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Gastronomie

Sonne lockt in die Biergärten

Die Freiluft-Wohnzimmer für Einheimische und Gäste in Regensburg sind Kult. Wir geben einen Überblick.
Von Wolfgang Ziegler

Frühlingserwachen in Regensburgs Biergarten Ate Linde Foto: altrofoto.de
Frühlingserwachen in Regensburgs Biergarten Ate Linde Foto: altrofoto.de

Regensburg.Sie sind ein unverwechselbares Stück Bayern, Orte sommerlicher Gemütlichkeit, Oasen im Schatten von Kastanien- oder Lindenbäumen und sie sind Kult – seit Jahren und wohl auch für Jahre: Regensburgs Biergärten. Dieser Tage starten sie in die Saison und sind für den zu erwartenden Ansturm gerüstet. Die Mittelbayerische hat sich umgehört und nachgeschaut, welche Neuerungen es gibt, was die Maß kostet und wie viele Plätze es gibt. Insgesamt sind es übrigens fast 5500. Dem Biergarten-Vergnügen steht also nichts im Weg.

Die „Alte Linde“ an der Steinernen Brücke

Der Ausblick von der Alten Linde ist einmalig. Foto Gruber
Der Ausblick von der Alten Linde ist einmalig. Foto Gruber

Eines der Schmuckstücke traditioneller Regensburger Gastronomie ist die „Alte Linde“ auf der Donauinsel an der Steinernen Brücke, die auch als „Kneitinger Garten“ bekannt ist und bald 120 Jahre existiert. Und dieses Aushängeschild bayerischer Lebensart hat seinen direkt am Wasser gelegenen Garten schon längst in Betrieb. „Am 11. März war der erste Biergartentag“, sagte Inhaber Bernhard Wiesbeck unserem Medienhaus. Große Neuerungen gibt es in dem traditionsreichen Biergarten mit seinen 360 Plätzen nicht, man setzt auf Bewährtes. Das gilt auch für die Küche: Angeboten werden klassische Saisongerichte, wenn es so weit ist Spargel und Pfifferlinge, und außerdem wird der offene Holzkohlengrill angeschürt. „Natürlich dürfen auch gerne Brotzeiten im klassischen Sinn mitgebracht werden“, sagt Wiesbeck. Pizza und Döner zählt er dazu aber nicht. Die Halbe Bier kostet bei ihm 3,70 Euro, die Maß 7,40. Geöffnet ist täglich von 11 bis 23 Uhr.

Ein Wahrzeichen: Der Spitalgarten an der Donau

Unmittelbar neben der Steinernen Brücke finden Biergartenfreunde den Spitalgarten. Foto: MZ-Archiv
Unmittelbar neben der Steinernen Brücke finden Biergartenfreunde den Spitalgarten. Foto: MZ-Archiv

Der Spitalgarten nur ein paar Schritte weiter am Ende der Steinernen Brücke und das St. Katharinenspital sind ebenfalls Wahrzeichen Regensburgs. Seit dem Mittelalter wird dort Bier gebraut, die Brauereirechnungen des Spitals lassen sich bis in die Zeit um 1350 zurückverfolgen. Der 800 Plätze umfassende Garten, in dem keine Brotzeiten mitgebracht werden dürfen, eröffnet an diesem Wochenende. Die Speisenpalette umfasst das klassische Biergartenangebot, flankiert von Saison-Gerichten. Die Halbe gibt es für 3,50 Euro, die Maß für 7 Euro. Geöffnet ist täglich von 10 bis 23 Uhr. Der Spitalgarten wurde in der letzten Saison bei laufendem Betrieb saniert.

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Ein beliebter Treffpunkt: Die Hubertushöhe

Auf eine lange Tradition kann auch die Hubertushöhe auf dem Ziegetsberg verweisen. Inmitten der Ganghofer-Siedlung gelegen, ist der schattige Biergarten mit seinen großen Kastanien ein beliebter Treffpunkt. Auch er öffnet am Wochenende seine Pforten. Dann gibt es wieder all die Biergarten-Klassiker vom Obatzdn über den Wurstsalat bis zu den „Sechs auf Kraut“ – und daneben die normale Karte sowie saisonale Spezialitäten. Wer Brotzeiten mitbringt, erhält keinen Platzverweis, „üblich ist es bei uns aber nicht“, sagte Wirt Michael Scharff im Interview. Wie in allen Kneitinger-Lokalen kostet die Halbe Bier 3,70 Euro und die Maß 7,40 Euro. Geöffnet ist von 10 bis 23 Uhr, freitags und samstags sogar bis 24 Uhr.

Der Größte: Viele Neuerungen im Schlossgarten

Der Prüfeninger Schlossgarten. Foto: MZ-Archiv
Der Prüfeninger Schlossgarten. Foto: MZ-Archiv

Alles neu macht der Mai! Im Prüfeninger Schlossgarten stimmt diese Redensart tatsächlich. Denn nachdem ab sofort Pächter Daniel Bettermann am Ruder ist, wird es am 1. Mai mit der Eröffnung des mit 1500 Plätzen größten Regensburger Biergartens und des einzigen mit Selbstbedienungstheke einige Neuerungen geben. So soll es nach seinen Worten neben Haxen, Hendln & Co. auch fleischlose Schmankerl geben – Couscous-Salat im Weckgläschen etwa. Klassische Brotzeiten dürfen im Schlossgarten nach wie vor mitgebracht werden – noch und probeweise. Wenn von Gästen weiterhin Pizza, Döner und Hamburger angeschleppt oder gar ganze Buffets aufgebaut werden, will Bettermann, der auch Pächter des „Alten Schlachthofs“ ist, 2019 mit dieser Tradition brechen. Die Halbe verkauft er für 3,70 Euro, die Maß für 7,40 Euro. Geöffnet ist von Montag bis Freitag von 16 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag von 11.30 bis 23 Uhr.

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Ein Muss: Die „Oma“ startet am 28. April mit Blechfeez


Wer noch nie in der „Oma“ war, ist kein Regensburger. Punkt! Die Rede ist natürlich vom Oma Plüsch oder, wie es seit dem letzten Umzug heißt, von der Oma in da Antn. Der kleinere (270 Plätze), aber gemütliche Biergarten mit Donaublick in der Badstraße startet am 28. April mit Live-Musik von Blechfeez und Gerichten vom Grill in die Saison. Gemäß der alten Biergartentradition „dürfen Brotzeiten sehr gerne mitgebracht werden“. Wer ohne auftaucht, findet diverse Spezialitäten auf der Brotzeit-Karte, die es in den Wintermonaten nicht gibt. Die Halbe kostet in der „Oma“ 3,20 Euro, die Maß folglich 6,40 Euro. Geöffnet ist der Biergarten bei schönem Wetter täglich von 11.30 bis 23 Uhr, freitags und samstags bis 24 Uhr.

Der Kleinste: Neues Mobiliar in der Kreuzschänke

Noch ein bisschen kleiner ist der Biergarten der Kreuzschänke in der Kreuzgasse, der seit 3. April geöffnet ist. Auf 130 Plätze bringt es der Außenbereich, in der „guten Stube“ kommen 70 Gäste unter. Wirt Walter Buric hat in diesem Jahr eine Überraschung parat: Der Biergarten ist nicht nur neu bestuhlt, das hochwertige Mobiliar ist sogar Schreiner-made. In das für seine Schnitzel bekannte Lokal darf man keine eigenen Speisen mitbringen, „dafür sind wir zu klein“, sagt Buric. Auf seiner Karte findet man Traditionelles ebenso wie Veganes. Die Halbe gibt es für 3,80 Euro, die Maß für 6,90 Euro. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag von 17 bis 23 Uhr, Sonntag und Montag ist geschlossen.

Für Fussball-Fans: Public Viewing im Spitalkeller

Im Spitalkeller ist Public Viewing angesagt. Foto: MZ-Archiv
Im Spitalkeller ist Public Viewing angesagt. Foto: MZ-Archiv

Am Fuße des Dreifaltigkeitsberges reihte sich früher ein Bierkeller an den anderen, einer davon ist übriggeblieben: der Spitalkeller. Der dortige Biergarten– mit vergrößertem Kinderspielplatz – ging zu Ostern in die Saison. Aus gutem Grund hat Wirt Stefan Dannert heuer mehr Plätze geschaffen: Zur Fußball-WM will er seinen bis zu 1000 Gästen auf drei Großleinwänden Public Viewing anbieten. Brotzeiten kann man – nicht nur dann – gerne mitbringen, wie er uns sagte. Seine Küche hält aber auch ein paar Spezialangebote parat: Sonntags gibt’s den Sonntagsbraten, montags ist Schnitzeltag und am Freitag hat man Fisch auf der Karte. Zudem wird im Sommer an heißen Tagen gegrillt. Das Bier verkauft Dannert für 3,40 Euro (die Halbe) bzw. 6,80 Euro (die Maß). Geöffnet ist der Garten von Montag bis Donnerstag von 16 bis 23 Uhr und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 23 Uhr.

Für Gross und Klein: Der Kneitinger Keller am Galgenberg

Was gibt’s Schöneres als bei einer kühlen Maß im Schatten alter Bäume die Zeit verrinnen zu lassen? Im Traditions-Biergarten Kneitinger Keller am Galgenberg kann man genau dies tun – schon seit einer Woche. Er lässt aber nicht nur die Herzen der Großen höher schlagen, auch die Kleinen sind begeistert – ob des abgeschlossenen Kinderspielplatzes. Der hat auch für die Eltern gewisse Vorteile, können sie sich doch ungestört ihrem Bier und ihrer Brotzeit widmen. Apropos: Mitgebrachte Speisen sieht Wirt Frank Gebhard nicht so gerne, was er so aber nicht sagt. Er formuliert es anders: „Wir haben eine leistungsfähige Küche.“ Deren Angebot ist im Sommer „brotzeitlastig“, es gibt aber natürlich auch Gegrilltes und viele Salate. Weil ein Kneitinger-Lokal – man ahnt es –, bezahlt man für die Halbe 3,70 Euro und für die Maß 7,40 Euro. Geöffnet ist der Garten täglich von 9 bis 23 Uhr, in der Gaststätte selbst geht es eine Stunde länger rund.

Welcher Regensburger Biergarten ist der größte? Und welche Zutaten gehören eigentlich in einen echten Obatzta? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Biergarten-Quiz!

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