Eishockey
Der ERSC springt auf den zweiten Platz

23.01.2023 | Stand 15.09.2023, 1:57 Uhr
Der ERSC Amberg setzte sich trotz Personalproblemen in Schongau durch. −Foto: Andreas Brückmann

Der ERSC Amberg schnupperte an der Überraschung, verlor am Ende aber doch knapp beim Spitzenreiter der Eishockey-Bayernliga mit 2:3. Der TEV Miesbach hat sich damit auch den ersten Rang in der Endtabelle der Hauptrunde vorzeitig gesichert. Trotz einer ansprechenden Leistung blieben die Wild Lions erstmals seit dem 20. November 2022 ohne Punktgewinn, zeigten sich aber gut vorbereitet auf die Aufstiegsrunde.

Die Voraussetzungen vor dieser Begegnung sprachen für den gastgebenden Tabellenführer. Während TEV-Trainer Michael Baindl den aktuell bestmöglichen Kader aufbieten konnte, fehlten in der Amberger Aufstellung die Verteidiger Marc Roth, Andreas Pielmeier, Lukas Salinger und Felix Feder, sowie Center Michael Kirchberger. Daniel Krieger kehrte nach längerer Verletzungspause wieder ins Team zurück. Jedenfalls hatte Baindl den nötigen Respekt vor den Löwen: „Um gegen Amberg zu gewinnen, müssen wir die dreckigen Tore schießen“, hatte er im Vorfeld angekündigt. Baindl begann mit Timon Ewert im Tor, bei den Löwen stand Timon Bätge zwischen den Pfosten.

Nach verhaltenem Beginn versuchten die Gastgeber das Heft in die Hand zu nehmen, das erste Tor schossen aber die Löwen. Shawn Campbell traf auf Vorlage seiner Sturmpartner Tanner Campbell und Brett Mennear. Miesbach hatte noch zwei Powerplaygelegenheiten, der ERSC nahm den knappen Vorsprung aber mit in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt hatte zunächst Amberg zweifach die Möglichkeit, beim Powerplay die Führung auszubauen, machten aber ebenso wenig daraus, wie später die Gastgeber. Die Treffer fielen bei numerischem Gleichstand, diesmal allerdings für die Gastgeber. Maximilian Meineke besorgte den Ausgleich, Thomas März in der Schlussminute des Drittels die erstmalige Führung für den Spitzenreiter gegen gleichwertige Löwen.

Amberg zeigte im Schlussdrittel weiter Moral, kam erneut durch Shawn Campbell auch zum 2:2. Letztendlich setzte sich doch der Favorit durch, der durch den Tschechen Ales Furch zum entscheidenden 3:2 traf.

Am Sonntagabend setzte sich der ERSC im letzten Auswärtsspiel der Hauptrunde bei der EA Schongau mit 5:4 durch – etwas überraschend, weil die Amberger mit einem abgespeckten Kader antreten mussten, in dem ein halbes Dutzend Stammspieler fehlten. Die Löwen liefen bis ins Schlussdrittel ständig einem Ein-Tore-Rückstand hinterher, drehten am Ende aber nicht unverdient noch die Partie. Überragend auf Amberger Seite: die nordamerikanische Angriffsreihe mit dem Dreifach-Torschützen Brett Mennear. Mit diesem Erfolg sprang der ERSC vor dem letzten Spieltag auf den zweiten Rang.

Es war ein sehr abwechslungsreiches Spiel, manchmal etwas zerfahren und mit vielen Einzelaktionen. Schongau begann dominant, ging früh bei einer Überzahlsituation durch Daniel Holzmann in Führung und hatte danach weiter optische Überlegenheit. Der ERSC konnte sich kaum befreien, glich aber mit der ersten echten Chance zum 1:1 durch Mennear aus. Die schnelle Antwort der „Mammuts“ kam erneut durch Holzmann mit dem 2:1, aber auch Mennear zeigte sich beim 2:2 erneut treffsicher. Insgesamt mehr Gelegenheiten für Schongau, die gefährlicheren allerdings auf Amberger Seite.

Im Mittelabschnitt musste der ERSC zunächst eine Unterzahl überstehen, gestaltete die Partie aber ausgeglichen. Die Gastgeber agierten vorsichtiger, hatten dennoch die erste Chance durch den Ex-Amberger Ryan Murphy, der an Löwen-Goalie Carsten Metz scheiterte. Dann folgten drei ereignisreiche Minuten: Toby Estermaier traf von der Strafbank kommend zum 3:2, Marco Pronath glich für den ERSC im Powerplay aus und der Frankokanadier Tristan Gagnon ließ das 4:3 für die „Mammuts“ folgen.

Das Schlussdrittel begann mit einer Reihe von Großchancen für den ERSC, der Ausgleich lag mehrfach in der Luft. Er fiel dann eher überraschend durch einen Konter über Verteidiger Benjamin Frank, der eiskalt zum 4:4 vollendete. Amberg war weiter gefährlicher, lediglich bei einer Unterzahl kurzfristig in Gefahr. Die Löwen blieben am Drücker und sieben Minuten vor dem Ende traf Mennear zum 5:4-Siegtreffer aus Amberger Sicht.