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CSU-Stadtrat abgewählt

Das Hauen und Stechen bei den Regensburger Christsozialen geht weiter. Jetzt ist auch Erich Tahedl alle seine Funktionen im Ortsverband los.
Von Hans Scherrer, MZ

In der Jugendarbeit und in der Brauchtumspflege engagiert: Erich Tahedl

Regensburg.Die Abwahl missliebiger Parteikollegen innerhalb der Regensburger CSU geht weiter. Bei der Jahresversammlung mit turnusmäßiger Neuwahl der Vorstandschaft im Ortsverband Konradsiedlung-Wutzlhofen setzte sich am Montag der bisherige Vorsitzende Herbert Lorenz mit 18:5 Stimmen gegen seinen Herausforderer und bisherigen Stellvertreter Stadtrat Erich Tahedl klar durch.

Im weiteren Verlauf wurden Markus Jobst, Rudi Beier und Sascha Rüdiger als stellvertretende Vorsitzende gewählt; Tahedl dagegen ging völlig leer aus, wurde auch nicht mehr als Beisitzer oder Delegierter gewählt. Geleitet wurde die Wahl vom Kreisvorsitzenden Armin Gugau und dessen Stellvertreter Dr. Franz Rieger.

„Das überrascht mich in keiner Weise“, kommentierte Tahedl den Wahlausgang, damit habe er schon von vorneherein gerechnet. „Denn bereits im Vorfeld hat mir Lorenz unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass dieses Ergebnis ,so von oben verordnet’ war.“

„Ein abgekartetes Spiel“

Obwohl ihm mehrere Mitglieder zur Wahl als Stellvertreter bzw. als Beisitzer vorgeschlagen hätten, sei Lorenz überhaupt nicht darauf eingegangen. „Ich hab’ erst gar nicht auf dessen Zettel gestanden und den Zettel konnte ich deutlich sehen, weil der offen auf dem Tisch herumgelegen hat. Das alles war ein ganz klar abgekartetes Spiel“, so Tahedl.

„Die Wahl ist völlig korrekt nach demokratischen Spielregeln verlaufen“, sagt hingegen Herbert Lorenz. „Aber wenn der Tahedl solche Munition gegen mich auffährt und gegen mich kandidiert, dann ist doch klar, dass er mein Vertrauen nicht mehr hat und ich ihn als Stellvertreter nicht mehr haben will.“ Im Übrigen spreche das Wahlergebnis eine mehr als deutliche Sprache.

„Man hat mich völlig isoliert.“

Er habe sich eigentlich gar keine Chance ausgerechnet als Vorsitzender gewählt zu werden, sagte Tahedl. „Ich wäre lediglich gerne wieder Stellvertreter geworden, allerdings aber schon zu den Bedingungen, die ich auch in meinem Rechenschaftsbericht genannt habe: nämlich, dass wir vertrauensvoll zusammenarbeiten.“

Davon aber habe in der Vergangenheit keine Rede sein können, so Tahedl weiter. „Ich war in überhaupt nichts mehr eingebunden und bin von allen Informationen abgeschnitten gewesen. Man hat mich völlig isoliert.“ Das aber sei genau die Strategie der gegenwärtigen Kreisvorstandschaft.

So sieht es auch Stadtrat Rudolf Eberwein, der zusammen mit einigen anderen Parteifreunden die Sitzung aus Protest verlassen hatte. „Jetzt hat kein einziger CSU-Stadtrat im Ortsverband mehr eine Funktion und damit wird ein unseliger Trend fortgesetzt.“ Dabei habe Tahedl einen fundierten Tätigkeitsbericht abgegeben; „aber Sacharbeit scheint ja nicht zu zählen.“

Mit über 70 zu alt

Bereits vor zwei Jahren war Eberwein, der seit 1984 dem Stadtrat angehört und von 2001 bis 2005 Fraktionsvorsitzender war, selber aus allen Funktionen gewählt worden. „Klar, der ist ja auch schon über 70 Jahre alt; da haben wir kein Vertrauen mehr“, sagte jetzt Lorenz.

Während Eberwein eine erneute Stadtratskandidatur für 2014 für sich nicht mehr geplant hat, zeigt Tahedl durchaus Interesse, „weiterhin mitzugestalten“. Seit 2002 gehört er diesem Gremium an. Doch daran, dass ihn die CSU noch einmal auf die Stadtratsliste setzt, glaubt er selbst nicht mehr.

„Meine politische Heimat ist zwar die CSU, aber ich werde mich wohl anderweitig orientieren müssen“, sagt er und schließt eine Kandidatur auf der Liste der „Bürger für Regensburg“ nicht aus. „Denn wenn es das erklärte Ziel der CSU-Kreisvorstandschaft ist, nach der Kommunalwahl in die Opposition zu gehen, dann mache ich da nicht mit!“

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