Brunnen und Fontäne betroffen
Wegen Energiekosten-Explosion: Gemeinde Bodenwöhr schränkt Wasserspiele ein

18.11.2022 | Stand 15.09.2023, 2:53 Uhr
Über den Winter ist das Wasser in den Brunnen, wie hier in der Bodenwöhrer Ortsmitte, ohnehin abgelassen. Im Frühjahr werden die Dorfbrunnen allerdings nicht mehr so lange sprudeln. −Foto: Renate Ahrens

Auch die Gemeinde Bodenwöhr reagiert auf die gestiegenen Energiekosten und greift durch. Die Laufzeiten von mehreren Brunnen sowie der Wasserfontäne am Hammersee werden begrenzt – und weitere Maßnahmen sind schon in Planung.

Der Hauptausschuss Bodenwöhr beriet in der vergangenen Sitzung über Energiesparpotenziale beim Strom für die gemeindlichen Gebäude und Einrichtungen. Im Jahr 2023 sei mit einem Arbeitspreis von 68 Cent pro Kilowattstunde (Gesamtkosten: 641000 Euro) zu rechnen, im Jahr darauf mit rund 38 Cent (Gesamtkosten: 363000 Euro). Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte man noch Ausgaben von 206000 Euro. Der Energiepreisdeckel ist allerdings noch nicht berücksichtigt.

Keine Änderungen bei systemrelevanten Gebäuden

Aufgrund dieser enormen Kostensteigerung schlug die Gemeindeverwaltung einige Maßnahmen vor, die der Hauptausschuss ausführlich diskutierte. Man beschloss schließlich, die Betriebszeiten der Brunnen in der Ortsmitte am Barbaraplatz, in Altenschwand, am Bahnhof und in Neuenschwand zeitlich zu befristen, ebenso die Wasserfontäne am Hammersee.

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Bei systemrelevanten Gebäuden wie der Aussegnungshalle am Friedhof plane man keine Änderungen. Das Hauptschulgebäude soll bereits im Jahr 2023 an das geplante Heizhaus angeschlossen und das Heizsystem umgerüstet werden. Auch bei den Straßenbeleuchtungen gebe es Potenzial – man wolle eine Kostenschätzung für eine Umrüstung einholen.

Nur ein Drittel der Straßenleuchten bisher umgestellt

Rund ein Drittel der Brennstellen, insgesamt 252, sind erst auf LED umgestellt. 175 Lampen hätten noch einen sehr hohen Stromverbrauch. Wegen der hohen Nachfrage nach stromsparenden Leuchtmitteln verzögere sich jedoch die Umrüstung.

Ebenso werde sich der Stromverbrauch für die Wasserversorgung deutlich erhöhen – von rund 60000 im Jahr 2021 auf rund 195000 Euro im Jahr 2023. Der Hauptausschuss beschloss, eine Gebührenkalkulation für den Bereich Wasser durchzuführen und dem Gemeinderat zum Entscheidung vorzulegen. Zudem wolle man prüfen, ob eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch sinnvoll sei.