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Sport

Der Arber Radmarathon ist ein Evergreen

Über 6800 am Start: Die größte radtouristische Veranstaltung Deutschlands verzeichnet beim 34. Mal einen Teilnehmerrekord.
Von Helmut Wanner

Barbara Wilfurth bewundert Helmut Stadler: Er fuhr mit 75 Jahren wieder einmal das neueste Messemodell. Foto: altrofoto.de.
Barbara Wilfurth bewundert Helmut Stadler: Er fuhr mit 75 Jahren wieder einmal das neueste Messemodell. Foto: altrofoto.de.

Regensburg.Morgens um 6 Uhr ein Schuss: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer schickte mit der Starterpistole über 1000 Radler auf die mit 250 Kilometer längste Tour, die Königsstrecke über den Großen Arber. Barbara Wilfurth, in Rot vom Dirndl bis zu den Fußnägeln, gab den Radlern gute Wünsche mit auf den Weg. Mit der vollen Dröhnung von „Conquest of Paradise“ verließen die Radler den Dultplatz – aufgepumpt mit Emotionen und Energie-Gel. Die bunte Radlschlange, die sich durch den Dultplatz über die Oberpfalzbrücke schlängelte, war schön anzusehen. „Wenn in sieben Stunden die ersten wieder einrollen, schaut das etwas anders aus“, raunte Charly Wilfurth vom Veloclub Ratisbona. Der Sonntag versprach nämlich ein heißer Ritt zu werden. Mittags wurden über 30 Grad gemessen, die natürlich der Fahrtwind wieder etwas herabkühlte.

400 Helfer des VCR standen an den Strecken und Verpflegungsstationen. Das Rote Kreuz hatte im Zielbereich ein Zelt aufgestellt. 70 Polizisten wachten über die Verkehrssicherheit.

Ein Video vom Arber Radmarathon sehen Sie hier:

Tausende Teilnehmer beim Arber Radmarathon

Die jüngste Fahrerin war erst vier

Herbert Stippl (62): Der Patentanwalt aus Nürnberg war zum zweiten Mal dabei. „Ich liebe den Bayerischen Wald. In Zwiesel bin ich geboren.“ Foto: altrofoto.de
Herbert Stippl (62): Der Patentanwalt aus Nürnberg war zum zweiten Mal dabei. „Ich liebe den Bayerischen Wald. In Zwiesel bin ich geboren.“ Foto: altrofoto.de

Über 6800 Radler gingen auf acht Routen an den Start. Die jüngste Teilnehmerin war vier Jahre, der älteste Teilnehmer wird am 13. August 80 Jahre alt. Die Starts für Rennradler und Mountainbiker folgten aufeinander. Letztere wirkten fast schon wie Pedalritter in ihrem schwarzen Outfit und ihrer ganzen Haltung. Das Radmarathon-Urgestein Karl Wilfurth ließ es bei seinem 34. Arber Radmarathon gemütlich angehen. Er ging mit seiner Enkeltochter Julia (8) um 9 Uhr auf die gemütliche Familientour rund um die Walhalla. Julias Papa und dessen Bruder traf das damals in einem ähnlich frühen Alter. Markus und Matthias Wilfurth (41 und 38 Jahre alt) kennen seitdem am letzten Juliwochenende nichts Schöneres. Sie leben von Kindesbeinen an mit dem Arber Radmarathon.

Der Ex-Rennfahrer Markus Wilfurth hält dabei noch immer den Streckenrekord, obwohl ja da angeblich überhaupt keine Zeit gemessen wird. „1999 fuhr ich die 250 Kilometer in 6 Stunden und 29 Minuten. Das entspricht einem 38er-Schnitt.“

Mehr Bilder vom Arber Radmarathon 2018 sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Arber Radmarathon 2018

Helmut Stadler zeigte sich fit

Judith Wendl (28): Die Erzieherin aus Furth im Wald startete das erste Mal. Warum? „Weil mein Freund immer fährt.“  Foto: altrofoto.de
Judith Wendl (28): Die Erzieherin aus Furth im Wald startete das erste Mal. Warum? „Weil mein Freund immer fährt.“ Foto: altrofoto.de

Erfunden hat den Arber Radmarathon die VCR-Trainingsgruppe unter Dr. Franz Böcker. Er war ihre Trainingsstrecke. Berühmte Leute waren schon dabei: Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, Tour de France-Starter Mario Kummer, Ex-SPD-Star Rudolf Scharping und Ex-Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Letzterer „gewann“ die Familienrunde. Neben den Wilfurths gehört Helmut Stadler, Chef des gleichnamigen Zweirad-Hauses mit 18 Filialen in Deutschland, zu den Konstanten der größten radtouristischen Veranstaltung Deutschlands. Mit seinen beachtlichen 75 Jahren stieg er im Stadlerteam in die Pedale. Er nahm die mit über 1500 Startern teilnehmerstärkste Bayerwaldstrecke in Angriff. Dabei stützte er sich wieder einmal auf das neueste Messemodell. Diesmal war es ein schwarzes Highend-Teil der Firma Focus, mit Snakeskin-Mantel und einer elektrischen Schaltgruppe. Die Firmen Continental, BMW, MR und Bischofshof schickten wieder einmal die stärksten Teams an den Start.

„Wenn man vom Arber Radmarathon spricht, sollte man den Arber auch gesehen haben.“

Günther Proske

Günther Proske (45): Der Lehrer für Sport und Englisch am Goethe-Gymnasium fuhr seiner Projektgruppe „Like your bike“ mit gutem Beispiel voran. Foto: altrofoto.de
Günther Proske (45): Der Lehrer für Sport und Englisch am Goethe-Gymnasium fuhr seiner Projektgruppe „Like your bike“ mit gutem Beispiel voran. Foto: altrofoto.de

Aber es gab auch die kleinen Teams. Günther Proske (45) startete mit seinem Nittenauer Kumpel zum dritten Mal auf der Königsdisziplin. „Denn wenn man schon vom Arber Radmarathon spricht, sollte man den Arber auch gesehen haben.“ Er musste ihn zweimal „besteigen“. „Erst mal den Brennes rauf und dann noch mal den Bretterschachten rauf.“ Am schlimmsten war für den Lehrer für Englisch und Sport am Goethe-Gymnasium wieder die Strecke von Viechtach nach Kolmberg. Da fuhr man ohne Schatten dahin.

Eine Stunde nach ihrem Lehrer gingen acht Schüler seiner 11. Klasse an den Start der kleinen Arberrunde (170 Kilometer). Es war sozusagen ihre Abschlussarbeit im Projektseminar „Like your bike“ und ihr Lehrer fuhr ihnen mit gutem Beispiel voraus.

Auf VCR-Mitglied Tom Meiler wartete am Sonntag wieder einmal ein Moderator-Marathon. Er stand von 6 bis 21 Uhr am Mikrofon. Ganz spontan fragte er Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer, ob sie sich vorstellen könne, auch einmal mitzufahren, schließlich arbeite sie ja in einem Radhaus. Ansporn war dem Moderator aber vor allem, den anonymen Fahrern wieder einmal eine Freude zu machen. Zum Beispiel: „Hildegard Meier aus Oberroning – schön, dass du wieder da bist.“ Auf das Gesicht in der Zieleinfahrt freute sich Tom Meiler den ganzen Vormittag lang.

Unsere Grafik zeigt die Strecken beim Arber Radmarathon:

Hier lesen Sie mehr über den Arber Radmarathon 2018.

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