Leben
Extra „Klima-Miete“ im Kreis Cham kostet

Auf viele Wohnungen im Landkreis kommt eine gewaltige Sanierungswelle zu. Der Klimaschutz kostet 349 Millionen Euro pro Jahr.

28.01.2022 | Stand 28.01.2022, 9:54 Uhr |

Klimaschutz für Wohnungen im Kreis Cham kostet rund 349 Millionen Euro pro Jahr. Das Gütesiegel „Mein Fair-Mieter“ warnt: „Mieter nicht arm sanieren“. Rund 62.900 Wohnungen gibt es im Landkreis Cham – und auf die kommt eine gewaltige Sanierungswelle zu. Grund sind die Klimaschutz-Ziele der Bundesregierung. Rund 349 Millionen Euro pro Jahr werden Wohnungseigentümer im Kreis Cham nach und nach in Sanierungen investieren müssen, um die Wohnungen auf einen hohen Energiespar-Standard zu bringen, der bis 2045 erforderlich ist, heißt es in einer Meldung des Gütesiegels Mein Fair-Mieter. Das geht aus einer Analyse zum regionalen Wohnungsmarkt hervor, die das Pestel-Institut für das Mieter-Gütesiegel „Mein Fair-Mieter“ gemacht hat. Allein 43 Millionen Euro jährlich sind demnach notwendig, um die 19.000 Mietwohnungen im Landkreis Cham energetisch zu sanieren.

Das Mieterschutz-Label warnt dabei vor einer „Klima-Miete“: „Die enormen Sanierungskosten dürfen nicht auf dem Rücken der Mieter abgeladen werden. Der Staat muss unbedingt verhindern, dass Mieter "arm saniert" werden. Wer eine Wohnung mietet, darf – wenn überhaupt – nur mit einem Bruchteil der Kosten belastet werden. Klimaschutzsanierungen sind Investitionen ins Haus. Sie erhöhen den Wert der Immobilie – bei Miethäusern genauso wie beim Einfamilienhaus. Nutznießer sind damit in erster Linie also die Hauseigentümer“, sagt Matthias Günther vom Gütesiegel Mein Fair-Mieter. Es sei daher die Aufgabe des Staates, Klimaschutz-Sanierungen bei Mietwohnungen „mit Augenmaß und effektiv zu fördern“. Gleichzeitig müsse es dabei eine klare Deckelung bei den Mieten geben, also keine Förderung ohne Gegenleistung der Eigentümer. Das Gütesiegel „Mein Fair-Mieter“, das als Verbraucherschutz-Instrument bundesweit faire Vermieter auszeichnet, kündigte an, Mieterhöhungen im Zuge von Klimaschutz-Sanierungen kritisch unter die Lupe zu nehmen. Bei der Vergabe des Mieter-Labels werde dies als ein Kriterium künftig verstärkt Berücksichtigung finden.