Bildung
Große Lösung für viel zu kleine Schule

Die Stadt plant eine Erweiterung oder einen Neubau für die kaufmännische Berufsschule. In sieben Jahren soll sie fertig sein.

11.05.2016 | Stand 16.09.2023, 6:48 Uhr
Das Hauptgebäude der kaufmännischen Berufsschule genügt bei weitem nicht mehr aktuellen Anforderungen. −Foto: Lex

Das Ausbildungszentrum für kaufmännische Berufe platzt zusehends aus allen Nähten. Seit Jahren in zwei Gebäuden untergebracht – dem Haupthaus an der Prüfeninger Straße und dem Haus II am St.-Peters-Weg, wo sich die Berufsfachschule für Büroberufe und die Berufsoberschule Wirtschaft befinden –, entsprechen Raumangebot und Ausstattung bei weitem nicht den Ansprüchen an einen differenzierten Unterricht für rund 4000 Schüler. Jetzt will die Stadt Weichen für die Zukunft stellen: Am Mittwoch im Bildungsausschuss und am Donnerstag im Stadtrat soll ein Grundsatzbeschluss fallen, der entweder den Neubau des Schulzentrums Matthäus Runtinger oder dessen Sanierung und Erweiterung zum Ziel hat.

Keine Mensa, keine Aula, keine Sportanlagen vor Ort, das Labor im Keller – das sind nur einige von vielen Unzulänglichkeiten, mit denen die Städtische Berufsschule III für kaufmännische und Gesundheitsberufe leben muss. Dabei steigt die Schülerzahl ständig: In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Klassen bis zum Schuljahr 2014/15 um ein Dutzend auf 162 angewachsen. Und die Tendenz ist weiter steigend.

4020 Schüler in 171 Klassen

Laut dem städtischen Bildungsreferenten Dr. Hermann Hage geht es aktuell um insgesamt 4020 Schüler in 171 Klassen, für die etwa 82 Klassenzimmer und 30 Nebenräume benötigt würden. Um alle Azubis für ihren Berufsschulunterricht unterbringen zu können, wurden zuletzt weitere neun Klassenzimmer in der Nachbarschaft, in der Dr.-Leo-Ritter-Straße, angemietet. Allein diese Notlösung kostet jährlich 124000 Euro.

„Das Gebäude ist in einem Zustand, der eine weitere schulische Nutzung ohne Sanierung nicht möglich macht. Es besteht ein zeitlich dringender Umbau- und Sanierungsdruck, der einen Planungsbeginn in 2017 erforderlich macht.“Aus der Beschlussvorlage für den Stadtrat

„Die herrschende Raumnot konnte bisher nur durch die Nutzung von eigentlich ungeeigneten Ausweichräumen als Klassenzimmer abgemildert werden“, heißt es in der Beschlussvorlage für die politischen Gremien. Insgesamt kommt die Schulverwaltung mit Blick auf das Hauptgebäude in Prüfening zu dem Ergebnis: „Das Gebäude ist in einem Zustand, der eine weitere schulische Nutzung ohne Sanierung nicht möglich macht. Es besteht ein zeitlich dringender Umbau- und Sanierungsdruck, der einen Planungsbeginn in 2017 erforderlich macht.“

Darüber werden die Stadträte heute und morgen zu befinden haben. Offen ist dabei, ob ein Neubau favorisiert wird oder eine Ertüchtigung des Bestands. „Es wird geprüft, ob eine Sanierung möglich ist. Dies hängt auch von der Größe des künftigen Bedarfs ab. So ist der Antrag formuliert“, sagte Dr. Hage im Vorfeld der Sitzungen unserer Zeitung.

Im mittelfristigen Investitionsprogramm der Stadt bis 2020 ist das Projekt mit einem Kostenrahmen von 22 Millionen Euro eingestellt. Das ist laut dem Schulreferenten „eine grobe Schätzung“.

9000 Quadratmeter Raumbedarf

Die Summe hänge ab vom Gesamtumfang und dem Flächenbedarf, aber auch von einer möglichen gemeinsamen Unterbringung von Berufsschule III, Berufsfachschule für Büroberufe und städtischer Berufsoberschule Wirtschaft. Für alle drei Schulen ist ein Raumbedarf von insgesamt rund 9000 Quadratmetern veranschlagt. Dazu kämen Pausenfreiflächen von mindestens 4000 Quadratmetern, mindestens 160 Autostellplätze und eine Sportanlage mit Dreifachturnhalle. Rasenspielfeld, Allwetterplätzen und Laufbahnen.

Der Baubeginn ist vorsichtig in vier Jahren angepeilt, der Bezug zum Schuljahr 2023/24.

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