mit vorgeschaltetem Rückhaltebecken. Für 2023 und 2024 stehen Straßenbaumaßnahmen im Altbereich am Haslacher Weg, Dornauer Straße, Grubstraße und Hirschhof sowie die Sanierung des alten Schulhauses und der Vereinsräume an. Für 2021 und 2022 sind Arbeiten an der Brücke am Wassergraben in Hirschhof geplant, um diese zu erhalten, und das Oberflächenwasser muss durch Teichklärbecken gereinigt werden. Dieser Posten wird mit 250 000 bis 500 000 Euro veranschlagt. Nochmal 40000 Euro kostet es, die beiden Feuerwehren mit Schutzkleidung und Pipsern auszustatten.

In nächster Zeit hat Holzheim vier Baustellen: den Glasfaserausbau durch LNI vor Ort, die Verbindung zweier Trafostationen (Bayernwerk), die Erschließung des neuen Baugebietes (Strabag) und das Kinderhaus. Das sei die größte Herausforderung, sagt Beer. Bei den Außenanlagen werde die Gemeinde in Eigenleistung gehen. (lal)

Haushaltssitzung Gemeinde Holzheim am 28. Mai

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