HANDBALL
Erster Zweitliga-Sieg ist perfekt

Die ESV-Handballerinnen landen mit 31:24 über den Harrislee einen überzeugenden Erfolg. Franzi Peter wirft elf Tore.

12.09.2021 | Stand 16.09.2023, 0:36 Uhr
Jubelszenen im Bunker: Die ESV-Damen freuen sich mit ihrem Sportlichen Leiter Robert Torunsky. −Foto: Andreas Nickl/Andreas Nickl

In der Schlussminute bebte am Samstag der mit 402 Zuschauern besetzte Handball-Bunker an der Dechbettener Brücke: Wie zu Drittliga-Zeiten ergriff der Fördervereins-Vorsitzender Thierry Tricot lautstark die Initiative und animierte den begeisterten Anhang von Frauen-Zweitligist ESV 1927 Regensburg zum rhythmischen Klatschen. Auch der frühere Chefredakteur der Mittelbayerischen, Gerd Otto – in seiner aktiven Zeit für die Regensburger Turnerschaft am Ball – ließ sich von der Stimmung auf der Tribüne mitreißen. Unten auf dem Spielfeld war die Partie gegen den TSV Nord Harrislee entschieden. Passenderweise setzte die Spielerin des Abends, Halbrechts Franzi Peter, mit dem Treffer zum 31:24 (14:11)-Endstand den Schlusspunkt.

Eine Woche nach der unglücklich zustande gekommenen 22:25-Heimniederlage gegen den erneut ambitionierten Zweitliga-Vizemeister Füchse Berlin bestätigte die Truppe von Trainer Csaba Szücs den guten Gesamteindruck nun auch gegen den Vorjahres-Achten von der Grenze zu Dänemark. Der Neuling legte sogar noch eine Schippe drauf, hatte sich vor Wochenfrist mit Anna Fuhrmann die letzte verbliebene etatmäßige Rückraum Mitte eine Knochenabsplitterung bei einem Zusammenprall zugezogen.

Harrislees Verantwortliche ließen nichts unversucht, um dem 33:26 im Nordderby über Regensburgs Mitaufsteiger MTV Heide den zweiten Sieg folgen zu lassen. Am Freitagnachmittag hatte sich der TSV-Tross auf die Reise gemacht, um nach zwei Drittel der Strecke in der Nähe von Leipzig zu übernachten.

Amelie Bayerl führt Regie

Auch ohne den Stress einer langen Busfahrt waren die Gäste der Leidenschaft und der Power der teils improvisierten Sechs der Bunkerladies nicht gewachsen. Unter der Woche war Coach Szücs damit beschäftigt, Amelie Bayerl als neue Regisseurin einzuspielen. Die Halblinks hatte im Vergleich zur erfolgreichen Aufstiegsrelegation im Mai schon gegen Berlin an Entschlossenheit zugelegt und nun gegen die Nordlichter einen weiteren Gang hochgeschaltet. Mit der erneut starken Torfrau Natalia Krupa und der wie entfesselt aufspielenden Franzi Peter, die acht ihrer elf Treffer nach der Pause erzielte, avancierte Bayerl zu einer der entscheidenden Spielerinnen. Wichtig war, dass Nicole Lederer auf Halblinks im Vergleich zum Berlin-Spiel deutlich besser im Spiel drin war und Verantwortung übernahm: Sie verwandelte unter anderem bei angezeigtem Zeitspiel zwei Freiwürfe.

In der Anfangsphase setzte Linksaußen Johanna Brennauer die Akzente, netzte bis zum 5:2 (9.) dreimal ein. Gästetrainer Olaf Rogge sah sich früh zur ersten Auszeit genötigt. Dank teils strittige Strafzeiten (13./14.) gegen den ESV konnte der Gegner von 2:6 auf 5:7 verkürzen. Nach dem 10:8 (20.) verloren die Einheimischen in Folge einer längeren Verletzungsunterbrechung den Faden, so dass Coach Csaba Szücs zu einer frühen zweiten Auszeit (28.) gezwungen war. Wieder in der Spur sorgten Kreisläuferin Julia Drachsler und Franzi Peter für die 14:11-Pausenführung.

Premiere für zwei ESV-Damen

Auch in der zweiten Hälfte ging die Taktik der Angriff-Abwehr-Wechsel mit den Pendlern Sara Mustafic und Doro Mooser auf. Bis zum 19:16 (40.) blieb Harrislee in Reichweite, ehe nach einer beidseitigen dreieinhalbminütigen Torlos-Phase Nicole Schiegerl mit dem 20:16 die Weichen auf Sieg stellte (23:17, 25:19). Die Rechtsaußen setzte mit Ballgewinnen, im Spielaufbau und beim Abschluss die Akzente. Nun kamen Julia Smidéliusz und Lea Röhrl zu ihren ersten Zweitliga-Minuten.

„Das war bis auf zwei kurze Schwächephasen eine konzentrierte und kompakte Leistung der Mädels“, resümierte Csaba Szücs später. „In der Abwehr konnten wir uns steigern, das hat die nötige Ruhe für das Angriffsspiel gegeben“, ging der ESV-Trainer ins Detail: „Nach der Pause haben wir die gegnerischen Abläufe immer besser in den Griff bekommen, Harrislees Wurfpositionen wurden immer schwieriger“.