Bildung
Sparkurs - Über eine halbe Million Argentinier protestieren

24.04.2024 | Stand 25.04.2024, 7:47 Uhr |

Demonstration - Demonstrantinnen und Demonstranten fordern finanzielle Unterstützung für staatliche Hochschulen und Universitäten in Argentinien. - Foto: Cristina Sille/dpa

Argentinische Bildungs-Institute gelten unter anderen als die besten in Südamerika - die öffentlichen Unis sind bisher kostenlos. Allein in Buenos Aires gingen 500.000 Menschen auf die Straße.

Hunderttausende Menschen sind in Argentinien gegen die Kürzungen im Hochschulsektor auf die Straße gegangen. Allein in der Hauptstadt protestierten nach Angaben der Universität von Buenos Aires über 500.000 Demonstranten gegen den strikten Sparkurs der ultraliberalen Regierung von Präsident Javier Milei.

„Wir verteidigen die öffentliche, freie und kostenlose Universität, die eine der großen Errungenschaften unseres Volkes ist und die wir nicht aufgeben werden“, sagte Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel bei der zentralen Kundgebung vor dem Regierungssitz Casa Rosada. „Wir verteidigen unser Recht auf ein Leben in Würde.“

Das Bildungswesen in Argentinien gilt als eines der besten in ganz Lateinamerika. In den öffentlichen Universitäten ist das Studium kostenlos, auch viele junge Menschen aus anderen Ländern in der Region kommen zum Studium in das südamerikanische Land. Im Rahmen ihrer Sparpolitik hatte die argentinische Regierung das Budget der öffentlichen Universitäten zuletzt um 71 Prozent gekürzt. Sollten die Mittel nicht erhöht werden, könnte beispielsweise die Universität von Buenos Aires ab Jahresmitte die Gehälter der Mitarbeiter nicht mehr bezahlen, berichtete die Zeitung „La Nación“.

Argentinien steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Der ultraliberale Präsident Milei hat dem Land einen harten Sparkurs verordnet, Tausende Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen, Subventionen gekürzt und Sozialprogramme abgewickelt. Gestern verkündete er den ersten Haushaltsüberschuss in einem Quartal seit über 15 Jahren. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Regierung damit zahlreiche Menschen in die Armut stürzt und beispielsweise mit den Kürzungen im Bildungssektor die Zukunft des Landes aufs Spiel setzt.

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