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„Pharmakrieg“ sorgt in Spezialklinik Neukirchen b. Hl. Blut für Aufregung

  • Ein Kind vor der Behandlung und nach Anwendung des Behandlungskonzeptes gegen Neurodermitis in der Spezialklinik Neukirchen
  • Dr. John G. Ionescu hat eine eigene Neurodermitis-Creme entwickelt und setzt sie erfolgreich in der Spezialklinik ein.

Neukirchen b. Hl. Blut.Am Montagabend zeigte die ARD die Dokumentation „Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern“. Darin geht es um die Mediziner Karsten Klingelhöller und Thomas Hein, deren in klinischen Studien getestete Salbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte von Pharmafirmen nicht vermarktet wird, obwohl sie weniger Nebenwirkungen hat als vergleichbare Mittel und billiger ist.

Einige Szenen für die Dokumentation wurden in der Spezialklinik Neukirchen gedreht. „Im Frühling war ein Team hier und hat besonders schwere Neurodermitis-Fälle bei Säuglingen gefilmt“, berichtet Klinikleiter Dr. John Ionescu. „Im Beitrag wurde auch erwähnt, dass wir hier ganz ohne Kortisonsalben oder Immunsuppressiva arbeiten.“ Das habe weitere Fernsehsender auf den Plan gerufen, von denen Dr. Ionescu jetzt Anfragen bekommt.

Ausgelöst durch den Fernsehbericht hat sich mit der schweizerischen Mavena Health Care AG offenbar auch ein Vertriebspartner für die Neurodermitis-Salbe „Regividerm“ gefunden. Ab November soll sie in Apotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich sein.

Hauptwirkstoff von „Regividerm“ ist Vitamin B12. Es blockiert die Stickstoffradikale, reduziert die Entzündung und führt so zu einer Beruhigung der Haut. „Wir verwenden hier in der Klinik schon seit Ende der 1980er-Jahre Vitamin-B-Cremes, die auch Vitamin B 12 enthalten“, sagt Dr. Ionescu. „Zusätzlich enthalten unsere Cremes aber noch antimikrobielle Komponenten, die Infekte bekämpfen, und zusätzliche Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien, die auch Sauerstoffradikale blockieren.“

Salbe bekämpft nur die Symptome

Die in der Dokumentation vorgestellte Salbe bewirke eine Linderung der Neurodermitis-Symptome. Dabei sei sie im Gegensatz zu Kortisoncremes oder Immunsuppressiva sehr nebenwirkungsarm. „Kortison verdünnt die Haut und kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe, sogenannten Ödemen, führen“, erläutert Dr. Ionescu. „Die neue Salbe eignet sich also als Symptommittel – mit Vitamin B 12 allein bekomme ich ein komplexes Neurodermitis-Bild aber nicht weg.“

Schätzungsweise vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an Neurodermitis, darunter viele Kinder und Jugendliche. „Die explosive Steigerung dieser Zahl hängt zusammen mit der Verschärfung der auslösenden Faktoren“, so Dr. Ionescu. Drei unabdingbare Provokationsfaktoren gibt es: Der erste sind Allergene – entweder Inhalationsallergene wie Staub, Gräser und Pollen oder Nahrungsmittelallergene wie Getreide oder Nüsse. „Der zweite Faktor sind chronisch assoziierte Infekte der Haut, der Schleimhäute oder des Darmes durch Bakterien, Pilze und Viren“, sagt der Experte. Der dritte Faktor seien Schadstoffe aller Art: Pestizide, Holzschutzmittel, Imprägnationsmittel in Teppichböden, aber auch Schwermetalle, die über Kochtöpfe oder Zahnfüllungen aus Amalgam in den Körper gelangen.

Schon bei Säuglingen können die drei Faktoren zusammenkommen. „Viele Mütter geben ihren Babys Flaschennahrung, statt sie zu stillen – Kuh- oder Sojamilch hat aber ein höheres Allergenpotenzial.“ Ein weiterer Punkt sei die durch Antibiotikabehandlungen, die Antibabypille und wechselnde Sexualpartner veränderte Vaginalflora der Mutter. „Bei der Geburt kommen die Lippen des Babys mit der Vaginalflora der Mutter in Berührung – dadurch kann sich in den ersten Tagen der Magen-Darm-Trakt des Kindes infizieren.“

Babys schon voller Schadstoffe

Außerdem würden während der Schwangerschaft über die Plazenta massiv Schadstoffe wie Pestizide oder Schwermetalle aus dem Körper der Mutter auf den Fötus übertragen. „Mütter, die an Allergien oder Neurodermitis leiden, berichten oft über eine Besserung der Symptome während der Schwangerschaft“, sagt Dr. Ionescu. „Das liegt daran, dass der Fötus die Mutter entgiftet – er zieht die Schadstoffe zehn Mal schneller aus dem Blut als das eigene Gewebe der Mutter.“ Wenn das Baby also schon voller Schadstoffe auf die Welt komme, sich bei der Geburt eine Infektion des Magen-Darm-Trakts zuziehe und mit allergenisierend wirkender Babynahrung gefüttert werde, seien alle drei Faktoren zum Ausbruch einer Allergie vorhanden. „Die gemeinsame Eigenschaft dieser drei Provokationsfaktoren ist, dass sie zu einer erhöhten Produktion von freien Radikalen im Blut und verschiedenen Organen wie Darm, Haut, Gehirn oder Leber führen“, so Dr. Ionescu weiter. Diese freien Radikale seien wiederum die Ursache für Rötungen und Entzündungen, wie sie bei Neurodermitis auftreten.

„Die freien Radikale gehören zu zwei Kategorien: Es gibt Sauerstoff-Derivate und Stickstoff-Derivate“, sagt Dr. Ionescu. Beide Kategorien könne man mit Radikalfängern, den Antioxidantien, blockieren – Sauerstoff-Radikale etwa mit Vitamin E und C, Stickstoffradikale mit Vitamin B 12. „Indem man die freien Radikale etwa mit einer Vitamin B 12-Creme blockiert, kann man die Entzündungsprozesse bremsen“, beschreibt der Experte. „Die Ursache aber bleibt.“ Hebe man die Blockade auf, indem man sich nicht mehr eincreme, kämen die Symptome wieder. In seiner Spezialklinik setzt Dr. Ionescu daher auf eine integrative, komplexe Behandlung, die auch eine allergenarme Diät und psychologische Betreuung umfasst. „Für eine dauerhafte Beschwerdefreiheit greifen wir die drei wichtigsten Provokationsfaktoren gleichzeitig an, statt nur die Symptome zu behandeln“, sagt Dr. Ionescu.

Etwa vier Wochen bleiben die Patienten in der seit 1988 von den Krankenkassen anerkannten Klinik. In den vergangenen 23 Jahren habe man über 30000 Fälle behandelt, 80 Prozent der Patienten seien danach langfristig oder dauerhaft beschwerdefrei.

Dass die Pharmaindustrie dagegen versucht, Medikamente wie „Regividerm“ zu verhindern, hat laut Dr. Ionescu vor allem einen Grund: „Mit Kortison-Präparaten und Immunsuppressiva machen die Pharmakonzerne ein Riesengeschäft, da geht es um Milliarden“, sagt er. „Die haben kein Interesse daran, dass die Leute gesund werden.“

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