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Einsatz

Scheune in Kastell Windsor in Flammen

Bei Kastell Windsor brannte am Montagvormittag offenbar eine Scheune. Rund 150 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz.
Von Thomas Mühlbauer

Die Löscharbeiten laufen. Foto: Alexander Auer
Die Löscharbeiten laufen. Foto: Alexander Auer

Rettenbach.Was zunächst nur als Rauchentwicklung in Brennberg am Montag gegen 10.45 Uhr gemeldet wurde, stellte sich schnell als größerer Einsatz heraus: Die herbeigeeilten Feuerwehrler stellten fest, dass es sich hier um den Brand einer freistehenden landwirtschaftlichen Scheune in Kastell Windsor handelt. So wurde um 10.51 Uhr die Einsatzmeldung „Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Kastell Windsor“ an zahlreiche Feuerwehren aus dem Kreis Cham und Kreis Regensburg herausgegeben. Mit Alarmstufe B 4 heulten im weiten Umkreis die Sirenen.

Die Scheune wurde ein Raub der Flammen. Fotos: Mühlbauer
Die Scheune wurde ein Raub der Flammen. Fotos: Mühlbauer

Nach und nach rückten die Retter an, am Ende dürften wohl an die 150 Feuerwehrkräfte im Einsatz gewesen sein. Im Einsatz waren die Feuerwehren Brennberg, Haag, Rettenbach, Aumbach, Ebersroith, Höchenberg, Arrach, Erpfenzell, Gfäll, Dietersweg, Falkenstein, Wörth a. Donau, Völling und Wiesent sowie die beiden Drehleitern aus Cham und Roding. Bereits von weitem war die Rauchsäule zunächst zu sehen, die ersteintreffenden Feuerwehren nahmen sofort den Erstangriff mit den Tanklöschfahrzeugen vor. Zudem wurde auch eine Wasserleitung aus einer nahen Zisterne und von den Hydranten aufgebaut. Vor Ort übernahm Josef Hamperl, Kommandant der Feuerwehr Rettenbach die Einsatzleitung. Unterstützt wurde er dabei von Kreisbrandrat Michael Stahl, Kreisbrandinspektor Florian Hierl sowie den Kreisbrandmeistern Christian Meier und Norbert Mezei.

Scheune komplett ausgebrannt

Viel Schaum im Einsatz

Die Feuerwehrführungskräfte koordinierten vor Ort den Einsatz. Fotos: Mühlbauer
Die Feuerwehrführungskräfte koordinierten vor Ort den Einsatz. Fotos: Mühlbauer

Nachdem sich die Wasserversorgung für die Löschung der freistehenden Scheune in einem etwas abgelegenen Gelände und der schmalen Zufahrtsstraße zunehmend problematisch erwies, entschied man sich von Seiten der Feuerwehrführungskräfte dazu, Schaum einzusetzen und mit diesem ebenfalls mit zu löschen. Der massive Wasser- und Schaumeinsatz zeigte nach einiger Zeit Wirkung und das Feuer konnte eingedämmt werden. Doch ein komplettes Ersticken der Flammen gelang zunächst nicht. Nachbargebäude waren zum Glück nicht direkt angebaut, so dass hier keine unmittelbare Gefahr bestand. Zudem stand das Gebäude in freier Fläche, was auch half, dass ein Löschangriff von mehreren Seiten möglich war.

Allerdings wurde das landwirtschaftliche Gebäude ein Raub der Flammen, trotz großem Einsatz der Wehren brannte das Gebäude vollends aus, auch der darin befindliche Inventar für die Herstellung des Honigs wurden durch das Feuer vollends zerstört. Wie die Rodinger Polizei vor Ort mitteilte, wird der vorläufige Sachschaden am Gebäude mit dem darin befindlichen Inventar auf circa 60.000 Euro geschätzt. Über die Brandursache lässt sich im Augenblick ebenfalls nur spekulieren, so die Polizei. Die genaue Brandursache wird sich wohl erst im Laufe der Ermittlungen klären lassen.

Kastell Windsor

  • Schaden

    Der vorläufige Sachschaden wird auf circa 60.000 Euro geschätzt, über die Ursache des Brandes lässt sich aktuell nur spekulieren, genaueres werden erst die Ermittlungen zeigen.

  • Einsatzkräfte

    Über 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren rückten mit aus, um den Brand abzulöschen, mit alarmiert waren auch die beiden Drehleitern aus Roding und Cham.

Die Löscharbeiten gestalteten sich als schwierig, so wurde viel Schaum eingesetzt. Fotos: Mühlbauer
Die Löscharbeiten gestalteten sich als schwierig, so wurde viel Schaum eingesetzt. Fotos: Mühlbauer

Kreisbrandrat Michael Stahl ließ gegenüber unserem Medienhaus wissen, dass die Schwierigkeit beim Einsatz darin bestand, dass das Gebäude als Ausbildungsstand für Bienen genutzt wurde. So waren zum einen zahlreiche Gerätschaften darin untergebracht, die nun vollends abgebrannt sind. Zum anderen war aber sehr viel Bienenwachs in der Scheune eingelagert, welches das Feuer immer wieder entfachte und anheizte, was die Löscharbeiten als sehr arbeitsintensiv und langwirig gestaltete. Den Löschangriff nahmen vorwiegend die Atemschutztrupps der Wehren vor. Auch bei den Nachlöscharbeiten waren die Atemschutztrupps stark gefordert, denn die Flammen loderten vorwiegend im Dachbereich immer wieder auf und waren über lange Zeit nicht zu bändigen. Überwacht und koordiniert wurde der Einsatz der Atemschutzträger dabei von Abschnittsleiter Kreisbrandmeister Norbert Mezei.

Feuerwehr-Großeinsatz in Kastell Windsor

Dach wurde abgedeckt

Zahlreiche Atemschutztrupps. Fotos: Mühlbauer
Zahlreiche Atemschutztrupps. Fotos: Mühlbauer

Schlussendlich entschied man sich dazu, mit der Motorsäge auf einer Seite der Scheune, eine Öffnung hineinzuschneiden. Die Atemschutztrupps begaben sich über Leitern nun auf das Dach des Gebäudes, um die Dachziegel abzudecken und so die Glutnester, die sich auch mit in der Dämmwolle befanden, mit freizulegen. Insgesamt waren circa 12 Atemschutztrupps, teilweise mehrfach im Einsatz. Dieser große und langwirige Einsatz zeigte schließlich Wirkung, so wurden die Flammen bis auf ein Minimum eingedämmt, ehe sie irgendwann komplett erlischten. Zur Absicherung der Atemschutzgeräteträger und der eingesetzten Feuerwehrkräfte wurde auch ein Großaufgebot an BRK-Einsatzkräften alarmiert. Unter anderem der HVO Falkenstein, und die Rettungswagen aus Roding und Wiesenfelden, sowie der Notarzt aus Wörth und der Einsatzleiter Rettungsdienst aus Cham. Doch ein Eingreifen war Gott sei Dank zu keiner Zeit nötig. Nach und nach konnten die Feuerwehren aus dem Einsatz herausgelöst werden, vor Ort blieben die Ortsfeuerwehren, die zum einen die Brandwache übernahmen und aufflammende Glutnester immer wieder ablöschten. So zeigten die Wehren, wieder einmal an diesem Tage ihre Schlagkraft, denn es ist nicht selbstverständlich, dass so viele Einsatzkräfte, an einem Montagvormittag mobilisiert werden können. Dies gelang wiederum nur dadurch, dass viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter zur Feuerwehr schickten, aber auch zahlreiche Frauen rückten mit aus und stellen so die Einsatzstärke in ihrer jeweiligen Feuerwehr sicher.

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