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Eine bessere Klimapolitik

Für Millionen Menschen sprudelt sauberes Wasser nicht einfach so aus der Leitung. Darauf macht der Weltwassertag aufmerksam.
Carmen

Carmen Paradiso leitet die Abteilung Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit bei arche noVa.
Carmen Paradiso leitet die Abteilung Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit bei arche noVa.

Dresden.Heute ist Weltwassertag. Er macht darauf aufmerksam, dass noch immer für knapp 850 Millionen Menschen sauberes Trinkwasser nicht einfach so aus der Leitung sprudelt. Die Vereinten Nationen wollen das bis zum Jahr 2030 ändern. Heute gehen auch wieder junge Menschen zum Friday for Future auf die Straße, um gegen den Klimawandel und die Tatenlosigkeit der Verantwortungsträger zu demonstrieren.

Zu Recht erheben die jungen Menschen ihre Stimme. Denn der Klimawandel bedroht nicht zuletzt auch das Ziel, bis zum Jahr 2030 die weltweite Wassersituation zu verbessern. Der UN-Klimarat warnt bereits jetzt vor kommenden Wasserkrisen in vielen Regionen der Welt. Das trifft die Ärmsten der Armen besonders hart. In vielen Gegenden der Welt sind die Menschen und ihre Existenz in erster Linie von der Landwirtschaft abhängig.

Was das heißt, sehen wir täglich in unserer Projektregion in Mali, wo mit der zunehmenden Erderwärmung die Wüste voranschreitet und den Kleinbauern die Grundlage für ihre Landwirtschaft nimmt. Unregelmäßiger werdende Niederschläge sind ein weiteres Klimaproblem. Darunter leidet die nomadisch lebende Bevölkerung in Ost-Äthiopien. Die Menschen können ihre Viehherden nicht mehr ausreichend tränken und sich selbst nur schlecht versorgen. Regelmäßig wiederkehrende und sich verstärkenden Hungersnöte prägen ganz Ostafrika.

Konfliktforscher weisen darauf hin, dass mit zunehmendem weltweitem Wasserstress auch Konflikte um Wasser zunehmen können. Der Nahe Osten ist eine Region, die besonders damit zu kämpfen hat, ausreichend Wasser in guter Qualität den Menschen zur Verfügung zu stellen. Im Libanon kommt hinzu, dass seit Ausbruch des Kriegs in Syrien vor acht Jahren 30 Prozent mehr Menschen versorgt werden müssen. Vielerorts droht der Ausbruch lokaler Wasserverteilungskonflikte.

Eine weitere Auswirkung des Klimawandels sind die weltweit zunehmenden Extremwetterereignisse: Wirbelstürme suchen unter anderem die Küsten der Philippinen und Indonesiens vermehrt heim – eine Folge ist hier, dass dann die Abwasserversorgung zusammenbricht, das Trinkwasser verschmutzt ist und Krankheiten durch verschmutztes Wasser leichtes Spiel haben. Es gibt also Gründe genug, für bessere Klimapolitik zu kämpfen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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