Schmerzende Derbybilanz
Nach Umbruch fehlt den Handballerinnen der SG Regensburg in der BOL die Stabilität

28.11.2023 | Stand 29.11.2023, 10:40 Uhr

Es läuft noch nicht rund für die SG-Frauen (hier Ronja Hauck im Derby gegen den ESV III). Foto: Christian Brüssel

In der Sache Lokalrivalen, aktuell in der Tabelle jedoch vereint: Nach acht Spieltagen in der Handball-Bezirksoberliga der Frauen sind in der Tabelle die SG Regensburg, der ESV 1927 Regensburg III und die SG Mintraching/Neutraubling einträchtig mit 7:9 Punkten notiert. Dank dem besten Torverhältnisses des Trios belegt die SG Rang sieben.

Die Mannschaft war schon deutlich besser unterwegs, bis 2016/17 in der Landesliga. Trainer Matthias Meichel war da außen vor, erst im Sommer 2021 löste der 41-Jährige Ben Heiligtag ab, der wiederum das Männer-Landesliga-Team übernahm. Seit 2018 war die SG in der Endabrechnung immer unter den ersten vier in der BOL zu finden, heuer werden kleinere Brötchen gebacken.

Sieben Spielerinnen sind nicht mehr an Bord, davon fünf der letztjährigen ersten Sieben. Die Leistungsträgerinnen Simone Hauer, Yvonne Sigl, Kerstin Riedmüller, Nadine Heiligtag und Chiara Zellner haben ihre Karriere beendet. Derweil fand keine Neuzugang den Weg zur Alfons-Auer-Straße, dafür wurde ein Quintett von der Bezirksliga-Truppe nach oben gezogen.

Angesichts des empfindlichen Qualitätsverlustes steht Meichel vor der „größten Herausforderung“ in seinem achten Trainerjahr. „Alle Spielerinnen haben jetzt eine neue Rolle“, beschreibt er die Ausgangssituation. Die in den Stamm aufgerückten Spielerinnen müssten jetzt Verantwortung übernehmen: „Bis dato hatten sie ein Drittel an Spielanteilen, jetzt stehen sie eine Dreiviertelstunde auf der Platte.“

Ähnlich verhalte es sich bei den fünf Hochgezogenen: „Die Mädels haben nicht mehr 50 Minuten Spielzeit wie in der zweiten Mannschaft und müssen bei uns in nur 15 Minuten performen.“ Vom Potenzial her seien die Nachrücker nicht schlechter, würden aber eine Liga höher noch Zeit zur Akklimatisierung benötigen. „Auch die Mannschaft im Gesamten braucht Zeit, um die Abläufe zu verfeinern“, ergänzt Meichel. Überdies habe sich innerhalb der ersten Sieben noch keine nachhaltige Hierarchie gebildet.

In den Tests vor der Saison gegen drei Landesligisten sah der Coach Fortschritte: „Wenn der Druck nicht da ist, performen die Mädels.“ Wenn es um Punkte gehe, wäre das anders. Vier Niederlagen kassierte die SG, davon drei mit einem Tor Unterschied. „Wir betreiben großen Aufwand, belohnen uns aber nicht dafür, weil die Stabilität fehlt“, hadert Meichel. Werde die erreicht, hält er am Ende eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte für möglich.

„Ausbaufähig ist auch unsere Derbybilanz“, bedauert der Trainer die Heimniederlagen Mitte Oktober (19:22 gegen Mintraching I)I und vorigen Samstag (22:23 gegen den ESVIII). Am Samstag misst sich die SG in Erlangen mit dem auf dem vorletzten Rang postierten Drittliga-Unterbau des HC.