Bayrisch-China
Feiern im Zeichen des Tigers

Der Dietfurter Chinesenfasching fällt wieder aus. Mit dem Fest zum chinesischen Neujahr gab es dennoch einen Glanzpunkt.

07.02.2022 | Stand 15.09.2023, 21:17 Uhr |
Johann Grad
Ihre kaiserlichen Hoheiten "DaKaRe" und "DiMucki" überreichten Gastgeber Kam Wing Yuen ein Geschenk im Beisein von Bürgermeister Bernd Mayr. −Foto: Katrin Hradetzky/Katrin Hradetzky

Nach einem Jahr Pause hat heuer wieder das chinesische Neujahrsbankett im 7-Täler-China Restaurant stattfinden können. Viele Gäste aus Dietfurt und der Umgebung waren gekommen. Ein Blick auf die schmucke Speisekarte zeigte, dass Wirt Kam Wing Yuen und sein Team sich viele Gedanken gemacht hatten und sehr kreativ bei der Zusammenstellung des Bankett-Menüs waren.

Zu Beginn des mit der Stadt Dietfurt veranstalteten Festes ließ Bürgermeister Bernd Mayer ein „Xin nian hao“ erklingen und begrüßte dann die Gäste: „Am 1. Februar 2022 startet in China ein neues Mondjahr oder auch das Chinesische Neujahr. Diesmal findet es im chinesischen Sternzeichen Tiger im Element Wasser statt“.

Das dritte Zeichen im chinesischen Tierkreis stehe für Mut, Entschlossenheit und Durchsetzungskraft. Was man im Tigerjahr anpacke, würde somit gelingen. Der Tiger fordere alle Menschen auf, in die Gänge zu kommen, wagemutig zu sein und Lust auf etwas Neues zu haben, unabhängig davon, zu welchem der zwölf chineschen Sternzeichen man gehöre.“ In China seien Familientreffen beim Neujahrsfest eine sehr alte und tiefgreifende Tradition. „Und genau in unserer multikulturellen und auch hektischen Zeit ist es wichtig, diese Traditionen aufrechtzuerhalten und zu leben“, sagte Bernd Mayr. Es sei schön, gemeinsam mit den chinesischen Freunden in Bayrisch-China dieses Fest zu feiern.

Kaiserpaar war unter den Gästen

So waren neben Yisong Gerig von der Union zur Förderung Chinesischer Unternehmen Bayern (CUB) auch die Herren Jianjun Qiu und Caiyuan Tan als Vertreter des Chinesischen Vereins Bayern gekommen. Auch Bernd Einmeier, Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft (DCG) für Wirtschaft, Bildung und Kultur und Andreas Hämmerle, der viele Jahre in China war, waren der Einladung gefolgt.

Vorspeisen:Abschluss:Kunst:
Spinatsalat, Meeresfrüchtesalat mit Hühnerfleisch, Glasnudeln und gebackene süße Teigtaschen wurden auf drehbaren Tischplatten aus Glas serviert. Kam Wing Yuen hatte sie aus China esorgt.Als letzten Gang durften sich die Gäste über Tang Yuan, eine süße Suppe mit Klebreisbällchen, freuen.Viele der Speisen waren mit filigranen Gemüseschnitzereien in Form von Blüten, Fischen oder Paradiesvögeln verziert.

Und über den Besuch des Dietfurter Kaiserpaares DiMucki und DaKaRe samt Kaisergefolge freute sich das Stadtoberhaupt besonders. Seine kaiserlichen Hoheiten überreichten dem Gastgeber Kam Wing Yuen ein kleines Geschenk. Eine Dolmetscherin war zugegen und übersetzte für die Gäste aus China. Neben dem zweiten Vorsitzenden des TSV Dietfurts Michael Weigl und dem neuen Touristikchef Thomas Himmler waren auch Vertreter der Stadt Berching gekommen, ebenso Stadträte aus Dietfurt sowie viele Gäste aus der Umgebung und aus Bayrisch-China selbst.

Bernd Einmeier forderte in seinem Grußwort, den Abend zu nutzen, um die Freundschaft mit den chinesischen Gästen zu vertiefen, um Brücken zu bauen und um Kulturen kennenzulernen, um sich gegenseitig zu verstehen. Dies stehe beim Neujahrsfest im Vordergrund. Begegnungen unter den Menschen zu schaffen, sei eines der Ziele der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft. Dann betonte er: „Wer kann dies besser als Dietfurt? Das ist einzigartig Jahr für Jahr.“

Wirt Kam Wing Yuen, der das Fest parallel zum Auftakt der Olympischen Spiele in Peking gelegt hatte, um den feierlichen Charakter noch mehr zu unterstreichen, wünschte allen einen guten Appetit zum 18-gängigen Gaumenschmaus.

Das waren die Speisen

Dieser konnte sich sehen lassen. Zu Beginn des Banketts stieß man mit einem Litschi-Sekt auf das Jahr des Tigers an. Als Vorspeisen gab es auf einer Platte verschiedene Häppchen wie Lo Bak Gou, Chun Juan und Jiao zi. Zwischengang wurde eine kantonesische Suppe mit geschmorten Schweinerippen, Lotuswurzeln und Erdnüssen gereicht. Als warme Hauptspeisen tischten die Gastgeber gedämpfte Garnelen mit Knoblauch und Glasnudeln, geschmorte Entenbrust und Entenkeule mit Maronen Gemüse, marinierter Schweinebauch mit Taro, gebackenes Fischfilet süß-sauer, gegrillte Hähnchenkeulen, chinesisches Pak Choi Gemüse mit Fischbällchen und im Lotusblatt gedämpfter Reis mit verschiedenen Fleischsorten, auf. Nach dem Gaumenschmaus blieb noch Zeit für die Gäste, sich auszutauschen, bevor man gut gesättigt nach Hause ging.