Faschingszug
Blaibacher Narren trotzten dem Dauerregen: Unzählige Zuschauer säumten die Straßen

11.02.2024 | Stand 11.02.2024, 20:02 Uhr |
Alexander Ziereis

Die TSV-Ghostbusters waren auch an diesem Tag ganz sportlich unterwegs. Fotos: Alexander Ziereis

Dass der Blaibacher Faschingszug einer der größten im Landkreis ist, hat sich auch am Sonntag wieder gezeigt: trotz regnerischen Wetters säumten unzählige Zuschauer die Straßen im Ort.

Um 13.30 Uhr begann das närrische Treiben offiziell mit dem traditionellen Standkonzert der Blaskapelle Weißenregen am Dorfplatz, zeitgleich stellten sich schon die vielen Faschingswägen und Fußgruppen vorm Haus des Gastes auf. Einige Besucher nutzen diese Gelegenheit, um sich die vielen Kostüme und Wägen dort in Ruhe anzusehen, bevor sich der Zug, angeführt von Bürgermeisterin Monika Bergmann, vom Haus des Gastes aus in Bewegung setzte.

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Neben vielen teils sehr großen und aufwendig konstruierten und verzierten Faschingswägen nahmen auch wieder unzählige Vereinsmitglieder und weitere Kostümierte am Umzug durch den Ort teil. Das schlechte Wetter konnte dabei weder Zuschauern noch Teilnehmern die Laune verderben, lediglich ein paar Schriftzüge an den Wägen und manche Kostüme litten.

Frauenbund als Badenixen

In bekannter Manier wurden Themen aus der ganzen Welt, aber auch aus der Gemeinde angesprochen. Die Krieger- und Soldatenkameradschaft widmete sich mit ihrer Öko-Wärmestube für arme Hausbesetzer dem Heizungsgesetz, während der Frauenbund als Badenixen verkleidet durch den Ort marschierte, auf der Suche nach einem Freibad. Dem Thema Freibad hatte sich auch die Skisparte des TSV angenommen, sie haben für das seit Jahren geschlossene Blaibacher Bad die Lösung: Ein mobiles Freibad. Prächtig war der Wagen der Schützengesellschaft Blaibach, von dem das diesjährige Prinzenpaar Magdalena I. (Magdalena Graßl) und Florian II (Florian In den Birken) den vielen Zuschauern vom hohen Turm aus zuwinkten. Die vielen kleinen Funkenmariechen unterstützten sie dabei, den Gästen Süßigkeiten zuzuwerfen. Die jüngere Generation der Schützen hatte sich das Thema „Bierpreisbremse“ zur Aufgabe gemacht, ein echter Hingucker war ihr Faschingswagen in Form eines überdimensionalen Bierkastens. Der TSV ließ eine alte Filmreihe wieder aufleben, sie waren als Ghostbusters unterwegs, während die DLRG ein altes und doch aktuelles Thema aufgriff und den Pumuckl nach Blaibach brachte, und zwar mit dem Wunsch, „Die Ampel geht in Pension, der Pumuckl sitzt jetzt auf dem Thron“. Traditionell hatte auch die Feuerwehr Blaibach wieder die Politik im Visier und verglich die Bundespolitik mit alten Märchen.

So verteilte beispielsweise Frau Baerbock Geld in der Welt, nicht Frau Holle den Schnee. Viele Märchenfiguren waren vertreten und verließen auch immer wieder mal das „Schloss“ über die Zugbrücke am Heck des Wagens. Die Pullinger Fischerstüberl-Stammtische waren heuer als „Wischmöpse“ unterwegs und zurück in die Zeit der 70er gereist war die Feuerwehr Bärndorf, die als Hippies durch den Ort zogen.

Anleihen aus Mexiko

Gemeinsam unterwegs waren die Mitglieder der Laienspieler und des Tennisclubs, die mit dem Motto „Dia de Muertos“ prunkvolle Gewänder zum mexikanischen Tag der Toten nach Blaibach holten. Die große Hühnerschar der Trachtler befasste sich mit dem aktuellen Tierwohl-Cent. Einfallsreich war die Wimbacher Dorfgemeinschaft, die sich als „Wimbachs wilder Wald“ präsentierten, und auch eine Achterbahn fuhr durchs Dorf.

Der Faschingszug endete am Haus des Gastes, wo zahlreiche Besucher, und vor allem die Kinder, zum Kinderfasching der Feuerwehr Blaibach einkehrten. Kaffee und Kuchen sowie Getränke und Pommes waren heiß begehrt. Carolin Völkl und Bianca Heigl boten den Kindern heuer ein kleines Programm und animierten die Kinder zum Mitmachen.

Wie alle Jahre, fanden zeitgleich weitere Feierlichkeiten in den Gasthäusern statt, die Schützen hatten zur Faschingsgaudi in die Schützenhalle geladen.

khu