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Das Schullandheim Riedenburg bleibt

Nach drohendem Aus ist das Schullandheimwerk Niederbayern/Oberpfalz mit neuer Vorstandschaft zukunftsfähig aufgestellt.
Von Petra Kolbinger

Riedenburgs Bürgermeister und neuer Vorsitzender des Schullandheimwerks Niederbayern-Oberpfalz e.V., Siegfried Lösch, und die neue Leiterin des Riedenburger Schullandheimes, führten am Mittwoch die Pressevertreter durch das Hans-Sax-Haus auf dem Jachenhausener Berg. Foto: Petra Kolbinger
Riedenburgs Bürgermeister und neuer Vorsitzender des Schullandheimwerks Niederbayern-Oberpfalz e.V., Siegfried Lösch, und die neue Leiterin des Riedenburger Schullandheimes, führten am Mittwoch die Pressevertreter durch das Hans-Sax-Haus auf dem Jachenhausener Berg. Foto: Petra Kolbinger

Riedenburg.2018 war ein Schicksalsjahr für die drei Häuser, die das Schullandheimwerk Niederbayern-Oberpfalz in den beiden Regierungsbezirken betreut. Es schien, als könnten die Vorstandsposten nicht mehr neu besetzt werden. Das hätte die Auflösung des Vereins und damit auch das Aus für die Schullandheime Riedenburg im Altmühltal, Gleißenberg im Naturpark Oberer Bayerischer Wald und das zentral im Bayerischen Wald gelegene Habischried bedeutet.

Und das, obwohl alle drei Einrichtungen sich guter Auslastung erfreuen. Vorsitzender Siegfried Lösch sagt: „Für mich war das absolut inakzeptabel. Ich will keinen Leerstand da oben auf dem Jachenhausener Berg! Zum einen trägt das Schullandheim als wesentlicher Baustein zur Attraktivität unserer Tourismusregion bei und zum anderen war es mir wichtig, die Arbeitsplätze zu erhalten. Zehn Personen arbeiten derzeit auf dem Jachenhausener Berg; die meisten aus Riedenburg oder der näheren Umgebung. Und den Schlüssel umdrehen, just in dem Jahr, in dem das Schullandheim sein 50-jähriges Bestehen feiern kann? Geht gar nicht! Ich fühle mich dem Erbe von Franz Lang verpflichtet, der als Landrat in den 1960ern vehement gekämpft hat für ein Riedenburger Schullandheim!“

Personalprobleme gelöst

Das sind gewichtige Argumente, denen in Riedenburg damals zudem Personalprobleme entgegenstanden. „Aber auch die haben wir bestens gelöst“, sagt Lösch. Seit August 2018 leitet Katharina Baier (38 Jahre) aus Greding das Hans-Sax-Haus. Die Mittelfränkin kennt das Geschäft von der Pike auf. Nach diversen Stationen in Seniorenheimen und Restaurants, legte die gelernte Einzelhandelskauffrau und Hauswirtschafterin die Meisterprüfung ab und schob noch die Koch-Prüfung hinterher. „Ich hab die Stellenbeschreibung gelesen und sofort gewusst – der Job im Schullandheim ist genau das, was ich immer machen wollte!“, schildert sie beim Presserundgang durch die Einrichtung am Mittwochnachmittag. Auch Lösch hat einen Posten mehr: „Beim letzten Versuch, durch Neuwahlen eine neue Vorstandschaft zu rekrutieren, hat der Bürgermeisterkollege Johann Jurgovsky aus Aufhausen gesagt, er stände als Vize zur Verfügung, wenn ich mich als ersten Vorsitzenden zur Wahl stelle. Walter Nirschl, Bürgermeister der Gemeinde Bischofsmais kandidierte spontan für das Amt des 2. Stellvertreters.“ Seit 13. Juli 2018 hat das Schullandheim Niederbayern-Oberpfalz also ein neues ehrenamtliches Vorstandstrio, das sich gleich daran machte, die restlichen Vorstandsposten neu zu besetzen. Die Zukunft der drei Heime scheint somit gesichert. „Und das ist gut so“, sagt Lösch.

Daten und Fakten

  • Verantwortung:

    Das Riedenburger Hans-Sax-Haus steht unter der Trägerschaft des Schullandheimwerkes Niederbayern/Oberpfalz; auch die Schullandheime Habischried und Gleißenberg.

  • Vorstandschaft:

    Siegfried Lösch (Bürgermeister Riedenburg, Vorsitzender), Johann Jurgovsky (Bürgermeister Aufhausen, 2. Vorsitzender), Walter Nirschl (Bürgermeister Bodenmais, 2. Stellvertreter). www.schullandheimwerk.de

Jedes der drei Häuser setzt einen thematischen Schwerpunkt. Alle drei richten sich an Schulklassen, aber auch an Vereine, Familiengruppen oder Firmenmitarbeiter. Die Buchungen laufen über die Geschäftsstelle in Regensburg. Auch an diesem Mittwoch ist eine Klasse einer privaten Realschule aus Regensburg im Schullandheim. Baier erzählt, dass auch über Silvester Gäste im Hans-Sax-Haus untergebracht gewesen seien. „Eine Familiengruppe, mehrere Erwachsene mit etlichen Kindern“, sagt sie, und „wir reagieren flexibel – auch während der Schulferien oder an Feiertagen. Und auch, wenn es um persönliche Vorlieben, Allergien oder sonstige Befindlichkeiten geht. So weit wie möglich stellen wir uns darauf ein!“

Modern und gepflegt

Beim Rundgang durch die 50 Jahre alte Einrichtung fällt auf, wie gepflegt, modern und freundlich das Hans-Sax-Haus sich präsentiert. Vor wenigen Jahren wurde die Mensa komplett erneuert. Ausgefüllte Tage können in gemütlichen Aufenthaltsräumen mit offenem Kamin und Klavier gemütlich ausklingen. Das Flachdach muss saniert werden, danach der Außenputz. Dann kann das Riedenburger Schullandheim im Herbst seinen 50. Geburtstag in neuem Glanz feiern.

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