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Soldaten verbringen Quarantäne in Hotels

560 Soldaten wurden rund um Cham in Hotels untergebracht. Bei einer Großübung konnten sie den Mindestabstand nicht einhalten.
Von Luis Münch

In den Hotelzimmern können die Soldaten in ihren Einzelzimmern essen. Foto: Reinhard Jäger
In den Hotelzimmern können die Soldaten in ihren Einzelzimmern essen. Foto: Reinhard Jäger

Cham.Vor kurzem kehrten fast 560 Soldaten der Panzerbrigade zwölf von einer Großübung aus der Letzlinger Heide und der Oberlausitz zurück. Statt in der Kaserne in Cham checkten sie aber in Hotels ein – und verbringen dort 14 Tage in Quarantäne. Unter ihnen befinden sich nach Informationen unseres Medienhauses 80 Soldaten des Versorgungsbataillons vier in Roding.

Bis zum 17. Mai bleiben die Soldaten, die in der Letzlinger Heide waren, in den Hotels. Diejenigen, die in der Oberlausitz waren, können die Unterkunft schon früher verlassen, weil deren Aufenthalt früher begonnen hatte. Die Soldaten seien unter anderem im Hotel Amedia in Weiden, im Randsbergerhof in Cham, im City-Hotel in Roding sowie im Reibener-Hof in Konzell untergebracht worden, sagt Sascha Klenk, Presseoffizier der Panzerbrigade zwölf. Sie kämen hauptsächlich aus Pfreimd, einige wenige seien aus Cham.

In Einzelzimmern untergebracht

Insgesamt 560 Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade zwölf in Cham sind in den Hotels untergebracht. Sie versorgen sich dort selbst. Foto: Reinhard Jäger
Insgesamt 560 Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade zwölf in Cham sind in den Hotels untergebracht. Sie versorgen sich dort selbst. Foto: Reinhard Jäger

Mit einer Großübung hatten sich die Soldaten in der Letzlinger Heide und der Oberlausitz auf bevorstehende Einsatzaufgaben vorbereitet. Während des Aufenthalts an den Truppenübungsplätzen konnten die Soldaten den Mindestabstand nicht einhalten. Im Innenraum eines Kampfpanzers sei Platz für vier Soldaten, die Panzerbesatzung sei daher eng aneinander gesessen, sagt der Presseoffizier. Die Schutzausrüstung wie beispielsweise Tücher, Schals, Gefechtshandschuhe und Schießbrille gewährleiste keinen hundertprozentigen Schutz.

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In den Hotels sei jeder in Einzelzimmern untergebracht. „Die drei, vier Mann, die gemeinsam in einem Panzer gesessen sind, können in den Hotels zusammen Zeit verbringen“, sagt er. Es sei eine Herausforderung für jeden Einzelnen, die Soldatinnen und Soldaten gingen aber hochprofessionell mit dieser Belastung um. „Der Soldatenberuf erfordert, stets flexibel zu sein und sich immer wieder auf neue Lagen und Herausforderungen einzustellen“, sagt der Presseoffizier.

Mission in Litauen steht bevor

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr schreibe vor, dass eine zentrale Unterbringung besser sei als zwei Wochen in häuslicher Quarantäne. So sei man abgeschirmt von der Öffentlichkeit, die Familien und demnach auch die Zivilbevölkerung würden geschützt. Es gehe darum, die restlichen Soldaten, die weiterhin ihren Dienst in der Kaserne verrichten, vor einer potenziellen Ansteckung zu schützen, sagt Sascha Klenk.

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Bei allen Ausbildungsmaßnahmen und Tätigkeiten habe der Schutz des einzelnen Soldaten und seiner Umgebung oberste Priorität. Die Übungen bei der Bundeswehr laufen weiter, werden aber auf das Notwendigste reduziert. Mit der Mission „Enhanced Forward Presence“ steht bald ein Einsatz in Litauen an. „Während der Zeit, in der die Soldaten in isolierter Unterbringung sind, erfolgen die Intensivierung und Nacharbeitung der Vorbereitungen für den Einsatz, zum Beispiel durch landeskundlichen Unterricht“, sagt Sascha Klenk.

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