Letzter Akt des Fernduells
Vilzing will in Illertissen gewinnen − und Ansbach erneut die Fersen zeigen

23.05.2023 | Stand 14.09.2023, 23:56 Uhr |
Thomas Mühlbauer
Mit aller Macht möchte Vilzing (hier gegen Buchbach) in Illertissen die Punkte erzwingen. −Foto: ctm

Es lief die 95. Minute am Samstag im Manfred-Zollner-Stadion. Zwischen der DJK Vilzing und dem TSV Buchbach stand es immer noch 0:0. Ein Ergebnis, das die Deutsche Jugendkraft wieder auf den Relegationsplatz zurückgeworfen hätte.Denn das Parallelspiel zwischen der SpVgg Ansbach und dem FC Augsburg II war da schon längst beendet.

Und so hatte die Kunde vom 5:2 der Mittelfranken gegen die Bundesligareserve der Fuggerstädter schon längst die Runde im Stadion gemacht. Und als eine erneute Flanke in den Strafraum segelte, kam Ex-Profi Jim-Patrick Müller an den Ball, rund 16 Meter vor dem Tor, er traf die Kugel dabei gar nicht richtig, sondern nur mit dem alt bewährten „Bauernspitz“. Doch das reichte aus, um das Leder im Netz zu versenken. Aufgrund des Spielverlaufes und des unermüdlichen Anlaufens der Schwarz-Gelben hochverdient. Denn die Gäste aus Buchbach waren vor allem im zweiten Durchgang nur darauf aus, das 0:0 zu verwalten.

Destruktive Buchbacher

Angesprochen auf die destruktive Spielweise seiner Truppe sagte Gästetrainer Uwe Wolf: „Bei uns war der Klassenerhalt schon sicher, also hab ich der Mannschaft eine andere Aufgabe gestellt, sie sollten so verteidigen, wie die AS Rom am Donnerstag beim 0:0 in Leverkusen.“

Der TSV Buchbach tat dies auch hervorragend, inklusive dem Zeitspiel der „Römer“ vom Donnerstag. Doch Schiedsrichter Elias Tiedeken hatte sich die Partie vermutlich auch angeschaut und packte aus diesem Grund eine große Nachspielzeit von sechs Minuten drauf. Am Ende siegte die DJK dank des Treffers von Müller mit 1:0 und geht nun mit einem Punkt Vorsprung vor der SpVgg Ansbach in das Endspiel um den direkten Klassenerhalt gegen den FV Illertissen.

Trainer Josef Eibl lobte sein Team nach dem Schlusspfiff in höchsten Tönen: „Man muss das auch mal am Schirm haben, gegen welche Mannschaft wir da jetzt gespielt haben. Die Mannschaft hat zehn Spiele in Folge nicht verloren. Sie waren seit dem Trainerwechsel unbesiegt.“ In einigen Szenen ließ der TSV das durchaus auch durchblicken, wie gut man Fußball spielen kann. Die DJK glaubte an sich, was Eibl stolz machte: „Wir haben immer an uns geglaubt und immer weiter gemacht. In der zweiten Hälfte hatten wir einige gute Chancen noch ausgelassen. Der Ball wollte einfach nicht rein.“

Und Eibl wollte gar nicht verhehlen, dass man wusste, wie es in Ansbach steht: „Das bekommt doch jeder mit, dass man ein Tor braucht, dass Ansbach klar führt. So steigt der Druck einfach.“ Denn ein Unentschieden hätte nicht gereicht, wie Eibl sagt, denn wäre es beim 0:0 geblieben, wäre der direkte Klassenerhalt wohl weg gewesen.

Siegtorschütze Jim Patrick Müller sagte nach dem Spiel: „Das ist Wahnsinn. Das war der pure Wille, wir sind die ganze Zeit angerannt. Irgendwie rein mit dem Bauernspitz. Besser geht es nicht.“ Und an der Reaktion der Zuschauer während des Spiels war auch deutlich erkennbar, dass eigentlich alle wussten, wie es im Parallelspiel steht. Müller wollte das so aber nicht sehen: „Nullkommanull, wir wussten das nicht. Das interessiert uns auch ehrlich gesagt nicht. Wir wussten, dass wir gewinnen müssen und die 95. Minute gehört halt auch noch zum Spiel dazu. Ein Spiel geht so lange bis der Schiedsrichter abpfeift. Und jetzt haben wir uns einfach auch mal mit einem späten Tor belohnt.“

Kapitän Christian Kufner, suchte ebenfalls nach Spielschluss nach den richtigen Worten: „Nach dem Spiel bin ich sprachlos. Der Sieg ist absolut verdient, wir haben über 90 Minuten die Mehrzahl der Chancen gehabt.“

Gute Erfahrungen gesammelt

Vor allem musste die DJK diesmal viele Standards verteidigen, was gelang. „Wir waren heute sehr konzentriert. Wir wollten unbedingt zu Null spielen, weil wir wussten, dass es dann gegen Buchbach einfach schwer wird, einen Rückstand zu drehen“, erklärte Kufner.

Die DJK geht nun am Samstag ins Endspiel um den direkten Klassenerhalt. Kufner zieht da Parallelen zum vergangenen Jahr: „Das ist wieder ein Fernduell mit Ansbach, wie schon im Vorjahr. Hoffentlich wieder mit dem besseren Ende für uns.“