Freizeit
Wasser kann tückisch sein

Es ist Sommer, viele Menschen zieht es an den Weiher. Aber Vorsicht: Wasser birgt Gefahren. Die DLRG Neustadt gibt Tipps.

05.07.2018 | Stand 16.09.2023, 6:08 Uhr |
Sommervergnügen am Strand des Neustädter Stadtweihers −Foto: Sebastian Pieknik

„Gerade an den warmen Tagen häufen sich die Unfälle“, sagt Markus Weigl, Vorsitzender des DLRG-Ortsverbandes Neustadt mit, die an den Wochenenden am Stadtweiher zwischen Mauern und Schwaig Wache schiebt. „Am Tag sind es eher normale Erste-Hilfe-Maßnahmen, die uns beschäftigen.“ Dazu zählen Schnittwunden, Insektenstiche, Sonnenbrände und Probleme mit dem Kreislauf. „Außerdem gibt es immer wieder Suchaktionen nach vermissten Kindern.“ Das sei für alle Beteiligten, vor allem natürlich für die Eltern der Kinder, eine schwierige Situation.

Die DLRG schickt dann regelmäßig zwei Streifen mit zwei Mitgliedern auf die Suche, eine fünfte Person sucht per Fernglas von der Wachstation (Foto). „Rettungsschwimmerische Fähigkeiten sind vor allem am Abend gefragt. Da sind bei Suchaktionen ganz schnell 50 Personen im Einsatz.“ Oft sind Erschöpfung, Leichtsinn und Alkohol die Ursache. Übrigens: Während es am Stadtweiher in Neustadts abends eher ruhig ist, treffen sich die Feierwütigen gern an der Donau.

Bojen beachten

Wer an einem Badesee sicher baden will, sollte einige Regeln beachten. Mit den Tücken des Gewässers kennen sich Einheimische aus, die man fragen kann. Generell ist es ratsam, dort zu schwimmen und zu baden, wo sich andere Personen aufzuhalten. Sollte es zu einem Notfall kommen, kann man sich gegenseitig helfen. An einsamen Stellen bemerkt jedoch niemand die Notsituation. Am Stadtweiher hat die DLRG vor einigen Jahren eine Markierungsreihe mit Bojen angebracht, um am Badesee den Gästen aufzuzeigen, wo ein Erwachsener noch stehen kann.

Kürzlich wurden die Bojen vom DLRG-Einsatztaucher Mathias Huber (Foto) die Bojen erneuert, da diese z.T. im Winter beschädigt werden. Für Mathias Huber war das eine angenehme Aufgabe, da Taucher normalerweise nur bei tragischen Ereignissen, wie dem Suchen und Bergen von Personen und Objekten, zum Einsatz kommen. Dieses Mal handelte es sich um eine präventive Maßnahme.

Flagge gehisst?

An vielen Seen und Schwimmbädern leisten geprüfte Rettungsschwimmer Wachdienst, um die Badegäste zu schützen. Aber der Wachdienst ist keine „Rundum-sorglos-Versicherung“. So leistet der DLRG-Ortsverband Neustadt in der Badesaison nur samstags und sonntags Wachdienst am Stadtweiher zwischen Mauern und Schwaig. Ob die Rettungsschwimmer im Einsatz sind, zeigt eine rot-gelbe Flagge an, die am Flaggenmast am Strand gehisst wird. Diese bedeutet „Bewachter Strand“. Deshalb gilt: Erst informieren, ob Rettungsschwimmer im Einsatz sind oder nicht. Die Rettungsschwimmer stehen auch für allgemeine Erste Hilfe wie zum Beispiel Schnittwunden und Insektenstiche, aber auch bei Kreislaufproblemen zur Verfügung. Der Wachdienst, den die Neustädter DLRG (Foto) leistet, ist übrigens ein freiwilliger Dienst. Der Ortsverband und seine Mitglieder bekommen kein Geld dafür, betont Ortsvorsitzender Markus Weigl.

Kinder in „Griffweite“

Um den Badegästen ihr Vergnügen am und im Wasser zu sichern, empfiehlt die DLRG folgende Maßnahmen für Eltern und Betreuer von Kindern: Eltern dürfen kleine Kinder am und im Wassernie aus den Augen lassenund sollen immer in „Griffweite“ der Kinder bleiben. Erst wenn das Kind das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze – früher auch Freischwimmer genannt – erworben hat, kann es sicher schwimmen. Das bedeutet aber nicht, dass damit schon alles in puncto Sicherheit erledigt ist. Eltern und Betreuer sollten auch daran denken, dass Freunde der Kinder gar nicht oder nicht sicher schwimmen können. Der Grund:Immer weniger Kinder und auch Erwachsene in Deutschland können schwimmen. Schwimmkurse (Foto) bieten u.a. DLRG, Wasserwacht und Schwimmschulen an. Meist weiß das Personal in den Schwimmbädern, wer welche Kurse anbietet.

Nie allein schwimmen

Achtung beim Baden in der Natur: Nur an bewachten Badestellen schwimmen gehen. Warnhinweise wie „Steilufer“ beachten. Nur gemeinsam mit anderen oder unter Aufsicht schwimmen. Die eigene Leistungsfähigkeit kritisch einschätzen; nicht leichtsinnig werden. Auch nach mehreren warmen Tagen erwärmt sich zunächst nur die Wasseroberfläche. Tiefe Gewässer wie Baggerseen sind immer noch kalt. Das kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen und lebensgefährlich werden. Nie in unbekannte Gewässer springen. Nur an ausgewiesenen Sprungbereichen springen. Kopfsprünge in Ufernähe oder im flachen Wasser können lebensgefährlich sein oder schwerste, dauerhafte Schäden wie Querschnittslähmung nach sich ziehen.

Nicht die eigenen Kräfte überschätzen

Was ist noch zu beachten?Sobald ein Gewitter aufzieht: raus aus dem Wasser! Vor dem Baden sollte kein Alkohol getrunken werden, denn er kann bewirken, dass man seine Kräfte überschätzt. Nicht erkennbare Strömungen und Unterströmungen sowie starke Winde können sogar gute Schwimmer in Lebensgefahr bringen. Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere sind gefährliches Spielzeug und können leicht abgetrieben werden. Und: An jedem Gewässer gibt es andere Risiken und deshalbandere Bedingungen. Über die und die Rettungsposten (Foto) kann und sollte man sich informieren.

Hier finden Sie eine Übersicht zu Freibädern und Badeseen in der Region:

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