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Klares Bekenntnis zum Schlachthof

Der Further Betrieb setzte 2016 mit 66 558 Schlachtungen eine neue Rekordmarke und erzielte 79 Millionen Euro Umsatz.
Von Wolfgang Baumgartner

Für Vion-Food ist der Schlachthof in Furth im Wald nach den Worten von Dr. Heinz Schweer, Direktor Landwirtschaft Vion Food Deutschland (2. v.r.), ein wichtiger Standort. Über das Unternehmen informierten Betriebsleiter Markus Fischer, Geschäftsführer Xaver Fischer und der stellvertretende Betriebsleiter Sebastian Kerscher (v. r.).
Für Vion-Food ist der Schlachthof in Furth im Wald nach den Worten von Dr. Heinz Schweer, Direktor Landwirtschaft Vion Food Deutschland (2. v.r.), ein wichtiger Standort. Über das Unternehmen informierten Betriebsleiter Markus Fischer, Geschäftsführer Xaver Fischer und der stellvertretende Betriebsleiter Sebastian Kerscher (v. r.). Foto: wb

Furth im Wald. Mit über 66000 geschlachteten Rindern wurde bei der Vion FKM Furth im Wald im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis eingefahren. „Der Standort Furth im Wald ist für unser Unternehmen sehr wichtig, da wir uns marktstrategisch auf den Ausbau von Beef und Convenience-Produkte konzentrieren“, konstatiert Dr. Heinz Schweer, Direktor Landwirtschaft von Vion Food Deutschland im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der promovierte Landwirt leitete seit der Gründung im Jahr 1992 rund 15 Jahre lang als Vorstandsvorsitzender die Premium Fleisch AG. Als Direktor Landwirtschaft bei Vion verantwortet Dr. Schweer seit 2007 die strategische Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft.

Strategisch günstiger Standort

Zusammen mit dem Gesellschafter und Geschäftsführer des Further Vion-Betriebes, Xaver Fischer sowie dem Betriebsleiter Markus Fischer informierte Dr. Schweer über die aktuelle Situation am Further Schlachthof und die betriebswirtschaftliche Entwicklung des seit 2003 zur Vion-Group gehörenden Betriebs.

Das Gespräch beginnt mit einem klaren Bekenntnis zum Further Schlachthof. „Der Bau des größten Rinderschlachthofes Europas, in Waldkraiburg, mit einer Kapazität von rund 5000 Tieren pro Woche, tangiert die Einrichtung in Furth im Wald überhaupt nicht“, versichert der Direktor Landwirtschaft Deutschland. Denn die Kapazitätserweiterung in Waldkraiburg sei eine notwendige Folge der Schließung des Schlachthofes in Pfarrkirchen. Es gebe absolut keine Überschneidungen der Einzugsgebiete von Vion Waldkraiburg und Vion FKM Furth im Wald.

Letzterer liege inmitten der Region, in der „eine außerordentliche stabile Rinderproduktion vorhanden ist!“ Im Raum Furth im Wald sowie in der gesamten Oberpfalz würden sich die landwirtschaftlichen Betriebe weiterhin auf Milcherzeugung konzentrieren. Als Folge davon hätten die Kühe mit 60 Prozent deutlich den größten Anteil der insgesamt 66 558 Rinderschlachtungen im vergangenen Jahr bei Vion FKM Furth im Wald. Die restlichen 40 Prozent sind Jungbullen und Färsen zu jeweils gleichen Teilen.

Zahlen, Daten und Fakten

  • Schlachtzahlen:

    Im vergangenen Jahr wurden bei Vion FKM Furth im Wald 66 558 Rinder geschlachtet; davon waren 60 Prozent Kühe und jeweils 20 Prozent Färsen und Jungbullen. Geschlachtet wird von Montag bis Donnerstag, täglich zwischen 300 und 380 Tiere.

  • Lieferanten:

    Rund 60 Prozent aller Schlachttiere werden direkt vom Landwirt bezogen; 40 Prozent liefern die Viehhändler. Insgesamt kooperiert das Unternehmen mit 4493 bayerischen und 554 tschechischen Landwirten.

  • Umsatz:

    Rund 79 Millionen Euro wurden im Vorjahr am Further Schlachthof umgesetzt; etwa 60 Prozent der Ware wird im Inland verarbeitet, 40 Prozent des Fleisches auf Furth geht in den Export. Geliefert wird vorwiegend nach Spanien, Frankreich, Italien und neuerdings auch nach Bosnien und Kroatien.

  • Mitarbeiter:

    Auf der Lohnliste von Vion FKM Furth im Wald stehen 70 Mitarbeiter. Bei dem Vion-unternehmen in Furth im Wald gibt es keine Subunternehmer. Die Geschäftsführung mit Xaver Fischer an der Spitze setzt auf langjähriges Personal.

  • Leitsatz:

    „Unsere Qualität war und ist der Schlüssel für das kontinuierliche Wachstum des Betriebes und sichert die Zufriedenheit unserer langjährigen Kunden“, beschreibt Xaver Fischer die Unternehmens-Philosophie. Unterstützt wird er von seinem Sohn Markus, der als Betriebsleiter tätig ist. (wb)

Rund 40 Prozent Export

Der hohe Anteil an Schlachtkühen kommt nach den Worten von Dr. Heinz Schweer der strategischen Ausrichtung von Vion sehr entgegen.

„Wir konzentrieren uns stark auf den Ausbau von Beef und setzen auf den Wachstumsmarkt Convenience“, erläutert der Direktor Landwirtschaft von Vion. In Furth werde überwiegend Fleisch von Simmentaler Rindern verarbeitet. Der Betrieb in der Drachenstichstadt bedient sechs Markenfleischprogramme und beliefere andere Vion-Standorte sowie große Zerlegebetriebe, aber auch örtliche Metzgereien. Vion FKM Furth im Wald sei so strukturiert, dass auch den individuellen Anforderungen und Wünschen der Metzger vor Ort oder in der näheren Umgebung Rechnung getragen werden könne. Der Exportanteil ist nach den Worten von Xaver Fischer mit 35 bis 40 Prozent sehr hoch. Die Ware für das Ausland gehe vor allem nach Italien, Frankreich und Spanien sowie die Niederlande und die Schweiz. „Aktuell erweitern wir den ausländischen Markt im Bereich Bosnien und Kroatien“, fügt Betriebsleiter Markus Fischer hinzu. Ähnlich wie in Spanien sei in diesen Ländern die Nachfrage nach Rindfleisch mit höherem Fettanteil sehr groß. „Durch die verschiedenen Kunden- und Abnehmerwünsche können wir unsere Produkte ganz gezielt am Markt platzieren“, betont der Betriebsleiter. Die Folge davon seien marktgerechte Preise für die Geschäftspartner aus der Landwirtschaft und dem Viehhandel.

Wertschöpfung vor Ort

Damit leiste das Unternehmen einen wertvollen Beitrag für die Landwirtschaft in der Region. Das untermauern auch die Zahlen des Betriebs. Im vergangenen Jahr lieferten 4493 Landwirte aus der Umgebung rund 55 000 Rinder an den Schlachthof. „Dadurch erfolgt die Wertschöpfung in der Region“, fügt Xaver Fischer hinzu. Das Einzugsgebiet reicht von Tirschenreuth bis Zwiesel.

Seit der Grenzöffnung bezieht der Further Schlachthof Rinder auch aus dem Nachbarland. Der Anteil tschechischer Tiere beträgt mit rund 11 000 Stück von 554 Landwirten etwa 15 Prozent. „Mit dem Ziel kurzer Transportwege und -Zeiten, halten wir den Einzugsradius gezielt klein“, fügt Markus Fischer hinzu. Zudem wurden im vergangenen Jahr über 9400 Rinder aus Biobetrieben geschlachtet. Auch 450 Selbstvermarkter ließen ihre Tiere im Further Betrieb schlachten.

70 eigene Mitarbeiter

Geschlachtet werden bei Vion FKM Furth im Wald täglich zwischen 300 und 380 Rinder; von Montag bis Donnerstag. Am Freitag ist kein Schlachtbetrieb, dieser Tag wird zur Generalreinigung und Wartung der Anlagen benötigt. Zum Transport der Tiere stehen zwei betriebseigene Lastwagen zur Verfügung. Ein Großteil der Rinder wird allerdings von den Händlern mit eigenen Fahrzeugen angeliefert.

Am Further Schlachthof sind ständig zwei Veterinäre und sechs Fachassistenten vor Ort. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 70 Mitarbeiter. „Bei uns gibt es keine Subunternehmer, wir arbeiten ausschließlich mit eigenen Beschäftigten“, betont Xaver Fischer. Darin liege auch eine der Stärken des Further Unternehmens. „Das ist ein besonderes Verdienst der Familie Fischer“, fügt Dr. Heinz Schweer hinzu. Langjährige Mitarbeiter seien die Basis für ein erfolgreiches Unternehmen.

Rund acht Millionen investiert

Etwa acht Millionen Euro hat die Vion Group seit der Übernahme des FKM-Schlachthofes im Jahr 2003 in Furth im Wald investiert. Wesentliche Maßnahmen war der Neubau der Sozialräume, die neue Versandhalle sowie die Sanierung der LKW-Waschhalle. Im Jahr 2007 konzentrierten sich die Investitionen auf den Neu-Anbau der Kühlräume, von 2011 bis 2015 wurden die Brandschutz-Anlage komplett erweitert, eine Wärmerückgewinnung installiert, der Waschplatz für die Tiertransporter erneuert, ein neuer Vieh-Lastwagen angeschafft und eine neue Fördertechnik in Kühlraum und Versand eingebaut. Eine weitere Maßnahme war die Erweiterung des Brummi-Parkplatzes. Seit November sind erneut die Handwerker zu Gast. Durch die Änderung bei den BSE-Auflagen können künftig Nebenprodukte wieder verarbeitet werden. „Dafür brauchen wir mehr Platz“, erzählt Betriebsleiter Markus Fischer. In den Neubau wird auch zugleich eine Notfallstation eingerichtet sowie ein Raum für Besucher, um den Betriebsablauf ansehen zu können, ohne die Schlachträume zu betreten.

Weiterhin kräftig investiert wird in das Quality Management. Der Zertifizierung nach ISO 9001 im Jahr 1998 folgten weitere Qualitätsnachweise wie etwa QS seit 2002, GQ seit 2003, IFS Food seit 2010, Bio-Lizenz seit 2011, McD-Lizenz seit 2012, g.g.A Bayern seit 2013 sowie ISO 14001 Umweltmanagement und ISO Energiemanagement seit 2015.

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