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Handel

Rewe rüstet in Bad Kötzting kräftig auf

Nach einer wochenlangen Generalsanierung öffnet der Markt am Donnerstag wieder. Auch in der Leitung gibt es eine Veränderung.
Von Roman Hiendlmaier

Stabwechsel im Marktmanagement: Wilhelm Bortar (r.) übergibt zum Jahresende die Verantwortung an Eugen Riesen. Foto: Roman Hiendlmaier
Stabwechsel im Marktmanagement: Wilhelm Bortar (r.) übergibt zum Jahresende die Verantwortung an Eugen Riesen. Foto: Roman Hiendlmaier

Bad Kötzting.Mit einer Generalsanierung rüstet sich Rewe für den Wettbewerb am Bad Kötztinger Lebensmittelmarkt. Wenn sich am Donnerstag die Eingangstüren wieder öffnen, wird das Sortiment auf rund 16 000 Artikel gewachsen sein. Die Umbaukosten werden nicht genannt, inoffiziell ist von einer „siebenstelligen Summe“ die Rede, die zusammen mit dem ebenfalls modernisierten Getränkemarkt nebenan verbaut wurden.

„Wir wollen Einkaufen zum Erlebnis machen,“ sagt Marktmanager Wilhelm Bortar. Um sich von den fünf Mitbewerbern abzugrenzen, baut der der Rewe-Konzern in Bad Kötzting sein Sortiment in der Breite und vor allem sein Frische- und Serviceangebot massiv aus. „An der Salatbar beispielsweise, haben wir künftig eine Auswahl von 24 Salaten, das ist schon außergewöhnlich,“ sagt Bortar beim Rundgang.

Bortars Abschiedsgeschenk

Rund 60 Prozent der Fläche, die nun umgestaltet wurde, sei für Frischeprodukte wie Obst und Gemüse sowie für Bedientheken vorgesehen. „Mit Klopapier und Konserven können wir uns im harten Wettbewerb nicht profilieren“, hatte Rewe-Chef Lionel Souque die bundesweite Modernisierungsinitiative 2017 gestartet.

In der noch geschlossenen Filiale wird fleißig eingeräumt, damit am Donnerstag um 7 Uhr die Kunden kommen können.  Foto: Roman Hiendlmaier
In der noch geschlossenen Filiale wird fleißig eingeräumt, damit am Donnerstag um 7 Uhr die Kunden kommen können. Foto: Roman Hiendlmaier

Allgemein werden auch die Bereiche Blumen und die Backstation erweitert, auch mehr vegane sowie Bio-Produkte sind ab Donnerstag im Sortiment. Speziell in Bad Kötzting wurde zudem die Zahl der regionalen Lieferanten ausgebaut. Basis der Neugestaltung war eine technische Modernisierung der 2005 eröffneten Filiale an der Arnbrucker Straße. Ein neues Beleuchtungskonzept soll für mehr Wohlfühl-Atmosphäre sorgen, neue Technik die Kosten reduzieren und die Umweltfreundlichkeit erhöhen. Für Personal wie Kunden gerade bei Aktionsware praktisch sind die elektronische Preisauszeichnungen an den Regalen.

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Entspannung und Wohlfühlen lauten die Stichworte für das Update: „Wir wollen gemeinsam erreichen, dass unsere Kunden bei uns nicht nur schnell ihre Einkäufe erledigen, sondern länger bleiben.“ Daher bauen auch die Partner Bachmeier für Backprodukte und die Metzgerei Fischer ihre Filialen zu einem kleinen Café beziehungsweise Imbiss aus – mit Betonung auf Wohlfühl-Ambiente. Die Großinvestition darf nach den Worten Bortas auch als Bekenntnis von Rewe zum Standort verstanden wissen.

Es gehe darum, den Standort an der Arnbrucker Straße weiterzuentwickeln und für die den 2021 anstehenden Wettbewerb mit dem Einzelhandels-Projekt am Aschenbrenner-Gelände sattelfest zu machen. Beim Personal werde sich nach Bortas Worten übrigens nichts ändern, „tendenziell bauen wir aber eher aus.“

Die Rewe-Gruppe

  • Konzern:

    Bei der Kölner Rewe-Gruppe brummt das Geschäft: Die Umsätze haben 2018 erstmals die 60-Milliarden-Euro-Grenze übersprungen. Insgesamt steigerte die Rewe-Gruppe, zu der auch der Discounter Penny, die Handelskette Billa und der Reiseveranstalter DER-Touristik gehören, ihre Umsatzerlöse um 4,7 Prozent auf 61,2 Milliarden Euro, wie Rewe im April mitteilte.

  • Wachstum:

    Besonders gut lief das Geschäft bei den selbstständigen Rewe-Kaufleuten in Deutschland, die ein Umsatzplus von 9,1 Prozent erzielt haben. Als Ursache nannte Rewe in seiner Jahresbilanz explizit die Modernisierung und Expansion seiner Märkte. Heuer rechnet der Kölner Handelsriese wieder mit einem Umsatzplus von vier bis fünf Prozent.(dpa)

In die Freude über den bisher reibungslosen Verlauf der Novellierung mischt sich aber auch ein wenig Wehmut: Die Rundumerneuerung ist auch eine Art Abschiedsgeschenk von Marktmanager Bortar an seinen Nachfolger Eugen Riesen: „Nach knapp 15 Jahren als Marktmanager und 40 Jahren in der Branche gehe ich zum Jahresende in den Ruhestand“, sagt der 61-Jährige. Mit seinem um 20 Jahre jüngeren Kollegen wisse er aber „seinen“ Markt und die Mitarbeiter in besten Händen, Eugen Riesen hatte mit Bortar den Umbau vor Ort mit gemanaged.

Update kommt gut an

Das neue Konzept wird aktuell in rund 300 Läden ausgerollt - bevorzugt in Filialen, die entweder neu eröffnen oder ohnehin von Grund auf modernisiert werden. Ob und wie das neue Konzept in Bad Kötzting ankommt, wird sich nach rund fünf Wochen Umbauzeit bei der Wiedereröffnung ab Donnerstag um punkt 7 Uhr zeigen.

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Bisher kamen die Modernisierungen bei der Kundschaft offensichtlich sehr gut an: Laut Marktforschern gewannen die selbstständigen Kaufleute der Rewe-Filialen 2018 im Schnitt 9,1 Prozent Umsatz hinzu. Zusammen mit Edeka hat der Kölner Lebensmittelkonzern damit aktuell die die größten Wachstumszahlen in der Branche.

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