Demo in Regensburg
Ukrainerin berichtete am Dom vom Krieg

Am Sonntag fand am Domplatz eine pro-ukrainische Kundgebung statt. Auch Geflüchtete erzählten ihre bewegenden Geschichten.

08.05.2022 | Stand 15.09.2023, 5:17 Uhr
Zwischen den Reden gab es immer wieder Musikbeiträge in ukrainischer Sprache. −Foto: Theo Wolter

Rund 40 bis 50 Teilnehmer sind am Sonntag zur Kundgebung für die Ukraine vor den Regensburger Dom gekommen. Allerdings ließen die teilweise sehr emotionalen Reden Passanten immer wieder innehalten.

Veranstaltet wurde die Kundgebung von der Regensburger Seebrücke und der neugegründeten Russisch-Ukrainischen-Friedensbewegung. Es ging um die Solidarisierung mit den Menschen in der Ukraine und generell allen Menschen auf der Flucht. Auch wurde von Deutschland und der EU ein Öl- und Gasembargo gefordert. Auf dem Schild einer ukrainischen Geflüchteten stand: „No more Deals with the Devil“ – unter einer blutroten Zeichnung von Putin.

Veranstalterin Katja Ladynskaya fand in ihrer Rede klare Worte: „Das Gas- und Öl-Embargo ist einfach unsere moralische Pflicht nach den Bildern die wir aus Mariupol, Butscha und Kramatorsk gesehen haben. Die EU hat seit dem Beginn des Krieges 35 Milliarden Euro an das putinsche Regime überwiesen [...] und nur eine Milliarde an die Ukraine. Das ist absurd. Der Krieg wird gerade aus unseren Steuern mitfinanziert.“

Die Erzählungen der ukrainischen Geflüchteten Julia zeichneten das Bild einer grausamen Realität in den Kriegsgebieten: „In Mariupol vergewaltigten die Russischen Besetzer mehrere Tage lang abwechselnd eine Frau vor den Augen ihres sechsjährigen Sohnes. Sie starb später an ihren Verletzungen. Ihr Sohn wird für den Rest seines Lebens traumatisiert sein.“

Russin Katja las eine Geschichte vor, die eine Ukrainerin veröffentlicht hatte. Deren Mutter überlebte die menschenunwürdigen Bedingungen während der Bombardierungen nicht. „Als es draußen endlich still wurde, trug unser Onkel ihre Leiche nach draußen und wurde dabei durch eine Sprengfalle getötet“, las Katja aus der Geschichte. Erzählungen wie diese lassen sich nicht unabhängig auf ihre Richtigkeit überprüfen. Die Tränen der ukrainischen Geflüchteten während der Musikbeiträge waren aber echt.