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Gutachten

Lärmpegel ist nicht zu hoch

Auch wenn die lärmgeplagten Anwohner es kaum glauben: Die Lautstärke an der BAB-Brücke liegt innerhalb der Grenzwerte.
Von Klaus Högl

Die Gemeinde Kümmersbruck hat eigenes Gutachten zur Feststellung des Lärmpegels erstellen lassen. Foto: Klaus Högl
Die Gemeinde Kümmersbruck hat eigenes Gutachten zur Feststellung des Lärmpegels erstellen lassen. Foto: Klaus Högl

Kümmersbruck.Das leidige Thema zieht sich schon gut 20 Jahre hin: Der Lärm der Autobahnbrücke nervt die Theuerner, insbesondere jene, die ihre Häuser nahe an der BAB - Brücke stehen haben. Theuerns Bürger sind der Meinung, dass der im Dorf gefühlte Schallpegel durch die Beschaffenheit der Fahrbahn und des daraus entstehenden lauten „Klack, klack, klack“ einfach viel zu hoch ist.

Zur gegebenen Zeit kam das Thema immer wieder mal auf den Tisch des Gemeinderates, denn man wollte der Autobahndirektion nicht so recht abnehmen, dass deren Messungen und Hochrechnungen über den Lärmpegel stimmen. Das Resümee der Direktion auf mehrfache Nachfrage der Verwaltung war nämlich: Der Lärmpegel auf der Autobahnbrücke ist nicht zu hoch. Und das trotz zunehmenden Verkehrsaufkommens. Nach ihren Zahlen über Verkehrsaufkommen und Lärmpegel gäbe es keinen Bedarf etwas zu ändern.

Gemeinde maß selbst nach

Ein Café soll an der Einfahrt Haselmühl entstehen. Doch zu diesem Vorhaben gibt es einige Vorbehalte. Foto: Klaus Högl
Ein Café soll an der Einfahrt Haselmühl entstehen. Doch zu diesem Vorhaben gibt es einige Vorbehalte. Foto: Klaus Högl

Grund des (Lärm-)Übels sind wohl die Dehnungs- bzw. Trennfugen auf der Brücke, durch deren Überfahren der Lärm entsteht. Eine grundsätzliche Sanierung der Brücke war gefordert, das wurde abgelehnt, schließlich hat der Gemeinderat beschlossen, in Sachen Messung selbst tätig zu werden. Ein autarkes Ingenieurbüro wurde mit den Messungen beauftragt, endlich mal belastbare Ergebnisse in Sachen Lärmaufkommen sollten für klare Verhältnisse sorgen.

Das ausführende Ingenieurbüro für Bauphysik aus Nürnberg hat vom 2. bis zum 8.Juni täglich 24 Stunden lang entsprechende Messungen durchgeführt, und zwar an drei vorher ausgewählten Messpunkten in Theuern.

Das Ergebnis ist eindeutig: Während der gesamten Messzeit blieben die Pegel unter den Grenzwerten für Immissionen. Soll heißen: Es besteht kein immissionsschutzrechtlicher Sanierungsbedarf. Der Geräuschpegel ist zwar hoch, überschreitet aber nicht die Grenzwerte. „Jetzt haben wir ein Ergebnis, klipp und klar“, nahm Theuerns Gemeinderat Herbert Breitkopf (SPD) das Gutachten zur Kenntnis.

Weitere Bedenken zum Thema Ortseinfahrt

  • Spazierweg:

    Die Ortseinfahrt nach Haselmühl soll ein neues Gesicht bekommen. Unter anderem ist im Gespräch, dass auf dem ehemaligen Gelände der Tankstelle Ehrensberger eine Bäckerei beziehungsweise ein Café einziehen soll. In der Bürgerfragestunde brachte Heinrich Schäfer aus Haselmühl seine Bedenken bezüglich möglicher Staus zum Ausdruck (siehe Text). Außerdem bat er den Gemeinderat darum, darauf zu achten, dass bei einem Neubau auch der Spazierweg Richtung Vilsaue mit einbezogen werden sollte.

  • Barrierefreiheit:

    Die Kümmersbrucker Inklusionsbeauftragte Else Koller ermahnte die Gemeinde, bei den Planungen drauf zu achten, dass barrierefrei gebaut werde. Außerdem sei es essenziell, sagte Koller, dass auch eine Toilette zur Verfügung stehe, die benutzt werden könne. Sie erwähne diesen Punkt nicht ohne Grund, führte Koller aus, denn sie habe in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass zumindest ein Einkaufsmarkt (inklusive Café) keine Toilette zur Verfügung stelle – obwohl eine vorhanden sei.

Der Gemeinde Kümmersbruck war sehr an einem belastbaren Ergebnis gelegen, sie hat rund 8000 Euro für das Gutachten aufgewendet.

Wer von der BAB Ausfahrt Theuern nach Kümmersbruck fährt, muss außerdem schon ein Navigationsgerät im Auto haben, ansonsten wird er sich schwer tun, eine Adresse zu finden. Es fehlt nämlich in Lengenfeld die Orts- oder Infotafel neben der Bushaltestelle. Das hat Gemeinderätin Veronika Frenzel (SPD) bemängelt. Die Tafel fehlt schon seit Anfang des Jahres. Da wurde im Gemeinderat schon auf den maroden Zustande der alten Ortstafel hingewiesen. Sie wurde auch entfernt, seither aber herrscht gähnende Leere. „Nicht vergessen!“, hieß es seitens der Verwaltung, die Herstellung der Infotafel sei bereits in Auftrag gegeben.

Und wer schließlich vom Vilstal kommend den Ortseingang von Lengenfeld passiert, der wird von der St. Wendelinskapelle oben schon von weitem begrüßt – freilich mit der falschen Uhrzeit. Die steht nämlich seit langem permanent auf „zehn Minuten vor Acht“, stellte die Gemeinderätin Veronika Frenzel ebenfalls fest. Und mit ihr täglich viele Autofahrer. Das allerdings sei nicht Sache der Gemeinde, klärte Hans Graf (CSU) auf, das sei eine Angelegenheit der katholischen Kirchenstiftung.

Stau am Ortseingang

Apropos Ortseinfahrt: In der Bürgerfragestunde stufte Heinrich Schäfer aus Haselmühl die Idee, eine Bäckerei beziehungsweise ein Café auf dem ehemaligen Gelände der Tankstelle Ehrensberger am Ortseingang beziehungsweise am Ortsausgang zu eröffnen, zunächst grundsätzlich als positiv ein.

Freilich hätte die Sache laut Schäfer auch einen großen Haken: Damit würde sich der Verkehr durch Haselmühl durch Links- bzw. Rechtsabbieger noch mehr stauen. Denn auf kürzester Entfernung sei dann nach Kreuzung, Apotheke, Getränke Feldmeier, Blumenladen, Reparaturwerkstätte, Ampel Bachweg, Disca Markt und dann einer neuen Bäckerei Hiltner von einem Verkehrsfluss kaum mehr auszugehen. „Da ist ein Verkehrschaos vorprogrammiert“ fürchtet Schäfer.

Der Erste Bürgermeister Roland Strehl entgegnete auch hier, dass das Problem bekannt sei. Noch sei das ganze Bauvorhaben im Genehmigungsverfahren, man werde sich mit dem Staatlichen Bauamt auseinandersetzen.

„Klar ist“, sagte Strehl, „dass es eine Verkehrsführung geben muss, mit der Staus vermieden werden.“

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