MyMz
Anzeige

Der Woid zeigt sich bei Instagram

Der Landkreis Cham hat einige Influencer. Eine davon ist Christina Schweitzer aus Furth im Wald. Sie stellt die Szene vor.
Von Christina Schweitzer

Mehr als 14.000 Menschen folgenChristina Schweitzer auf Instagram. Mehr, als ihre Heimatstadt Furth Bürger hat. Für Bilder passt die Natur rund um den Voithenberg, erklärt sie.
Mehr als 14.000 Menschen folgenChristina Schweitzer auf Instagram. Mehr, als ihre Heimatstadt Furth Bürger hat. Für Bilder passt die Natur rund um den Voithenberg, erklärt sie. Foto: Christina Schweitzer

Furth im Wald.Instagram und Influencer - diese Begriffe sind gerade in aller Munde. Doch kaum einer weiß so richtig, was dahinter steckt. Außerdem: Ist diese „Modeerscheinung“ sowieso nicht nur was für die Städter – und auf dem Land interessiert’s niemanden? Doch das ist falsch. Instagram hat auch im Landkreis Cham Einzug gehalten. Bei Instagram handelt es sich um eine Internetplattform, die vor allem auf Fotos und Videos basiert.

Die deutsche Poetry Slammerin, Julia Engelmann, schrieb in einem ihrer Werke: „War nicht auch van Gogh nur ein wirrer, verwirrter Narzisst auf nem Instagram-Selfie mit Filter? (..) War nicht Picasso ein Malkasten-Lover mit Absicht sein eigenes Abbild zu Covern?“. Eben diese Fragen stellt die junge Frau in ihrem Text „Selfie“. Und genau um diese Selfies, diese Selbstporträts, scheint sich bei Instagram alles zu drehen. Um diesem Phänomenen im Landkreis auf die Spur zu gehen, haben wir mit einigen Instagramern der Region gesprochen.

Katharina Kiefl setzt sich stets mit ihrem Pferd in Szene.
Katharina Kiefl setzt sich stets mit ihrem Pferd in Szene. Foto: Kiefl

Die Furtherin Katharina Kiefl zeigt auf ihrem Instagramprofil vor allem Einblicke in den Reitsport. Sie macht ihre Fotos immer da, wo es gerade passt: Egal, ob Wiese, Stall oder Reitplatz, so dass eine gute Mischung von Schnappschüssen und gestellten Bildern entsteht. Sie ist durch Freundes auf Instagram aufmerksam geworden. Ihr gefällt, dass es viele verschiedene Accounts in sämtlichen Sparten des Lebens gibt. Dadurch bekomme man auch in jene Bereiche Einblicke, die man zuvor noch nicht kannte. Des Weiteren nennt sie den Vorteil, dass man durch dieses soziale Medium auch auf sich aufmerksam machen kann. Ein Nachteil besteht für sie jedoch in der Zeit, die man für ein schönes Profil investiert. „Wenn man Instagram länger hat, verbringt man dort extrem viel Zeit“, ist sich die junge Furtherin sicher. Des Weiteren macht man sich öffentlich angreifbar. Aber dennoch ist Instagram für sie ein schönes Hobby, so dass sie auch weiterhin als „katha.van.k“ von sich und ihrer Pferdeliebe hören lässt. Sie bezeichnet sich selbst noch nicht als Influencer. In diesem Fall würde sie mit Firmen kooperieren und Werbeaufträge schalten. Dennoch freut sie sich doch über jeden neuen Follower.

Hier kommen Sie zum Instagram-Profil von Katharina Kiefl

Steffi Nachreiner ist zumeist mit einem ihrer Vierbeiner abgelichtet.  Foto: Nachreiner
Steffi Nachreiner ist zumeist mit einem ihrer Vierbeiner abgelichtet. Foto: Nachreiner

Die Tierliebe ist es auch, die 20-jährige Furtherin Steffi Nachreiner dazu veranlasst, Bilder auf Instagram zu posten. Sie sieht in Instagram eine Alternative zu Facebook, da dort weniger Werbung geschaltet ist und man nur das sieht, was man wirklich sehen will. Des Weiteren kann man selbst entscheiden, welche Beiträge der breiten Öffentlichkeit als zugänglich geschaltet werden. Besonders toll findet sie auch die sogenannte „Story“-Funktion. Dort kann man Schnappschüsse und kurze Videos mit seinen Freunden teilen und nach 24 Stunden sind diese Sequenzen nicht mehr sichtbar. Auf ihrem Kanal postet die angehende Bankkauffrau vor allem Reit- und Kutschen-Bilder. Da kann es auch sein, dass ihr Hund Benni mal wieder vor die Kamera muss. Für ihre Bilder zeiht sie vor allem Wald und Wiesen vor. Zu einem ihrer Lieblingsorte zählt hier der Drachensee in Furth.

Hier kommen Sie zum Instagram-Profil von Steffi Nachreiner

Pferde, Fitness und auch Mode

Manuel Ebner ist im Fitnessstudio aktiv und zeigt sich so seiner Community. Foto: Ebner
Manuel Ebner ist im Fitnessstudio aktiv und zeigt sich so seiner Community. Foto: Ebner

Ein weiterer Instagramer der Region findet sich in dem 25-jährigen Manuel Ebner, der ursprünglich aus Stamsried stammt und nun seit rund fünf Jahren in Cham wohnt. Unter seinem Account „manu.ebner93“ postet er vor allem Fitnessangelegenheiten, die er gerne mit Motivationszitaten seiner Vorbilder versieht. Neben Rocky, Rambo und The Rock nennt er hier vor allem Arnold Schwarzenegger. Ebenso wie Katharina wurde er durch seinen Freundeskreis auf Instagram aufmerksam und postet viele Bilder nach dem Training, oder die währenddessen mit seinen Freunden entstanden sind. Hin und wieder veröffentlicht Manuel auch Fotos von ihm in Freizeitklamotten. Generell entstehen seine Bilder jedoch aus der Situation heraus und sind stets von seiner Tagesverfassung abhängig, wie er es selbst beschreibt. Er ist Instagram-technisch für alles offen und lässt die Zukunft auf sich zukommen.

Hier kommen Sie zum Instagram-Profil von Manuel Ebner

Katharina Schillitz beschäftigt sich vor allem mit Mode.
Katharina Schillitz beschäftigt sich vor allem mit Mode. Foto: Schillitz

Pferde, Fitness - dann fehlt natürlich noch Mode: In diesem Bereich bloggt Katharina Schillitz als „katyschi“ auf Instagram. Sie zeigt hauptsächlich verschiedene, oftmals auch saisonale Outfitinspirationen und Urlaubsbilder. Da sie schon immer gerne Fotos geschossen hat, hat sie nun in Instagram den perfekten Weg gefunden, ihre Bilder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ihr Lieblingsfotoort ist die Stadt Bad Kötzting: Dort gibt es viele schöne Ecken, die man beim Vorbeigehen, oftmals gar nicht wahrnimmt, ist sich die 30-jährige Bad Kötztingerin sicher.

Hier kommen Sie zum Instagram-Profil von Katharina Schillitz

Die vielen Seiten des Drachensees

Bildidee, Bildaufbau, Umsetzung und auch die anschließende Bearbeitung sind Max Wild sehr wichtig. Foto: Wild
Bildidee, Bildaufbau, Umsetzung und auch die anschließende Bearbeitung sind Max Wild sehr wichtig. Foto: Wild

Ein weiterer ernstzunehmender Instagramer der Region ist der Further Max Wild. Er betreibt mittlerweile zwei Accounts: einen für Fotografie und einen Privaten. Er ist vor fünf Jahren durch ein Lied der Band K.I.Z. auf Instagram aufmerksam geworden und hat seitdem keinen Tag bereut, diese App zu nutzen, da er stets Up to date sein möchte. Er postet am liebsten Bilder, in die er viel Arbeit investiert hat - also viel Zeit in Bildidee, Bildaufbau, Umsetzung und auch die anschließende Bearbeitung gesetzt hat. Neben den Studioaufnahmen in seinem Ausbildungsbetrieb bei Foto Wagner in Furth, wo er es liebt, mit verschiedenen Lichtsetzungen zu spielen, ist er auch sonst sehr kreativ und fotografiert gerne in freier Natur. Auch für ihn ist der Drachensee bei Dämmerung sowohl für Porträt-Aufnahmen, als auch für Landschaftsaufnahmen ein super Fotomotiv. Er fotografiert auch gerne an anderen Orten, sobald ihm eine Szene gefällt. Fotoplätze, die ihm nicht gefallen, hat er im Landkreis Cham bisher keine gefunden.

Hier kommen Sie zum Instagram-Profil von Max Wild

Ich selbst habe Instagram bereits vor drei Jahren auf meinem Handy installiert, doch so richtig benutze ich es erst seit einem Jahr. Ich habe angefangen, einfach Bilder von dem zu machen, was ich gerade erlebe – und die dann immer mit einem schönen Zitat versehen. Auf diese Weise wussten meine Freunde aus Regensburg und Furth immer, was ich gerade mache. Das weitete sich mit der Zeit immer mehr aus und die Fotos wurden von spontanen Schnappschüssen zu immer geplanteren Bildern. Inzwischen ist es so, dass ich ein bis zwei Mal im Monat mit meiner Mutter und meiner Spiegelreflexkamera im Gepäck losziehe. Bei diesen Streifzügen durch die Further Gegend habe ich stets einen Korb mit verschiedenen Wechseloutfits dabei und dann heißt es, fleißig Bilder produzieren.

Da ich mittlerweile knapp 14.000 Follower habe, also mehr Menschen, als in Furth wohnen, die sich täglich meine Fotos anschauen, entwickelt sich diese Leidenschaft immer weiter. Ich möchte immer mehr aus den Fotos rausholen. Das letzte Mal habe ich zum Beispiel am Weihnachtsmorgen barfuß bei 3 Grad Yoga gemacht, um ein perfektes Bild zu bekommen.

Kooperation auch mit Mustang

Christina Schweitzer ist 21 Jahre alt und kommt aus Furth im Wald. Eigentlich studiert sie Lehramt in Regensburg – doch nebenbei macht sie auch bei Instagram Karriere. Mehr als 14,000 Menschen folgen „chrissi.eva“ dort. Sie wurde schon mit dem Social Influencer-Award Ostbayern in der Kategorie Tracht- und Heimatliebe ausgezeichnet. Zu ihren liebsten Motiven gehört alles rund um Furth. Foto: Schweitzer
Christina Schweitzer ist 21 Jahre alt und kommt aus Furth im Wald. Eigentlich studiert sie Lehramt in Regensburg – doch nebenbei macht sie auch bei Instagram Karriere. Mehr als 14,000 Menschen folgen „chrissi.eva“ dort. Sie wurde schon mit dem Social Influencer-Award Ostbayern in der Kategorie Tracht- und Heimatliebe ausgezeichnet. Zu ihren liebsten Motiven gehört alles rund um Furth. Foto: Schweitzer

Anfangs habe ich Anfragen von kleinen Firmen bekommen - vor allem aus dem Raum bayerischer Wald und so sind meine ersten Kooperationen entstanden. Mittlerweile bin ich dabei mich als heimatliebende Trachten- und Fashioninfluencerin zu etablieren und blogge auch über Naturliebe, was als aktive Einsatzkraft der Bergwacht Bereitschaft Furth im Wald sehr nahe liegt. Egal, ob ich mit einer meiner besten Freundinnen auf den Kaitersberg, Voithenberg, Arber oder in den Alpen unterwegs bin - einen Schnappschuss macht man da meist sowieso, um die Erinnerung festzuhalten. Und warum sollte man die Erinnerung dann nicht teilen? Auf diese Weise hatte ich mittlerweile Zusammenarbeiten mit Wirkes Trachten, der Sneakertube in Cham, Bavarian Couture – ein Modelabel aus München – und mittlerweile mit Mustang Deutschland - deren Laden man auch in Regensburg in den Arcaden findet. Eine Mischung aus regionalen und überregionalen Zusammenarbeiten finde ich super. Demnächst werde ich eventuell auch mit Firmen aus dem Ausland kooperieren. Auch fürs neue Jahr habe ich ein paar ausgefallene Bilder geplant. Schließlich ist es eine gute Möglichkeit seine Kreativität auszuleben. Mir macht das Bloggen Spaß und ich versuche meine Lebensfreude mit jedem einzelnen Post zu teilen. Schließlich ist das Leben viel zu kurz für schlechte Gedanken. Des Weiteren plane ich für das neue Jahr, einen eigenen Blog zu erstellen. Wobei ich auch eine Rubrik extra der Heimatliebe und der Region rund um den bayerischen Wald widmen könnte. Denn wie erfolgreich man auch ist und wie weit eine Reichweite auf Instagram auch reicht - ich bin und bleibe das Mädchen aus dem bayerischen Wald, das es liebt, in der Natur unterwegs zu sein – und die bayerischen Traditionen zu pflegen.

Hier kommen Sie zum Instagram-Profil von Christina Schweitzer

Zusammenfassend und aus eigener Erfahrung lässt sich nun wohl sagen, dass der Landkreis Cham ordentlich Instagram-Potential besitzt. Manche Firmen haben etwa schon den Sprung in die Welt der sozialen Medien gewagt– etwa das Modehaus Frey oder die Sneakertube. Und nicht nur die Blogger aus den Metropolen haben was zu sagen. Auch die Menschen im bayerischen Wald können sich Gehör verschaffen. Dabei sind es oft die idyllischen Orte, die für Fotos genutzt werden, wie etwa der Kreuzfelsen am Kaitersberg oder der Drachensee in Furth im Wald. Das sind neben alten Burgruinen und Schlössern die beliebtesten Fotoorte in der Region.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham finden Sie hier.

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht