Frühblüher für die Bienen
In Dieterskirchen wurden an einem Tag 120.000 Blumenzwiebeln gesetzt

22.10.2023 | Stand 22.10.2023, 17:13 Uhr |
Ralf Gohlke

Gabi Gilch (l.) achtet darauf, dass sich die Blumenzwiebeln in der Zuführung der Pflanzmaschine nicht verkeilen. Günter Gilch (r.) und eine Besucherfamilie schauen interessiert zu. Foto: Ralf Gohlke

Der Ertrag einer Streuobstwiese bedarf neben der üblichen Pflege einiger tausend Helfer. Die Rede ist von Bienen und anderen Insekten, die für die Bestäubung der Blüten sorgen. Nun hat Hobby-Obstanbauer Günter Gilch eine einzigartige Aktion gestartet.

Nicht weniger als 120.000 Zwiebeln von Frühjahrsblühern hat er auf der rund fünf Hektar großen Fläche zwischen den Apfelbäumen gesetzt. Diese sollen im Jahreszyklus so früh wie möglich dafür sorgen, dass die von einem befreundeten Imker dort platzierten Bienen sich gut entwickeln können und dann ihre volle Stärke bei der Obstblüte entfalten.

Pflanzmaschine half bei der Arbeit



Mitinitiatorin war natürlich Ehefrau Gabi Gilch als Repräsentantin und Beraterin des niederländischen Blumenexporteurs Verver. Sie hat auch für die Zusammenstellung der Krokusse, Blausterne und Czillas gesorgt und vor allem extra eine Rotor-Pflanzmaschine organisiert, mit der die Arbeit zügig und vor allem schonend für das Pflanzgut vonstatten ging.

Immerhin galt es fünf Streifen auf einer Länge von rund 250 Metern und einem Meter Breite zu bearbeiten. Die Maschine übernahm dabei sowohl das Aufschneiden der Rasenoberfläche als auch das gezielte Einlegen der Blumenzwiebeln und das anschließende Glätten der Oberfläche. Nur so war auch das große Pensum von rund 120.000 Blumenzwiebeln an einem Tag zu bewältigen. Als „Beifahrerin“ von Maschinenführer Florian Frank musste Gabi Gilch lediglich darauf achten, dass die Zwiebeln sich nicht in den Zulaufschächten verkeilten. „Bislang kam diese Maschine fast ausschließlich in Holland zum Einsatz. Wir probieren das jetzt hier aus, was für uns auch eine Premiere bedeutet“, sagt sie.

Sorten verbreiten sich auf natürlichem Weg



Ganz wichtig ist beiden zudem der Hinweis, dass die eingesetzten Sorten in der Lage sind, sich weiterhin natürlich zu verbreiten. Im Hinblick auf den manchmal erwünschten „Nachkauf“ sei dies nicht immer der Fall.

Einige Bekannte, die von der Aktion gehört hatten, waren gekommen, um das Ganze mitzuerleben. Alle sind nun natürlich gespannt, welches farbenfrohe Bild sich dort im Frühjahr zeigen wird. Günter Gilch plant zudem weitere Maßnahmen, die den Bienen möglichst lange im Jahr, also bis in den Herbst hinein, einen gut gedeckten „Blütentisch“ bieten sollen.