E-Mobilität
Muss die E-Ladestationen versichert sein?

Immer mehr Menschen haben Wallboxen für ihre E-Autos daheim. Daraus ergeben sich aber auch rechtliche Fragen.

19.02.2022 | Stand 15.09.2023, 7:02 Uhr |
Karl Wutz
Versicherung für Wallboxen zuhause – sinnvoll oder ein teures Extra? Unser Experte gibt Antworten. −Foto: Bernd Thissen/dpa

Ohne Strom keine E-Mobilität. Wo versichert man die „Lebensspender“ fürs E-Auto? Die Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert sauberen Strom, der dank Speicher jederzeit selbst genutzt werden kann. So lädt man über Nacht sein E-Auto auf und fährt am nächsten Morgen wieder mit grünem Gewissen zur Arbeit. Dieser Fall wäre eine an sich runde Sache, die bei immer mehr Bundesbürgern anzutreffen sein wird – zumindest bei denen mit eigenem Haus.

Wo auch immer der Strom herkommt, er muss in den Akku. Idealerweise kann man daheim laden. Dafür gibt es Wallboxen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind, und mobile Ladestationen („Ladekabel“). Da diese so elementar wichtig für die Nutzbarkeit des Autos sind, ist verständlich, dass man sich so seine Gedanken macht, wo diese im Fall der Fälle mitversichert wären.

Anzeige beim Versicherer empfohlen

Deckung in der Photovoltaikversicherung: Es könnte jetzt überraschend sein, aber auch in der Photovoltaikversicherung kann Deckung für Wallboxen und Ladestationen geboten sein. Natürlich müssen diese auch in der Versicherungssumme mitberücksichtigt worden sein. Der Schutz wäre dann – wie bei Technischen Versicherungen üblich – sehr umfangreich.

Wallboxen einfach versichern

Halten wir fest: Wallboxen können auf verschiedene Art recht einfach und umfangreich versichert werden. Wir empfehlen jedoch grundsätzlich, die Installation einer Wallbox oder auch Ladesäule beim Versicherer anzuzeigen. Auch wenn diese in der Regel sehr offen mit dem Thema umgehen, gibt es nur selten feste bedingungsseitige Regelungen für Ladestationen. Die Gefahr einer unter Umständen nicht angezeigten Gefahrerhöhung lässt sich durch vorsorgliche Anzeige beim Versicherer einfach umgehen.

Und mobile Ladegerätschaften? – Nun, mobile Ladevorrichtungen sind natürlich nicht fest mit dem Gebäude verbunden. Das macht es jetzt etwas schwieriger. Als zur Nutzung eines Kfz nötiges Teil dienen diese in der klassischen Definition nicht dem Haushalt. Eine Deckung in der Hausratversicherung werden Sie daher eher selten finden.

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Karl Wutz ist Versicherungsmakler und Experte für Gewerbliche und Industrielle Sachversicherung (DMA).Er betreut überwiegend mittelständische Unternehmen und bietet spezielle Deckungskonzepte über alle Versicherungssparten und Branchen.Karl Wutz, Versicherungsmakler GmbH & Co. KG, Chamer Höhe 2, 93455 Traitsching/Wilting, Telefon (0 99 71) 39 29 90 0, E-Mailinfo@wutz-versicherurungsmakler.de

Aber irgendwie ist es doch auch ein Kfz-Teil…! Der Gedanke ist jedenfalls naheliegender als der, dass es sich um Hausrat handeln könnte. Und folgerichtig findet sich inzwischen auch in den meisten Kfz-Tarifen eine Deckung. Normalerweise ist diese aber subsidiär zu anderen Versicherungen. Das heißt, eine leistungspflichtige Gebäude- oder anderweitige Versicherung geht im Schadenfall gegebenenfalls vor.