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RKK: Das große Wortgefecht der Rivalen

Bald entscheiden die Regensburger über ein Kultur- und Kongresszentrum am Keplerareal. Das sind die wichtigsten Argumente.
von Heike Haala

  • Das Keplerareal auf beim Ernst-Reuter-Platz: Ist das der richtige Standort für ein Kultur- und Kongresszentrum? Foto: Winter
  • Beim Streitgespräch zum Bürgerentscheid in unserem Medienhaus: MZ-Redakteurin Heike Haala, die Standort-Befürworter Stefan Aumüller und Kathrin Fuchshuber, die Standort-Gegner Gerda Stauner und Prof. Achim Hubel sowie die beiden Lokalchefs Ernst Waller und Felix Jung (v. l.)

Locker bebaut oder als wirtschaftliches Zugpferd: Wie sehen die gegnerischen Parteien die Zukunft des Keplerareals?


Der Konflikt um das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) ist in erster Linie eine Standortdebatte. So fordern die Standortbefürworter – sie rufen dazu auf, beim Bürgerentscheid mit „Nein“ zu stimmen – ein altstadtnahes RKK. Denn sie erhoffen sich viele positive Effekte von dieser zentralen Lage. Stefan Aumüller, Geschäftsführer bei Aumüller Druck, geht davon aus, dass sich das RKK und die Altstadt regelrecht gegenseitig befruchten würden.

Stefan Aumüller: Er ist Geschäftsführer der Aumüller Druck GmbH in Regensburg. Jetzt engagiert er sich in der Kampagne für den Standort beim Ernst-Reuter-Platz. Seit Mitte September trommeln die Befürworter unter dem Motto „Kein Denk- und Planungsverbot für das RKK“ für den Standort. Foto: altrofoto.de
Stefan Aumüller: Er ist Geschäftsführer der Aumüller Druck GmbH in Regensburg. Jetzt engagiert er sich in der Kampagne für den Standort beim Ernst-Reuter-Platz. Seit Mitte September trommeln die Befürworter unter dem Motto „Kein Denk- und Planungsverbot für das RKK“ für den Standort. Foto: altrofoto.de

Die Altstadt werde seiner Meinung nach für die Gäste des RKK eine weitere Attraktion neben den Veranstaltungen sein, die sie besuchen wollen. „Ein Effekt ist, dass so wenig Verkehr erzeugt wird. Weiterhin profitieren die Geschäfte, die Restaurants, die Hotels“, sagt er. Ein RKK außerhalb des Zentrums oder auch das Audimax würden diese Effekte laut Aumüller nicht erzielen. „Weil dann setze ich mich nach der Veranstaltung wieder ins Auto und fahre nach Hause“, sagt er.

Das sagen die Standortgegner

Prof. Achim Hubel: Ob als Diözesankonservator in Regensburg oder am Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte der Universität Bamberg oder als Mitglied des Deutschen Nationalkomitees von Icomos – er widmet sein Wirken der Denkmalpflege. Foto: altrofoto.de
Prof. Achim Hubel: Ob als Diözesankonservator in Regensburg oder am Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte der Universität Bamberg oder als Mitglied des Deutschen Nationalkomitees von Icomos – er widmet sein Wirken der Denkmalpflege. Foto: altrofoto.de

Das lassen die Gegner des Standorts, die mit dem Bürgerentscheid einen Planungstop für ein RKK auf dem Keplerareal erreichen wollen, nicht gelten. „Ich weiß bis heute nicht, warum dieses RKK hier stehen muss? Ich sehe nicht die Standortqualitäten“, sagt Prof. Achim Hubel. Er bringt andere Kongresszentren ins Spiel, die nicht in der Nähe von Bahnhöfen liegen und seiner Auskunft zufolge trotzdem florierten. Hubels Beispiele sind die Meistersingerhalle in Nürnberg, die Konzert- und Kongresshalle in Bamberg, die Kongresszentren in Ulm und Augsburg sowie die Messe Passau mit der Dreiländerhalle. Den Standortgegnern schweben andere Nutzungsmöglichkeiten für das Keplerareal vor: Cafe´s oder Wohnungen in Form von kleiner Architektur, die regelrecht zwischen die Bäume eingeflochten wird. „Oder ein spiralförmiges, aus Holz gebautes Wohnhaus in New York, das sich um eine Baumgruppe windet. So ein Gebäude könnte ich mir gut als Bücherei vorstellen“, sagt Hubel.

Ein Video zum Streitgespräch sehen Sie hier:

RKK: Das große Wortgefecht der Rivalen

Zwischen uninspiriertem Klotz und unfertigen Plänen: Welche Visionen haben die Kontrahenten vom RKK?

Beim Streitgespräch zum Bürgerentscheid in unserem Medienhaus: Im Gespräch mit den beiden Lokalchefs und Felix Jung und Ernst Waller lieferten sich die Standort-Gegner Prof. Achim Hubel und Gerda Stauner einen Schlagabtausch mit den Standort-Befürwortern Kathrin Fuchshuber und Stefan Aumüller vor MZ-Redakteurin Heike Haala (v. l.). altrofoto.de
Beim Streitgespräch zum Bürgerentscheid in unserem Medienhaus: Im Gespräch mit den beiden Lokalchefs und Felix Jung und Ernst Waller lieferten sich die Standort-Gegner Prof. Achim Hubel und Gerda Stauner einen Schlagabtausch mit den Standort-Befürwortern Kathrin Fuchshuber und Stefan Aumüller vor MZ-Redakteurin Heike Haala (v. l.). altrofoto.de

Die Befürchtung der Standortgegner: Sollte das RKK auf dem Keplerareal verwirklicht werden, werde es ein unförmiger Klotz sein. Diese Befürchtung nährt sich aus einer Ideenstudie, die ein Planungsteam nach der Bürgerbeteiligung im vergangenen Sommer vorstellte. „Sieben Geschoße, alles übereinander aufgetürmt, der kleine Konzertsaal über dem großen – das ist schon akustisch nicht möglich“, sagt Hubel. Seiner Ansicht nach dürften die Konzertsäle deswegen nicht Wand an Wand stehen.

Sind sie dafür, dass alle Vorarbeiten und Planungen für ein Kultur- und Kongresszentrum auf dem Kepler-Areal unverzüglich gestoppt werden?“

Diese Frage müssen die Regensburger am 14. Oktober beantworten

Auch das Foyer in dieser Studie kommt ihm deutlich zu klein bemessen vor. „Dazu braucht man ein großes Foyer mit mindestens 3000 Quadratmetern, damit man die Leute verköstigen kann“, sagt Hubel. Weiterhin brauche es noch Räume für die Regensburger und mehr Platz für die kleinen Konferenzräume. Deswegen geht Hubel davon aus, dass ein RKK viel größer wird, als in dieser Studie zu sehen ist. „Der Flächenbedarf ist gewaltig. Da müssen große Flächen bebaut werden, wenn das RKK funktionieren soll“, sagt er.

Die Bürgermeisterin verteidigte die Pläne der Stadt im Presseclub

Das sagen die Standortbefürworter

Kathrin Fuchshuber: Die Hotel-Chefin scheut vor politischen Statements nicht zurück. Vor vier Jahren hob sie den Verein „Hotels in Regensburg.com“ aus der Taufe. Fuchshuber gründete 1984 die Münchner Firma KMS. 2009 übernahm sie den Münchner Hof. Foto: altrofoto.de
Kathrin Fuchshuber: Die Hotel-Chefin scheut vor politischen Statements nicht zurück. Vor vier Jahren hob sie den Verein „Hotels in Regensburg.com“ aus der Taufe. Fuchshuber gründete 1984 die Münchner Firma KMS. 2009 übernahm sie den Münchner Hof. Foto: altrofoto.de

Die Standortbefürworter winken ab: Das Papier, aus dem Hubel zitiert, sei kein fertiger Plan, sondern lediglich eine Ideenstudie. „Wir wissen nicht, was möglich wäre. Deswegen können wir über nichts diskutieren“, sagt Kathrin Fuchshuber, Chefin im Münchner Hof, über das Aussehen des Gebäudes, das ihrer Ansicht nach auf dem Keplerareal entstehen soll. Deswegen will sie die Architekten erst einmal planen lassen. „Und wenn dieser Plan da ist, wissen wir, worüber wir reden“, sagt sie. Die Ideenstudie mit Begrünung und öffentlichem Raum gefällt ihr gut. Da könne man auch noch einen Kultur- und Kongresssaal hinmachen, sagt sie. Fuchshuber geht davon aus, dass ein RKK auch auf der Fläche entstehen könne, die momentan ohnehin schon bebaut ist. Angenommen, die Stadt baue auf dieser Fläche ein RKK mit drei Stockwerken, werde das etwa vierzehn Meter hoch, sagt sie. Die Fläche, die dadurch entsteht, reiche ihrer Auffassung zufolge.

Auch diese Städte errichteten ein Kongresszentrum

Gerda Stauner: Die Autorin wurde für ihr literarisches Schaffen in diesem Jahr mit dem Kulturförderpreis der Stadt Regensburg ausgezeichnet. Sie lebt seit 1999 in Regensburg und veröffentlichte 2016 den Roman „Sauforst – Vom Suchen und Finden der Heimat“. Foto: altrofoto.de
Gerda Stauner: Die Autorin wurde für ihr literarisches Schaffen in diesem Jahr mit dem Kulturförderpreis der Stadt Regensburg ausgezeichnet. Sie lebt seit 1999 in Regensburg und veröffentlichte 2016 den Roman „Sauforst – Vom Suchen und Finden der Heimat“. Foto: altrofoto.de

Standort-Gegnerin Gerda Stauner aber hält noch einmal dagegen: „Auf dem Keplerareal kann man ohne ein RKK viel besser und viel grüner weiterplanen.“ Über ein Kulturzentrum oder eine wie auch immer geartete Begegnungsstätte würde sie gerne weiter diskutieren. Das sei ja gar nicht vom Tisch. Fuchshuber aber will von der Stadt deswegen nun vor allem eines wissen: Schafft sie es, so zu planen, dass die Stadtgesellschaft mitgenommen wird? Die Standort-Befürworterin will zuerst sehen, wie das RKK einmal aussehen könnte. Sollte es sich dabei dann tatsächlich um den von den Gegnern befürchteten Klotz handeln, sagt Fuchshuber: „Dann bin ich die Erste, die mit einem Demo-Schild dasteht und sagt: So nicht!“

Eine Woche lang hat sich die Lokalredaktion Regensburg mit allen Aspekten des RKK beschäftigt. Alle Teile unserer Serie finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Unantastbares Denkmal oder morsches Holz: Welche Rolle spielt der Alleengürtel für die beiden Parteien?

Die Standortgegner sind in Sorge um den Alleengürtel. Foto: Lex
Die Standortgegner sind in Sorge um den Alleengürtel. Foto: Lex

Auf dem Areal, das für ein RKK am südlichen Eingang zur Altstadt überplant werden soll, stehen viele Bäume. Auch über die Konsequenzen, die das Bauprojekt für diese Gewächse haben würde, streiten die Standort-Kontrahenten trefflich. „Was auch immer da gebaut wird: Es müssen Bäume gefällt werden. Ich kann heute aber nicht sagen, ob es 100 Bäume sein werden oder 50 oder 200, die gefällt werden müssen“, das räumt Fuchshuber unumwunden ein. Auch für diese Einschätzung brauche es einen Architektenentwurf, und den gebe es im Moment nun einmal noch nicht. Aumüller argumentiert mit dem Lebensalter, das einige der Bäume inzwischen erreicht hätten. Viele Bäume sind seiner Meinung nach nicht erhaltenswert, weil sie sowieso in ein oder zwei Jahren umfallen würden. Beide sind sich sicher: Im Endeffekt werde es an dieser Stelle einmal mehr Bäume geben. Aber um viel Grün zu erhalten, brauche es eine Gesamtplanung.

Alle Artikel zum Regensburger Kultur- und Kongresszentrum finden Sie hier.

Das nehmen ihnen aber weder Stauner noch Hubel ab. „Den Vögeln ist es egal, wie erhaltenswert ein Baum oder ein Strauch ist. Für die Tierwelt ist jeder Baum ein kleines Biotop“, sagt Stauner und verweist darauf, dass der Alleengürtel auch gestärkt werden könnte, wenn an dieser Stelle kein RKK entsteht. Für Hubel geht es nicht um einzelne Bäume, sondern um denkmalgeschützte Grünflächen. „Wir sprechen hier von einem Parkring, der von Fürst Carl Anselm von Taxis gestiftet worden ist und den Carl von Dalberg erweiterte“, sagt Hubel. Die Stifter dieses Ringparks hätten Hubel zufolge fest angeordnet, dass er nicht verändert werden darf. „Er muss immer als Grüngürtel erhalten bleiben, damit sich die Bürger daran erfreuen. Deswegen steht auch die Grünfläche für das RKK unter Denkmalschutz“, sagt Hubel. Seiner Auffassung zufolge müssen diese Grünflächen deswegen wie Baudenkmäler behandelt werden. „Das heißt, wenn man sie beeinträchtigen oder zerstören will, ist es ein Eingriff in Denkmäler und nach dem Denkmalschutzgesetz nicht erlaubt“, sagt Hubel.

Sehen Sie hier ein Video zur Vorstellung des Ergebnisses der Bürgerbefragung

RKK: Stadt stellt Ergebnis der Bürgerbefragung vor

Aufschwung oder unerfüllte Träume: Was haben die Regensburger in den Augen der Kontrahenten vom RKK?

Wenig – das glaubt zumindest Standortgegnerin Stauner. Nach Ansicht der Autorin muss ein Saal für 1800 Personen – wie er für das RKK geplant ist – ordentlich Rendite machen. Immerhin gelte es, den Zuschuss, den die Stadt jährlich in ein RKK investieren wird, möglichst gering zu halten. „Man kann das Gebäude nicht nur mit Kultur füllen. Man muss über die Kongresse Umsatz machen, damit das Defizit nicht zu groß wird“, ist Stauner deswegen überzeugt. Und so lautet ihre Befürchtung: „Lediglich ein kleiner Teil des RKK würde einmal den Regensburgern gehören. Sie werden es in dieser Verflechtung mit dem Kongresszentrum nicht als Begegnungsstätte annehmen.“

Das sagen die Standortbefürworter

Standortbefürworter Aumüller sieht das ganz anders: Ein RKK würde seiner Meinung nach einen schönen Eingang in die Stadt bieten. „Im Moment haben wir hier aber einen Angstraum“, sagt er. Ein Veranstaltungsort wie das RKK aber würde viel Frequenz an dieser Stelle mit sich bringen. „Überall dort, wo sich viele Menschen aufhalten, hinlaufen oder weggehen, brauche ich keine Angst haben“, sagt Aumüller. Deswegen halte er es auch nicht für zielführend, aus diesem Gelände einen „Wald“ zu machen. Fuchshuber sieht in einem RKK aber noch viel mehr als die Chance auf einen schönen Stadteingang: einen Aufenthaltsraum, ein Kulturzentrum, in dem auch Tagungen stattfinden, oder auch ein Platz für Schulbälle oder Schulabschlussveranstaltungen. Weiterhin würden mit der Gastronomie und der Hotellerie einmal auch die Regensburger vom RKK profitieren, die ihr Geld im Mittelstand verdienen.

Sehen Sie hier ein Video zu den RKK-Planungen

Die Planungen zum Regensburger Kultur- und Kongres

Beruhigter Stadteingang oder verstopfter Knotenpunkt: Wie wird das RKK den Verkehr beeinflussen?

Ein weiteres Thema, zu dem die Kontrahenten nicht unterschiedlicherer Meinung sein könnten, sind die Auswirkungen, die ein RKK am Keplerareal auf den Verkehr an diesem Knotenpunkt hätte. So ist Standort-Befürworter Aumüller der Überzeugung, dass schon alleine die zentrale Lage eines RKK Verkehr dorthin verhindere. Seine These: Je zentraler ein Veranstaltungsort, desto weniger Autoverkehr wird er anziehen. Als Beispiel führt Aumüller den Historischen Reichssaal im Alten Rathaus an. „Da kann ich nicht parken. Jeder weiß, er muss da hinlaufen oder er fährt mit dem Fahrrad hin. Der Rest fährt in die Parkhäuser“, sagt Aumüller. Auch bei den Schlossfestspielen mit allabendlich bis zu 3000 Besuchern habe er diesen Effekt beobachtet. „Die Massen strömen raus und werden von der Altstadt aufgenommen“, sagt Aumüller. Er geht davon aus, dass dieser Effekt auch auf ein RKK auf dem Keplerareal zutreffen würde. Denn diese Stelle wird nicht nur von allen Bussen, sondern auch von der Bahn angefahren.

Das sagen die Standortgegner

Standortgegnerin Stauner aber glaubt nicht an den von Aumüller prognostizierten Lerneffekt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass weniger Menschen mit dem Auto kommen – nur weil vielleicht einmal dieser riesige Gebäudekomplex im Park steht“, sagt sie. Regensburg ist ihrer Ansicht nach eine mit Verkehr verwöhnte Stadt. Jemand, der jetzt schon nicht mit dem Rad in die Innenstadt fährt, werde das auch nicht in Richtung RKK machen. Da ist Stauner sich sicher. Sie geht davon aus, dass Menschen, die sich schön zum Ausgehen anziehen, nicht mit dem Rad in die Stadt fahren wollen. Auch Hubel hat Gegenargumente. Am Abend könne man in Regensburg durchaus noch einen Tiefgaragenstellplatz finden, sagt er. Aber wenn die Tagungsteilnehmer das untertags versuchen, könne das schon schwierig werden. Weiterhin bringt er die Straßenbahn ins Spiel: Steht sie erst einmal, könne sie auch gleich Tagungsteilnehmer in Richtung Audimax transportieren.

Kongresse von morgen oder Zahlen von heute: Wie schätzen die Parteien den Bedarf für ein RKK ein?

Das Marinaforum Foto: Steffen
Das Marinaforum Foto: Steffen

Wer ein RKK baut, muss auch den Bedarf dafür kennen. Auch bei dieser Einschätzung liegen die Kontrahenten weit auseinander. So spricht Standort-Gegner Hubel von sinkenden Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen, die von zwischen 1000 und 2000 Personen besucht werden. Weiterhin sinke seinen Angaben zufolge auch die Zahl der Tagungen an der Universität. Deswegen sieht er keinen Bedarf für ein RKK.

Das sagen die Standortgegner

Die von Hubel erwähnte Entwicklung hält Fuchshuber aber weniger für eine Tendenz als für „normale Schwankungen“. Vor allem mit Blick in die Zukunft spricht sie von einem Bedarf für ein RKK. „Es braucht ein Kongresszentrum von morgen. Wir reden hier über etwas, das in zehn Jahren steht. Da kommt die Generation Y. Da kommen die 1980er-Jahrgänge“, sagt sie. Die Menschen werden Fuchshubers Ansicht nach in Zukunft keine Tagungen und Kongresse mehr besuchen, auf denen sie in Stuhlreihen sitzen und Vorträgen lauschen. „Das sind komplett andere Formate, die auf uns zukommen“, sagt sie und führt als Beispiel die „Barcamps“, „Open Spaces“ oder „Innovation Boot Camps“ an. „Wenn wir heute ein Kultur- und Kongresshaus bauen, dann brauchen wir etwas fürs dritte Jahrtausend“, sagt Fuchshuber. Das könnten das Audimax oder das Marinaforum überhaupt nicht leisten.

Konflikt oder Kompromiss: Können sich die Kontrahenten ein gegnerisches Argument zueigen machen?

Streitgespräch Regensburger Kultur- und Kongresszentrum Keplerareal Achim Hubel Foto: altrofoto.de
Streitgespräch Regensburger Kultur- und Kongresszentrum Keplerareal Achim Hubel Foto: altrofoto.de

Die beiden Lager in Sachen RKK-Standortfrage schenken sich nichts. Auf die Frage, ob sie sich mit einem Gegenargument anfreunden könnten, antworten sie polemisch: „Wenn jemand der Ansicht ist, dass sich Regensburg nicht weiterentwickeln muss und dass wir keine neuen Impulse setzen müssen, dann kann er auf ein Kultur- und Kongresszentrum verzichten“, sagt Standort-Befürworter Aumüller.

Darauf antwortet Gegnerin Stauner: „Wenn wir darauf verzichten wollen, diesen tollen Ort für uns selber zu nutzen, wenn wir vielen auswärtigen Kongressteilnehmern einen großartigen Blick über die Altstadt schenken wollen, dann brauchen wir genau an dieser Stelle ein Kultur- und Kongresszentrum.“

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