Bergunfall in Österreich
Zwei 19-Jährige aus dem Kreis Eichstätt in den Alpen von Lawine erfasst: Einer tot, einer verletzt

10.04.2024 | Stand 11.04.2024, 11:52 Uhr |

Ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Eichstätt wurde nach Angaben der Polizei 330 Höhenmeter von einer Lawine mitgerissen und etwa einen Meter tief verschüttet. Er wurde etwa eine Stunde nach dem Vorfall aus der Eisklumpen-Lawine ausgegraben. Der Mann erlitt bei dem Lawinenunfall tödliche Verletzungen. − Foto: Zoom.Tirol

Zwei 19-Jährige aus dem Landkreis Eichstätt sind in den Alpen in Österreich Hunderte Meter von einer Lawine mitgerissen worden. Einer von ihnen konnte nur noch tot geborgen werden, der andere kam verletzt ins Krankenhaus.



Wie die Polizei in Tirol am Mittwochmorgen mitteilte, waren die beiden Teil einer siebenköpfigen Wandergruppe , die allesamt aus dem Landkreis Eichstätt kamen. Sie waren am Dienstag im Gemeindegebiet von Pertisau ins Weißenbachtal und stiegen in Richtung Bärenkopf auf. Den Abstieg plante die Gruppe über die nordwestlich vom Bärenkopf gelegene Bärenbadalm.

Wegen der derzeitigen Schneelage beschloss die Gruppe auf etwa 1800 Höhenmetern, den Gipfelanstieg auszulassen und direkt mit dem Abstieg in Richtung Bärenbadalm zu beginnen. Als sie gegen 15 Uhr auf einer Höhe von 1850 Metern Steigspuren im Schnee folgten, die in etwa auf Höhe des dortigen Steiges Richtung Bärenbadalm verliefen, löste sich im Hang etwa 30 Meter über ihnen eine Gleitschneelawine.

Zwei Wanderer von Lawine erfasst – Fünf konnten zurücklaufen



Zwei vorausgehende 19-jährige Gruppenmitglieder wurden von der Lawine mitgerissen. Die anderen Gruppenmitglieder konnten laut Polizei einige Meter zurücklaufen und wurden von der Lawine nicht erfasst. Sie setzten sofort den Notruf ab und warteten am Steig auf Hilfe.

Eine Person wurde den Beamen zufolge nach rund 250 Höhenmetern von der Lawine freigegeben und blieb am Lawinenrand unverschüttet, jedoch unbestimmten Grades verletzt, liegen. Er wurde vom Notarzthubschrauber per Tau geborgen und ins Krankenhaus Schwaz zur weiteren Behandlung geflogen.

Der zweite 19-Jährige wurde nach Angaben der Polizei 330 Höhenmeter mitgerissen und von der Lawine etwa einen Meter tief zur Gänze verschüttet. Eine Sondierkette der Bergrettung fand ihn und grub ihn gegen 16.20 Uhr – also eine Stunde nach dem Vorfall – aus. Der Mann erlitt bei dem Lawinenunfall tödliche Verletzungen. Nach Informationen des EICHSTÄTTER KURIER stammt der junge Mann aus der Gemeinde Pollenfeld im Landkreis Eichstätt.

Im Einsatz standen drei Hubschrauber, die Bergrettungen Maurach, Achenkirch und Jenbach, zwei Bergrettungshunde und drei Alpinpolizisten. Zudem wurden Kräfte der Feuerwehren und das Kriseninterventionsteam hinzugezogen.

Erst kürzlich wurde Ehepaar aus Bayern in Österreich von Lawine erfasst



Ein Ehepaar aus Bayern ist erst kürzlich in Österreich von einem Schneebrett erfasst worden. Während der 46-jährige Mann aus dem Landkreis Augsburg an der Oberfläche bleiben konnte, wurde die 43-jährige Frau unter 70 Zentimetern Schnee verschüttet, wie die Polizei Vorarlberg mitteilte. Der Ehemann habe seine Frau dank ihres Lawinensignals, das sie bei sich trug, orten können. Die Frau wurde befreit, wiederbelebt und in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht.

Mehrere Deutsche sind bereits Anfang Januar in österreichischen Skigebieten von Lawinen erfasst worden. Für eine 28 Jahre alte Frau aus Bayern kam jede Hilfe zu spät. Auch ihr Freund – laut Polizei ein gebürtiger Regensburger – war zuvor von einer Lawine erfasst worden.