Vernissage in Neumarkt
Mit ihren Bildern und Skulpturen wollen die Künstler Emotionen sprechen lassen

26.06.2023 | Stand 14.09.2023, 22:36 Uhr |
Gerd Schlittenbauer

Schönheit und Freude sind Trumpf bei den Werken von Michael Pickl und Alexandra Hiltl. Die Künstler aus Neumarkt und Kastl wollen beim Betrachter ein positives Gefühl hinterlassen. Foto: Gerd Schlittenbauer

„Das Leben feiern“, wie die Neumarkter Künstlerin Alexandra Hiltl sagt, dürfen die Betrachter der Werke von ihr und ihrem Kastler Künstlerkollegen Michael Pickl. Ganz besonders viel Ästhetik und Schönheit ist angesagt in der Galerie von Thomas Herrmann in der Gerichtsgasse 5.

In einer Zeit, in der Vieles zu Drama und Schrecken neigt, wollen Hiltl und Pickl Positives darstellen. „Ich möchte Freude vermitteln“, sagt die Neumarkterin. „Dem Betrachter soll es besser gehen, wenn er meine Bilder betrachtet hat.“ Michael Pickl steuert Skulpturen aus Lindenholz bei – meist hübsche Frauen und ein paar Pilze. „Es hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, dass mein künstlerisches Hauptinteresse in der selbstbewussten Darstellung der Frau besteht“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Inneres Gefühl für Haltung



Pickl betrachtet gerne Menschen, „wie sie sich geben und bewegen“. Dann entsteht ein „geistiger Schnappschuss“ – und er setzt aus der Erinnerung heraus seine Eindrücke in die Tat – sprich in die Skulptur – um. „Das ist fast schwieriger, als wenn man mit einem Modell arbeitet“, sagt er. Pickl will „ein inneres Gefühl für die Haltung des Menschen entwickeln und dieses vage Gefühl in Holz abbilden.“

Dabei lässt er sich oft von der Intuition treiben, „manchmal habe ich aber auch eine bestimmte Vorstellung, wie die Figur aussehen soll und merke mir eine Pose, die ich gesehen habe, ganz genau. Dann will ich das exakt so umsetzen und die Ausstrahlung herüberkriegen.“ Die Kleider der Damen entspringen manchmal seiner Phantasie, „manchmal sind es auch gesehene Kleider.“ Alle ausgestellten Werke stammen aus den vergangenen eineinhalb Jahren.

Anders entstehen Alexandra Hiltls neue Blumen – und Aktbilder. Sie verwendet immer ein Modell. „Ich habe meine Technik weiterentwickelt“, sagt sie. „Ich arbeite mehr mit Acryl und Öl und nehme auch Sprays, dadurch bekommen die Werke eine moderne, unkonventionelle Anmutung.“ Hauptsächlich stellt Hiltl in der Galerie Herrmann teils großformatige Blumenbilder aus, doch auch ein paar neue Akte sind zu bewundern: „Ich habe sie auf roher Leinwand gemalt, auch das ist neu. Man sieht den Stoff durch, das produziert eine leichte und spontane Ausstrahlung.“

Werke nicht „kopfgesteuert“



Beide Künstler sind sich einig: „Wir haben einen sehr persönlichen Weg, die Welt zu begreifen“, drückt es Michael Pickl aus. „Es muss von innen heraus kommen - und die Leute merken das“, sagt Alexandra Hiltl. So entsteht positive Emotion, die Werke sind nicht „kopfgesteuert.“ Die Ausstellung in der Galerie Herrmann ist noch bis zum 22. Juli zu sehen.