Ehrenzeichen verliehen
„Vorbilder der Gesellschaft“ erhalten eine Auszeichnung in Eschlkam

03.08.2022 | Stand 15.09.2023, 4:10 Uhr

Landrat Franz Löffler und KBR Michael Stahl (vorne Mitte) zeichneten elf Kameraden für 25 Jahre aktive Dienstzeit aus.

„Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben“: Dieses Humboldt-Zitat zum Thema „Miteinander“ zierte das Programmblatt zur Verleihung der Staatlichen Feuerwehr-Ehrenzeichen für den KBI-Bereich Furth im Wald/Hohenbogenwinkel im Gasthof zur Post in Eschlkam (Landkreis Cham). Felicitas Wutz eröffnete die Feierstunde mit Harfenklängen und setzte immer wieder musikalische Glanzpunkte.

Landrat Franz Löffler bezeichnete die Veranstaltung als kleines Jubiläum, zumal es sich um den 20. Ehrenabend handelt. Engagierte Feuerwehrleute leisteten einen Dienst, der mit Geld nicht zu bezahlen sei. Löffler streifte die derzeitige Situation mit Corona und dem Krieg in der Ukraine. Beides berühre die Menschen und lasse die Frage zu: Was kann ich dazu beitragen, damit wir stabil leben? Der Dienst der Feuerwehrleute sei in Wahrheit ein Stabilisierungsdienst und Friedensgruß an die Gesellschaft.

„Wenn wir nicht imstande wären, die örtlichen Sicherheitsbelange im Kleinen zu regeln, würde es im Großen erst gar nicht funktionieren“, so Löffler. Es sei allzu selbstverständlich, wenn der Piepser gehe, dass die Feuerwehr Tag und Nacht komme. Dabei habe die Gesellschaft durch ihr Anspruchsdenken das Bewusstsein verloren, diesen Dienst wertzuschätzen. „Mit welcher Akribie, Präzision und technischer Raffinesse Feuerwehrdienst heute abläuft, hätten wir uns vor 50 Jahren nicht vorstellen können“, betonte Löffler und spannte den Bogen zur hochtechnischen Einsatztruppe, die im Landkreis Cham mit 190 Feuerwehren das Prädikat „stark“ verdiene.

Viel Geld für neue Geräte

Dabei seien die Bürger die Profiteure der Feuerwehren, die ohne die Ausstattung durch die Kommunen die Herausforderungen nicht meistern könnten. Erhebliche Beträge wurden zudem aus den Vereinskassen in Geräte investiert.

Im Dorf trügen Feuerwehrvereine zum gesellschaftlichen Leben bei und vermittelten Heimatgefühl. Die Arbeit der ehrenamtlich Aktiven genieße höchste Anerkennung, wofür die vom Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann vorgesehenen Ehrungen ein Ausdruck seien.

Der Landrat verlieh zusammen mit KBR Michael Stahl, KBI Mario Bierl und im Beisein der KBM Michael Gutscher und Markus Hierstetter, der Kommandanten und Vorsitzenden, der Bürgermeister Michael Multerer, Florian Adam, Markus Müller und Michael Mühlbauer sowie der Partner der Geehrten die Ehrenzeichen an verdiente Kameraden aus dem KBI-Bereich Furth i.W./Hohenbogenwinkel.

Dank vom Landrat

„Stell dir vor, du drückst – und keiner kommt“, fasste Bürgermeister Adam die Texte der beiden Feuerwehrgrafiken zusammen und zollte jenen Leuten Lob, die ihrer Feuerwehr seit Jahren die Treue halten. Die Versorgungswege würden immer weiter, „weshalb wir immer mehr auf die Feuerwehren zurückgreifen müssen“. Auch das Thema Reanimation bedürfe deren Beihilfe. „Von kommunaler Seite unterstützen wir die Feuerwehren so gut es geht“, betonte er. Material und Engagement seien gut, aber die Hintergrundarbeit zu bewerkstelligen, sei nicht einfach.

KBR Stahl war stolz auf die zu Ehrenden und richtete den Dank an Landrat Löffler, die Kreisräte und Bürgermeister, die diese Veranstaltung ermöglichten. Man spüre ein Stück weit Aufbruchstimmung bei den Feuerwehren, die wieder Gas gäben. Die Geehrten seien nicht nur Leistungsträger, sondern „wahre Vorbilder in der Gesellschaft und Garanten dafür, dass unsere Gemeinschaft funktioniert“. Ein schmackhaftes Menü rundete das Beisammensein ab.