Geplante Projekte
Landkreis Cham: Für Straßensanierungen sind 24 Millionen Euro nötig

13.01.2023 | Stand 15.09.2023, 2:06 Uhr |
Der Große Arber ist Sommer wie Winter eine der touristischen Hauptziele im Landkreis, darum soll in die Sanierung der Staatsstraße auf den Berg hinauf 2023 viel Geld fließen. −Foto: Jan Woitas/dpa

Wenn sich Landrat Franz Löffler mit Berthold Schneider, Baudirektor der Abteilung Straßenbau am Bauamt in Regensburg, Zuständigen Abteilungsleiter für Cham, Richard Bosl, und – verbunden per Video-Schaltung – dem bayerischenVerkehrsminister Christian Bernreiterzusammensetzt, dann geht es um viel: Zum einen um die Bundes- und Staatsstraßen des fünft größten Flächenlandkreises in Bayern, der keine Autobahn hat, und zum anderen um sehr viel Geld.

Das fließt nicht nur in den Neubau etwa von Ortsumgehungen, sondern auch in den Unterhalt der 118 Kilometer Bundesstraßen samt 121 Brückenbauwerken sowie die 356 Kilometer Staatsstraßen mit 131 Brücken – nicht zu vergessen die 424 Kilometer Kreisstraßen mit 84 Brücken und die 2718 Kilometer Gemeinde- oder Ortsverbindungs-Straßen mit einer unbekannten Zahl an Brücken.

Bedarf für das Jahr 2023

Am Donnerstag war es Zeit, gemeinsam den Bedarf für das Jahr 2023 festzustellen – und der ist ziemlich hoch. Wie die Straßenbauer darlegten, seien von den 356 Kilometern an Staatsstraßen knapp 140 Kilometer in einem so schlechten Zustand, dass umgehend oder in naher Zukunft Handlungsbedarf bestehen werde. Für den Landrat mehr als verständlich, bleibe den Bürgern des Landkreises schließlich nichts anderes übrig, als die Bundes- und Staatsstraßen für den täglichen Weg in die Arbeit so zu nutzen wie die Bürger anderer Landkreise die Autobahnen.

Schneider und Bosl hatten vorab schon mal ausgerechnet – ausgehend von der entsprechenden Fläche der Fahrbahn und aufgeteilt auf Deckenbau oder Oberbauverstärkung – wie viel das alles kosten würde. Herausgekommen sind 24 Millionen Euro. „Das ist längerfristig anzulegen“, war nicht nur Richard Bosl, sondern auch Landrat Franz Löffler und Minister Christian Bernreiter überzeugt.

Arber, Bernried und Janahof

Allerdings informierten die Straßenbauer aus Regensburg auch dar, dass der Landkreis Cham unter allen Landkreisen in der Oberpfalz seit vielen Jahren einen der vordersten Plätze belege, was die finanzielle Ausstattung der entsprechenden Abteilungen am Bauamt betreffe. Auch wenn die Zahl von 24 Millionen Euro auf den ersten Blick wenig Zuversicht aufkommen ließe, so habe das Bauamt auch dieses Jahr bereits große und millionenschwere Maßnahmen für den Unterhalt der Straßen im Landkreis Cham geplant.

In diesem Jahr würden rund neun Millionen Euro in den Unterhalt der Staatsstraßen fließen, allein mehr als fünfeinhalb Millionen in die drei größten Maßnahmen.

Das sind im Einzelnen der Ersatzneubau der Brücke am Quadfeldmühlbach in Janahof in Cham (2,3 Millionen Euro), die Sanierung der Fahrbahn von Lohberghütte bis zum Großen Arber (zwei Millionen Euro) und die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Bernried (1,25 Millionen Euro).

Bei den Bundesstraßen müsse dieses Jahr nicht ganz so viel Geld investiert werden. Bei geplanten 3,4 Millionen Euro, die hier vorgesehen seien, werde nur die Fahrbahnsanierung bei Rötz mehr als eine Million Euro (nämlich 1,5 Millionen Euro) kosten. Dass die Frage der Kosten immer drängender werde, stellte Baudirektor Schneider auch noch dar: Zwischen 2015 und 2021 sei der Baupreisindex im Straßenbau um 28 Prozent, beim Brückenbau um 34 Prozent gestiegen. Zwischen 2015 und 2022 lagen die Steigerungen sogar bei 49 beziehungsweise 55 Prozent.