Besinnliche Klänge in St. Emmeram
Adventskonzert in der Basilika – Volles Haus und beeindruckende Klangwelten

04.12.2023 | Stand 04.12.2023, 17:00 Uhr

Zum Adventskonzert wurde die Basilika St. Emmeram rot und blau ausgeleuchtet. Foto: Tim Graser

Es ist der spätmöglichste Termin, auf den ein erster Advent überhaupt fallen kann, der 3.Dezember. Dem 59. Regensburger „Advent-Singen-Musizieren“, dem alljährlichen Konzert am ersten Advent in der Basilika St. Emmeram, diesmal unter der Leitung von Daniel Reisinger, kam das nur zugute: Schneebedeckte Dächer und ein weiß berieselter Tannenbaum vor dem Kirchenportal taten ihr Übriges zur vorweihnachtlichen Stimmung, die dank der Musiker in der rot und blau ausgeleuchteten Basilika aufkam. Die Bänke in der Kirche waren dementsprechend voll gefüllt.

Basilika und Brass: Das passt



Zum Auftakt am späten Nachmittag, als noch die letzten Sonnenstrahlen das Firmament der Basilika erleuchteten, spielte „Brassmania Regensburg“ einen Festmarsch. Das fünfköpfige Blechbläser-Ensemble kommt aus dem Raum Regensburg und besteht sowohl aus hauptberuflichen Musikern wie auch aus „höchst engagierten Laien“, wie es auf dem Programm zum Konzert heißt. Langjährige Freundschaft und „ausgedehnte Zusammenarbeit in allen denkbaren musikalischen Bereichen“, habe die Gruppe so sehr zusammengeschweißt, dass sie sich mittlerweile blind verstehen. Ihre Musik – von „Maria durch ein Dornwald ging“ bis „Go tell it on the Mountain“ war alles dabei – kam mit der Akustik der Basilika und ihrem intensiven Hall hervorragend zur Geltung.

An der Truhenorgel stand der Regensburger Musikpädagoge Ludwig Schmitt. Schmitt hat als Organist schon an renommierten Konzertreihen teilgenommen, darunter zum Beispiel die „Matinéen in der Festspielzeit“ in der Bayreuther Schlosskirche sowie Konzerte im Bamberger, Passauer oder Magdeburger Dom. Mit seiner Truhenorgel, quasi eine Orgel im Miniaturformat, sorgte er in der Basilika am Adventssonntag für die hohen Töne und klassischen Weihnachtslieder, darunter „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ oder „Morgen kommt der Nikolaus“.

Höhepunkt kam aus Südtirol



Highlight des Konzerts waren die Lieder des „Männergesangsvereins Brixen 1862“, der extra aus Südtirol angereist war. Der Traditionsverein ist für seine Auftritte zu weltlichen oder kirchlichen Anlässen bekannt, gilt teils sogar als Botschafter der Stadt Brixen und des Landes Südtirol, versteht er es doch aufs Besondere ein festliche Note zu vermitteln. „Schwerpunkt der musikalischen Vereinsarbeit“, so heißt es auf der Webseite des Vereins, „bildet die Pflege der traditionellen Männerchorliteratur“.

Magdalena Salchegger an der Harfe und Andreas Schmid an der steirischen Harmonika rundeten den Abend musikalisch ab. Zusammen spielte das Duo einige Volksmusiklieder wie „Sonnenuntergang am Falkenstein“. Humoristische Textbeiträge zwischen den einzelnen Liedern brachte der Oberpfälzer Kabarettist Toni Lauerer. Seine Geschichten, wie die über den Zwist eines alten Ehepaares bezüglich der alljährlich zu verschickenden Weihnachtskarten – „Onkel Herbert kriegt heuer keine, dem hab ich eine Email geschickt“ – erfreuten sich großer Beliebtheit. Weihnachten sei ja in erster Linie ein Fest der Freude, sagte Lauerer, „deswegen will ich heut ein bisschen was Lustiges erzählen“.