Eishockey-Bayernliga
Löwen des ERSC Amberg wollen die Serie weiter ausbauen

22.12.2022 | Stand 15.09.2023, 2:24 Uhr
Der ERSC Amberg hatte zuletzt oft Grund zum Jubeln – und das soll auch so bleiben. −Foto: T. Baier

Nach sechs Siegen in Folge hat sich der ERSC Amberg den dritten Rang in der Eishockey-Bayernliga und damit eine gute Ausgangsposition für das Erreichen der Aufstiegsrunde erarbeitet. Die Wild Lions sind also auf einem guten Weg, brauchen aber sicherlich noch den einen oder anderen Sieg in den folgenden acht Begegnungen, um die Qualifikation endgültig einzutüten. An diesem Freitagabend, 20 Uhr, könnten die Amberger vor eigenem Publikum einen weiteren Gegner distanzieren und sich gleichzeitig eine Revanche gönnen.

Mit den „Pirates“ des ESV Buchloe hat der ERSC nach der 1:3-Hinspielniederlage noch eine Rechnung zu begleichen, was die Löwen bei anderen Gegnern schon erfolgreich praktiziert haben. Allerdings gilt der aktuelle elfte Tabellenplatz der Piraten nicht als Gratmesser, denn zum einen sind die Gäste mit zwei Partien im Rückstand und noch immer im Kampf um einen der ersten acht Ränge, andererseits gilt Buchloe als äußerst starkes Auswärtsteam, welches in acht Begegnungen fünfmal siegreich vom Eis ging – darunter ein 7:1 in Königsbrunn und ein 5:2 kürzlich in Ulm als Ausrufezeichen.

Defensive als Achillesferse

Die Garanten für Erfolge sind zumeist die gleichen Verdächtigen: Routinier Michal Petrak hat bereits 27 Torbeteiligungen auf seinem Konto, Alex Krafczyk, Markus Vaitl und Robert Wittmann sind am treffsichersten und die Abnehmer von Petraks Vorlagen. Achillesferse ist wohl die Buchloer Defensive, die trotz weniger Begegnungen im Vergleich zum ERSC Amberg schon 20 Gegentore mehr kassiert hat.

Das Abwehrverhalten ist dagegen das große Plus bei den Wild Lions, was auch Dirk Salinger so sieht: „Wir haben mit Timon Bätge sicherlich einen der besten Torhüter der Liga, aber es liegt nicht an ihm alleine, sondern an der gesamten Mannschaft. Es ist die Art und Weise, wie wir unser Haus beschützen“, erklärt der Löwen-Coach.

Positiv sieht Salinger auch die Entwicklung in den Heimspielen, denn nach zwei knappen Niederlagen in der frühen Phase der laufenden Saison haben die Wild Lions die vergangenen sieben Partien im heimischen Stadion am Schanzl allesamt gewonnen – und da hofft der „Sale“ auf einen Ausbau der Serie: „Freitags um 20 Uhr in Amberg anzutreten ist kein Vergnügen für den Gegner“.

Das Spiel steht unter dem Motto „Ladies Night“, was nichts anderes bedeutet, als freien Prosecco für erwachsene Damen in den Drittelpausen an der Bar – solange der Vorrat reicht.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag steht für den ERSC Amberg dann die Auswärtsfahrt zum ERV Schweinfurt auf dem Zettel. Um 18 Uhr ist Spielbeginn bei den Mighty Dogs, die sich ebenfalls noch Hoffnungen auf das Erreichen der Aufstiegsrunde machen. Die Schweinfurter sind am Freitagabend spielfrei und müssen somit tatenlos zusehen, wie und ob die Konkurrenz punktet.

Mighty Dogs gegen Wild Lions – das ist die Begegnung zweiter alter Rivalen, die ihre ersten Duelle bereits in den 1980er Jahren hatten. Der Termin an Weihnachten dürfte dafür sorgen, dass noch mehr Zuschauer kommen, als ohnehin bei Aufeinandertreffen der beiden Vereine.

Nicht nur wegen dieser Brisanz kann das zu einer ganz schweren Aufgabe für den ERSC Amberg werden, denn der ERV Schweinfurt hat sich in dieser Saison bislang tatsächlich als unberechenbar erwiesen. Vor allem gegen starke Gegner wie Erding (5:4), Schongau (6:5) oder Ulm (6:1) glänzten die Dogs vor heimischer Kulisse, dagegen verhinderten Ausrutscher gegen Waldkraiburg (3:4) und Pfaffenhofen (1:4) andererseits eine bessere Platzierung in der Tabelle.

Das Paradestück des ERV ist zweifellos der Angriff mit 82 erzielten Treffern. Größten Anteil hat dabei US-Stürmer Dylan Hood, der hinter dem Königsbrunner Marco Sternheimer auf dem zweiten Platz der Bayernliga-Scorerliste rangiert. Unterstützung findet Hood vornehmlich von Landsmann Joey Sides und Nils Melchior.

Reichlich Motivation

Das Hinspiel bedeutete für den ERSC Amberg trotz des 4:2-Heimsieges ein hartes Stück Arbeit. Tanner Campbell, Shawn Campbell und Marco Pronath trafen doppelt für die Löwen vor gut 900 Zuschauern und die Partie blieb bis zum Ende spannend.

Besonders motivieren braucht Löwen-Coach Dirk Salinger seine Truppe vor dem Weihnachts-Kracher nicht, wie auch Chris Spanger findet: „Dirk wird die Mannschaft richtig einstellen, aber fokussiert sind die Jungs in Spielen gegen Schweinfurt ohnehin“, erklärt der sportliche Leiter der Amberger Löwen. Da muss man aber natürlich auch noch die Freitagspartie gegen den ESV Buchloe gut überstanden haben.