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Das hat in Schwandorf trotz Corona offen

In der Innenstadt sind wegen Corona viele Läden und Lokale geschlossen. Leer bleiben die Straßen aber trotzdem nicht.
Von Marina Wudy

Das Reformhaus Zwick darf weiter öffnen, weil es sowohl Lebensmittel als auch Sanitätsbedarf vertreibt. Foto: Marina Wudy
Das Reformhaus Zwick darf weiter öffnen, weil es sowohl Lebensmittel als auch Sanitätsbedarf vertreibt. Foto: Marina Wudy

Schwandorf.Autos fahren dicht an dicht durch die Friedrich-Ebert-Straße, Menschen sitzen auf dem Marktplatz in der Sonne oder erledigen Besorgungen – am Donnerstagvormittag ist von einer drohenden Lahmlegung des kompletten öffentlichen Lebens in Schwandorf noch nicht viel zu spüren. Zwar sind deutlich weniger Menschen unterwegs als sonst, aber ausgestorben ist die Innenstadt nicht wirklich. Doch welche Geschäfte bleiben geöffnet, und welche haben geschlossen? Die Mittelbayerische gibt einen Überblick über die Lage in der Innenstadt. (Anm. d. Red.: Dieser Text ist am 19. März erschienen, also noch vor der Ausgangsbeschränkung. Hier geht es zu den aktuellsten Infos.)

Blumenläden dürfen geöffnet bleiben

Offen bleiben darf etwa das Reform- und Sanitätshaus von Elke Greifelt. Bereits an der Tür hat sie jedoch auf einem Stehtisch vorsorglich eine Flasche Desinfektionsmittel platziert. Außerdem bittet Greifelt kranke Kunden darum, zuhause zu bleiben. „Wir machen dafür auch Hauslieferungen“, sagt sie. Wer krank sei oder sich wegen des Risikos nicht einkaufen traue, solle einfach anrufen und eine entsprechende Bestellung aufgeben. Diese könne dann vor die Tür gelegt werden.

Diese Regeln gelten

  • Für den Einzelhandel:

    Generell bleiben bis zum 30. März alle Geschäfte geschlossen. Ausnahmen gelten für den Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Banken, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Optiker, Hörgeräteakustiker, die Post, Tierbedarf, Bau- und Gartenmärkte, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Reinigungen und den Online-Handel.

  • Für die Gastronomie:

    Restaurants und Cafés dürfen bis zum 30. März nur von sechs bis 15 Uhr geöffnet haben. Es muss sichergestellt sein, dass der Abstand zwischen den Gästen mindestens 1,5 Meter beträgt und dass sich in den Räumen nicht mehr als 30 Personen aufhalten. Die Lieferung und Abgabe zur Mitnahme von Speisen ist jedoch jederzeit zulässig.

Geöffnet bleiben dürfen auch Gärtnereien und Blumenläden, etwa Blumen Heinz in der Schwaigerstraße. Inhaberin Anja Heinz erklärt sich das damit, dass Blumenläden „ja auch etwas für die Seele“ verkaufen. „Man merkt richtig, dass die Leute ein Bedürfnis danach haben, bei uns etwas zu kaufen, das Wetter ist ja schön, und sie wollen die Zeit jetzt nutzen, um ihren Garten herzurichten und sich zu beschäftigen“, sagt Heinz.

Trotzdem bespreche sie die Lage täglich mit ihren Mitarbeiterinnen, so die Geschäftsinhaberin. „Wir sind zwar dankbar, dass wir noch offen haben dürfen, entscheiden aber auch Tag für Tag neu, ob das so bleibt“, sagt sie. Momentan denke das Unternehmen über verkürzte Öffnungszeiten nach und den Mitarbeiterinnen sei frei gestellt, ob sie weiterhin zur Arbeit kommen. Den empfohlenen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern versuchen Heinz und ihr Team einzuhalten, aber immer sei das nicht möglich.

Auch Friseursalons müssen nicht schließen

Friseurin Shaghaghi Rokhsareh schließt ab nächste Woche freiwillig. Theoretisch könnte sie ihren Salon aber weiterhin öffnen. Foto: Marina Wudy
Friseurin Shaghaghi Rokhsareh schließt ab nächste Woche freiwillig. Theoretisch könnte sie ihren Salon aber weiterhin öffnen. Foto: Marina Wudy

Ebenfalls weiterhin geöffnet haben Friseure. Für Rokhsareh Shaghaghi, Inhaberin von Salon Roxy in der Friedrich-Ebert-Straße, ist das jedoch unverständlich. „Ich war schockiert über diese Entscheidung“, sagt sie der Mittelbayerischen. „Friseure kommen den Kunden doch mit am nahsten.“ Viele Kunden hätten aber ohnehin von sich aus ihre Termine abgesagt. Ab nächster Woche will Shaghaghi ihren Salon deshalb freiwillig bis auf Weiteres schließen.

Für Lebensmittelgeschäfte hingegen gibt es keine Einschränkungen, sie bleiben weiter regulär geöffnet. Das gilt auch für kleine Betriebe wie die Bäckerei Glaab – mit einer Einschränkung jedoch: Weil sie auch ein Café betreiben, mussten die Glaabs Tische rücken, damit sie die vorgeschriebenen eineinhalb Meter Sicherheitsabstand einhalten können. Tatsächlich würden sich aber eh kaum mehr Kunden in das Café setzen, so Juniorchefin Daniela Glaab. Auch im Verkauf bekomme man den Rückgang der Kundschaft deutlich zu spüren.

Die Bäckerei Glaab bittet ihre Kunden, aufeinander größtmögliche Rücksicht zu nehmen. Foto: Marina Wudy
Die Bäckerei Glaab bittet ihre Kunden, aufeinander größtmögliche Rücksicht zu nehmen. Foto: Marina Wudy

Glaab appelliert deshalb an die Schwandorfer, in dieser unsicheren Zeit vermehrt auf lokale Betriebe und Produkte zu setzen, um diese so am Leben zu halten. Wie viele andere Betriebe werden die Glaabs nun Kurzarbeitergeld für ihre Angestellten beantragen. „Man hat schon Existenzängste. Keiner weiß, was kommt“, sagt Daniela Glaab.

Viele Schwandorfer Gastronomen sperren freiwillig zu

In der Gastronomie haben sich viele Lokale bereits entschieden, freiwillig zuzusperren. Derzeit dürften sie eigentlich noch von sechs bis 15 Uhr geöffnet bleiben, sofern Abstandsregelungen eingehalten werden und sich nicht mehr als 30 Leute in einem Raum befinden. Doch die meisten Gastronomen halten das für nicht umsetzbar und können angesichts der unsicheren Lage kaum mehr planen. Am Mittwoch hatten sich deshalb alle Cafés am Marktplatz gemeinsam entschieden, künftig nur noch Speisen zum Mitnehmen anzubieten und den Cafébetrieb einzustellen.

Kirche

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Lediglich das Schmidtbräu ist momentan mittags noch geöffnet – doch auch nicht mehr lange, wie Inhaber Boris Stojic verrät: „Das ist alles komplett unrentabel gerade. Heute Mittag hatte ich nur einen Gast, und mein Personal ist schon in Kurzarbeit“, sagt er der Mittelbayerischen. Ab nächster Woche wird Stojic sein Lokal deshalb auch bis auf Weiteres schließen.

Ähnliches berichtet Sabrina Übler, Inhaberin der Kostbar. Sie hat ihr Restaurant bereits am Dienstag geschlossen. „In der aktuellen Situation rentiert sich das für uns überhaupt nicht“, sagt sie. „Wir können gar nicht planen und abschätzen, was wir kaufen sollen.“ Außerdem wolle auch sie ihren Teil dazu beitragen, die Corona-Krise schnellstmöglich zu überwinden. Und da helfe vor allem eines: Menschenansammlungen vermeiden.

So kündigte die Kostbar auf Facebook ihre Schließung an:

Das Backhaus im Bahnhof ist offen

Wie Johann Lehrnbecher, Eigentümer des DB Service Stores, im Gespräch mit der Mittelbayerischen mitteilt, hat sein Backhaus im Schwandorfer Bahnhof von 5.30 Uhr bis mindestens 22.15 Uhr geöffnet, sieben Tage die Woche. Dort gebe es neben Backwaren, belegten Brötchen und Getränken auch Tabakwaren. Schon jetzt verzeichnet er einen Umsatzrückgang von 50 Prozent, weil viele Pendler ausblieben. Als Grund nennt Lehrnbecher das Home Office. Deshalb hat er für seine Mitarbeiter bereits Kurzarbeit beantragt. Nichtsdestotrotz ist sein Geschäft im Moment noch geöffnet: „Wir arbeiten mit der Mindestbesetzung“. (aa)

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