Beratzhausen
Feuer auf Bauernhof: Halle brennt ab

Eine Produktionshalle in Beratzhausen ging in Flammen auf. Der Schaden ist groß, die Geräte sind nicht mehr zu retten.

27.03.2022 | Stand 15.09.2023, 6:14 Uhr
Die Produktionshalle in Beratzhausen brannte komplett nieder. Die darin gelagerten Sojabohnen verteilten sich über die gesamte Fläche. −Foto: Julian Alexander Fischer

Wo am Samstag noch eine Halle mit moderner Technik stand, ist am Sonntagmittag nur noch ein Gerüst mit viel Asche übrig. Immer wieder fallen Teile der Decke herunter. Aus einem Trümmerhaufen steigt noch Rauch auf, geschmolzene Metallgehäuse liegen vor dem Gebäude, Wasserpfützen bilden sich auf dem Boden. Ein großer Haufen Sojabohnen hat seine helle Farbe behalten, das restliche Inventar ist fast vollkommen verkohlt.

Michael Pretzl und seine Frau stehen noch immer unter Schock. Am frühen Sonntagmorgen ist auf ihrem Hof in Mitterkreith die Produktionshalle direkt neben ihrem Wohnhaus in Flammen aufgegangen. Hier lagerten sie Sojabohnen und verarbeiteten sie direkt weiter. Auch Sonnenblumenöl pressten sie in der Halle. „Die Weiterverarbeitung von Erntegut war das Hauptstandbein des Hofes. Das ist ein Betriebszweig, der sehr zukunftsfähig ist“, erklärt Richard Schaaf, der Cousin des Hofbesitzers.

111 Einsatzkräfte bei Feuer in Beratzhausen vor Ort

Schaaf war zu Hilfe gekommen, als er gehört hatte, dass es auf dem Hof brennt. Da war die Feuerwehr schon dabei, den Brand zu löschen. Um 6.01 Uhr ging der Notruf ein, kurz danach waren erste Löschfahrzeuge da. Insgesamt kamen Löschzüge aus sieben verschiedenen Orten zum Hof, um die zuständige Freiwillige Feuerwehr Mausheim zu unterstützen. So waren 111 Einsatzkräfte vor Ort – darunter 25 vom Rettungsdienst, der letztlich aber nicht benötigt wurde.

Der 1. Kommandant der Mausheimer Feuerwehr, Tobias Meyer, berichtet: „Als wir eintrafen, war es erstmal wichtig, die Ausbreitung des Brandes auf die Nebengebäude zu verhindern. Das war sehr knapp, die Fassade hatte teilweise schon Feuer gefangen.“ So standen an der Häuserwand des angrenzenden Gebäudes mehrere Plastiktanks für Sonnenblumenöl, die bereits geschmolzen waren.

Nach 30 Minuten sei der Brand schließlich unter Kontrolle gewesen. Das letzte Fahrzeug konnte den Brandort allerdings erst gegen kurz vor zwölf Uhr verlassen, fast sechs Stunden nach der ersten Kenntnisnahme des Feuers. Die Arbeit war damit aber noch nicht beendet, erklärt Meyer: „Es ist üblich, dass wir am heutigen Tag immer wieder zum Brandort zurückkehren, um auszuschließen, dass es weitere Brandherde gibt.“

Feuerwehr legte Schaumteppich

„Wir haben über die Bohnen vorsichtshalber einen Schaumteppich gelegt, damit wir verhindern können, dass ein unentdecktes Feuer erneut ausbricht“, berichtet der zuständige Kreisbrandmeister Markus Schmidt.

Der Schaden beläuft sich laut Polizei auf fast eine Million Euro. Ein Gutachten stehe aber noch aus, verlässliche Zahlen gebe es nicht, erklärt Richard Schaaf. Er hofft, dass die Halle seines Cousins zu Beginn der nächsten Landwirtschaftssaison wieder einsatzbereit ist. Das sei bei den aktuell langen Lieferzeiten und eingeschränkten Verfügbarkeiten von landwirtschaftlichen Maschinen aber nicht gesichert.

Für ausführliche Überlegungen, wie es nun weitergehen soll, sei aber bisher noch keine Zeit gewesen, sagt Schaaf: „Der Schock und das Nachdenken werden sicher später kommen. Aktuell funktioniert man nur. Wir sind einfach dankbar, dass niemand verletzt wurde und die Feuerwehr so schnell Hilfe leisten konnte.“