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Glaube

Heftige Kritik an Thunberg am Arberkirta

Kaplan Sebastian Scherr aus Landshut hielt bei der 54. Arberkirchweih am Sonntag eine Predigt zum Thema Klima.
Von Maria Frisch

Viele tausend Gipfelstürmer strömten zur 54. Arberkirchweih.
Viele tausend Gipfelstürmer strömten zur 54. Arberkirchweih.

Lohberg.„Willst Du finden Gottes Spur, Wanderer schau in die Natur, willst Du etwas Größeres sehn, dann bleib bei einem Kreuzbild stehn“, drückte Kaplan Sebastian Scherr am Sonntagvormittag vor der Arberkapelle das Empfinden aus. „Wir sind auf den Berg gestiegen, um Gott näher zu sein“, sprach er einigen tausend Gipfelstürmern aus dem Herzen.

Andreas Tax entbot den Willkommensgruß zur 54. Arberkirchweih im Namen des Bayerischen Waldgaus, sowie der Heimat-, Kultur- und Volkstrachtenvereine. Im Einzelnen bedankte er sich bei allen, die ihr Scherflein bei der Organisation, Vorbereitung und Durchführung beigetragen haben. Viele wunderbare musikalische Akzente setzten der Eisensteiner Singkreis mit der Waldlermesse, in die das Besuchermeer ergriffen mit einstimmte.

Kaplan: Alles hat einen Plan

Bei der Arberkirchweih waren wider tausende Gläubige. Foto: Maria Frisch
Bei der Arberkirchweih waren wider tausende Gläubige. Foto: Maria Frisch

„Wenn wir auf unsere geliebte Heimat schauen, dann sehen wir, dass alles einen Plan hat, der auch ohne unser Zutun funktioniert“, so Sebastian Scherr. Dennoch tauchen Fragen nach der Entstehung, dem warum, wie und weshalb auf. „Als Christen können wir die Welt nicht als Zufallsprodukt akzeptieren“, betonte der 35-jährige. Im Alten Testament sei im Buch Genesis von der Erschaffung der Welt durch Gottes ewige Allmacht zu lesen. Man müsse an den genauen Wortlaut nicht unbedingt glauben, jedoch erkennen, dass die Erde und der übergeordnete Kosmos dem göttlichen Sein an sich untergeordnet sei. Die Menschen werden an diesem Schöpfergott letztlich nicht vorbeikommen, das heißt, dass den Erdenbewohnern eine Verantwortung mitgegeben wurde, derer sie sich oft zu wenig bewusst sind. „Bevölkert die Erde und macht sie euch untertan“, lautete der Auftrag. Nicht: Wildert herum und beutet sie aus!

Die Zelebranten: Sebastian Scherr und Pfarrer Bogdan Bogdanowski
Die Zelebranten: Sebastian Scherr und Pfarrer Bogdan Bogdanowski

An der Schönheit und Harmonie der Natur erkennen die Leute, das Werk und die Größe Gottes. Es gebe Möglichkeiten, anhand der sichtbaren Dinge auf den noch unsichtbaren Schöpfer zu schließen. Der Menschheit seien also große Hilfestellungen geschenkt, ihn zu erkennen. Wenn die Leute Gott nicht mehr anbeten suchen sie sich Ersatzgötzen: Geld, Auto oder neuerdings das Klima. Das Klima ist Gott? Ein weiteres goldenes Kalb als neuerschaffene Pseudoreligion? So eine Gottheit braucht Organe und Arme, die die mehr oder weniger froh machende Botschaft in die Welt hinaus posaunen. Die neuen Propheten sind Kinder, obwohl es ihnen an Lebenserfahrung, Bildungsniveau und Weitblick fehlen dürfte. „Anstatt sich mit Schule und Glaubensbildung auseinanderzusetzen, grölen sie freitags in den Städten herum“, sagte Sebastian Scherr. „Bringt uns das wirklich weiter?“

Thunberg eine Marionette?

Greta Thunberg sei nach Meinung des Kaplans bloß eine Marionette, hinter der sich andere versteckt, die anständige, ordentliche Menschen an den Pranger stellen möchte, weil sie es selbst in ihrem Leben zu nichts bringen, sagte der Zelebrant. Diese Unterstützer um Greta Thunberg schaden dem Vaterland, der Wirtschaft und stellen den achtsamen und umweltbewussten Normalbürger als dumm hin. Außerdem wird Leuten ein schlechtes Gewissen eingeredet, die in ein Flugzeug steigen, oder einen Diesel fahren anstelle eines Elektroautos.

Einer der jüngsten Besucher auf Papas Rücken.
Einer der jüngsten Besucher auf Papas Rücken.

„Es sagt aber keiner im selben Atemzug, dass die Dieseltechnologie der deutschen Automobilindustrie sehr weit fortgeschritten ist und ich acht Jahre einen Diesel fahren kann, bis der CO2 Ausstoß erreicht ist, den ein Elektroauto bei der Produktion ausstößt“, kritisierte Scherr. Außerdem finde er es inakzeptabel, wenn Kinder dafür in den Gruben schuften müssen, um an die Edelmetalle für die Akkus zu gelangen. Aber das Problem mit dem CO2 sei ja bald gelöst, ähnlich, als wenn man einen Ablass in der Kirche erwirken möchte. „Ich zahle die CO2-Steuer, um etwas anderes wieder gut zu machen und den Schmutz getrost hinaus zu pusten“.

Diese Art von Lösung führe nicht zu Gott und bringe den Seelen kein Heil. Eine Religion und Ideologie, die nicht auf den Vater im Himmel basiert, belügt nach Strich und Faden. „Leider findet sie immer mehr Anhänger“, bedauerte der Kaplan.

Kaplan Scherr

  • Sebastian Scherr

    kennt den Bayerwald gut. Er ist gebürtiger Regensburger und war in der Kaplanszeit oft mit den Tourenskiern am Großen Arber. Deshalb hat er sich gefreut, die Zelebration zu übernehmen.

  • Wunsch:

    Er würde sich freuen, in der Gegend als Pfarrer eingesetzt zu werden. „Da müss ma viel beten, der Herrgott wird`s scho richtn!“

Da wären gezielter Umweltschutz und Aufforstungsprojekte auf alle Fälle sinnvoller, wenn es darum geht, die Natur zu bewahren und zu erhalten. „Das wollen wir alle. Der Schöpfer steht über dem Klima, nicht umgekehrt“, bekräftigte der Prediger. Die Fürbitten übernahm der Eisensteiner Trachtenverein mit Zitheruntermalung.

Scherr fand es als schönen Brauch, nach der Messe die Maß zu genießen. „Ein richtiger Kirta dauert bis zum Irda (Dienstag)“, habe man ihn in Furth im Wald und Roding gelehrt.

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