Hochschule der Polizei
Nach fünf Jahren Bauzeit: Klosterburg Kastl feierlich eingeweiht

29.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:17 Uhr

Feierlich durchschnitten die Ehrengäste das Band: Unter ihnen die MInister Albert Fürecker (Mitte), Innenminister Joachim Herrmann (3.v.re.), Bürgermeister Stefan Braun (3.v.li.) sowie Ingbert Hoffmann, der Präsident der Hochschulen für den öffentlichen Dienst in Bayern (re.). Fotos: Jürgen Schlegel

Nach fünf Jahren Bauzeit wurde die Klosterburg in Kastl (Landkreis Amberg-Sulzbach) feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Sie ist nun einer von drei Standorten der Hochschule für die Bayerische Polizei. Die rund 1000 Jahre alte Anlage hatte zuletzt von 1958 bis zu seiner Insolvenz 2006 das Europäisch-Ungarische Gymnasium beherbergt. Seitdem war sie leer gestanden.



Im Rahmen eines Festaktes am Sonntag dankte Ingbert Hoffmann, der Präsident der Hochschulen für den öffentlichen Dienst in Bayern, für die gewährte Unterstützung.

120 Studenten der Polizei in Kastl



„Die Klosterburg ist seit März 2023 unsere Heimat“, sagte Hoffmann, der damit auch die 120 Studierenden und 20 Mitarbeiter – alle aus der Region – einbezog. Es habe viel Geld gekostet, das in die Jahre gekommene Schmuckstück wieder herauszuputzen. Doch es habe sich gelohnt, weil es eine Investition in die Zukunft sei. Ziel sei eine praxisorientierte und praxisnahe Ausbildung.

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betonte, Träume und Visionen könnten Wirklichkeit werden. Als Oberpfälzer könne man stolz darauf sein, dass diese geschichtsträchtigen Mauern eine Zukunft hätten. Erste Gespräche, die Klosterburg als drittes Standbein für die Hochschule zu nutzen, seien 2015 geführt worden, im September 2017 sei der Zuschlag gekommen.

„Der dritte Standort für den Fachbereich Polizei ist ein Musterbeispiel gelungener Behördenverlagerung!“ Finanzminister Albert Füracker



Füracker führte weiter aus, man könne im ländlichen Raum beweisen, dass alles möglich sei. Zudem seien die Studierenden eine Bereicherung für Kastl und das Umland. Das Denkmal sei nicht nur ordentlich saniert, sondern auch energetisch unter anderem durch eine Hackschnitzelheizung optimiert worden. Die Kosten von 60 Millionen Euro seien gut angelegt – zumal auch der Leerstand den Freistaat jährlich Geld gekostet habe.

Innenminister Joachim Herrmann bezeichnete es als eine „großartige und kluge Entscheidung“ und eine „großartige Idee“, Kastl als dritten Standort der Hochschule ausgewählt zu haben. Hier erfolge praktizierter Denkmalschutz, es handele sich um eine sinnvolle und gute Nutzung.

„Die Klosterburg ist damit für uns ein wichtiges Standbein, die Bayerische Polizei mit genügend Nachwuchs auch in den kommenden Jahren weiter zu verstärken.“ Innenminister Joachim Herrmann



In Kastl fände Ausbildung auf höchstem Niveau statt, so der Innenminister, der betonte, er würde dafür sorgen, dass die Menschen in Bayern möglichst sicher leben könnten. Dafür bräuchte es eine gute Polizei.

Kastls Bürgermeister Stefan Braun erklärte, für Kastl sei dies ein historischer Tag. „Ich bin stolz, tief beeindruckt und dankbar.“ 1961 sei die Gendarmeriestation im Mädcheninternat-Trakt aufgelöst worden und nun komme die Polizei wieder ins Kloster zurück.

Roman Beer vom Staatlichen Bauamt überreicht Heiligenfigur



Das Leiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach, Roman Beer, überreichte eine von Michael Pickl geschnitzte Figur des Heiligen Sebastian. Die Gemeinde Kastl übergab ein eingefasstes großes Holzkreuz mit Figuren einer ungarischen Volkstanzgruppe.

Die Segnung der Gebäude erfolgte durch die Polizeiseelsorgerin Regina Postner. Sie betonte, bei der Segnung gehe es in erster Linie um die Menschen, die hier wirken. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung betonte Albert Füracker: „Heute ist ein Festtag für Kastl“. Zahlreiche Besucher nahmen die Gelegenheit war, die Räumlichkeiten zu inspizieren und nutzen das umfangreiche Rahmenprogramm mit Fachvorträgen und Vorführungen.

Der Festakt wurde musikalisch vom Polizeiorchester Bayern begleitet . Wie Bürgermeister Braun auf Nachfrage erklärte, ist geplant, dass die Schweppermannspiele wieder auf der Klosterburg stattfinden.