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Soziales

Sie sind junge Lebensretter auf Zeit

Sechs Jugendliche sind derzeit beim Chamer BRK im Bundesfreiwilligendienst. Ihre Arbeit dort ist für sie eine Lebensschule.
Von Karl Pfeilschifter

Hier werden sie nicht als Kaffeekocher missbraucht: Beim Roten Kreuz gehören die Bufdis nach der Ausbildung voll zum Einsatzteam.
Hier werden sie nicht als Kaffeekocher missbraucht: Beim Roten Kreuz gehören die Bufdis nach der Ausbildung voll zum Einsatzteam. Foto: dpa (1)/cft (7)

Cham.Beim Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuz im Landkreis Cham sind derzeit vier junge Damen und zwei junge Männer als Bundesfreiwilligendienstleistende tagtäglich mit im Einsatzwagen des BRK unterwegs. Sie transportieren kranke Menschen und helfen als Retter bei einem Unglücksfall oder Verkehrsunfall. Der Bundesfreiwilligendienst – kurz Bufdi genannt – als Nachfolger des Zivildienstes ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule sich für das Allgemeinwohl zu engagieren.

Die sechs jungen Menschen im BRK-Kreisverband haben sich nach dem Schulabschluss für ein Jahr im Dienst am Menschen im Rettungsdienst des BRK-Kreisverbandes entschieden. Sie nutzen ihr Jahr als Bufdi, um sich beruflich zu orientieren oder auch als Wartesemester, etwa für ein Medizinstudium.

„Neue“ sofort im Team integriert

Die Bufdis mit Rettungsdienstleiter Michael Daiminger (r.)
Die Bufdis mit Rettungsdienstleiter Michael Daiminger (r.) Foto: Pfeilschifter

Rettungsdienstleiter Michael Daiminger äußert sich sehr lobend über das Engagement seiner Bufdis. Bevor die „Neuen“ auf dem Krankenwagen oder Rettungswagen zum Einsatz kamen, absolvierten sie einen Lehrgang für die Ausbildung zum Rettungsdiensthelfer. Seither dürfen sie als „Dritte“ zu den – nicht immer leichten – Einsätzen mitfahren. Selbstverständlich sind sie stets in Begleitung eines Rettungssanitäters oder eines Rettungsassistenten. Trotzdem, auch die Rettungsdiensthelfer haben in der Rettungskette eine wichtige und spannende Aufgabe. „Zuverlässig, gewissenhaft, leistungsbereit und belastbar“, sollen die Bufdis im Dienst sein, so Rettungsdienstleiter Michael Daiminger. Er weist auch darauf hin, dass man neben der körperlichen auch die psychische Belastung in dem Beruf nicht unterschätzen dürfe, denn man sei „täglich mit Tod und Sterben konfrontiert.“

Bufdis garantieren die Qualität

Der Einsatz beim Rettungsdienst sei auch eine „Lebensschule“. Durch die tägliche Arbeit im Umgang mit den verschiedenen Menschen werden die jungen Leute selbstbewusster und wissen nach ihrem Bufdi-Jahr, wie es „mit ihnen weitergehe“, so Daiminger. Alle sechs Bufdis beim BRK würden dieses Jahr nach der Schule sofort wieder als Orientierungsjahr einlegen. Auch wenn es oft heißt: „Wenn andere feiern, haben wir Dienst!“

Erfreut zeigen sich die Bufdis, dass sie von Anfang an von allen BRK-Rettern „mit offenen Armen empfangen und anerkannt wurden und von jedem zu jederzeit Unterstützung erhalten.“ Den Bufdis mache die tägliche Arbeit wirklich Spaß, so Daiminger. Er weist auch auf die Wichtigkeit der Unterstützung durch die Bufdis hin, denn „ohne sie könnten wird unsere Aufgaben sehr schwer bewältigen und die hohe Qualität unseres Dienstes aufrechterhalten. Wer Interesse am Bufdi hat, bekommt beim BRK-Kreisverband immer die Möglichkeit dazu. Daiminger, das Rettungsteam stehen allen Interessenten persönlich oder telefonisch zur Verfügung.

Warum machst Du den Bufdi?

Katharina Wittmann
Katharina Wittmann Foto: Pfeilschifter

Katharina Wittmann: „Ich habe mich entschieden, einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren, weil ich nach dem Abitur nicht sofort ein Studium beginnen wollte. Auf der Suche nach einer geeigneten Einrichtung für ein soziales Jahr bin ich auf das BRK gestoßen. Es schien mir passend, den Bundesfreiwilligendienst beim BRK zu machen, da ich danach vielleicht Medizin studieren möchte und die Arbeit beim BRK gute Einblicke in den medizinischen Bereich gibt.“

Marco Heimerl
Marco Heimerl Foto: Pfeilschifter

Marco Heimerl: „Ich mache den Bufdi, weil die Zeit zwischen Schule und Studium wichtig ist – hier schnuppert man mal „Arbeitsluft“.Und man sammelt Erfahrungen, die für das restliche Leben sehr wertvoll sind!“

Franz-Josef Meidinger
Franz-Josef Meidinger Foto: Pfeilschifter

Franz-Josef Meidinger: „Ich habe mich für den Bundesfreiwilligendienst entschieden, weil mich der Bereich Rettunsdienst schon lange interessiert.Weil mir die Arbeit in der Bergwacht Bereitschaft Neukirchen, sowie in der Rotkreuz-Bereitschaft Furth gefallen hat, hab ich mich entschlossen, dieses Bufdi-Jahr zu absolvieren, um nähere Eindrücke in das komplexe Thema Rettungsdienst zu sammeln und zu sehen, ob dies eventuell ein neuer Berufszweig ist, in welchem ich mich wohlfühle und der mir Spaß macht. Und es gefällt mir sehr!“

Sophia Rieder
Sophia Rieder Foto: Pfeilschifter

Sophia Rieder: „Das Schönste bisher war der Dank, den man teilweise von den Patienten erfährt. Und, dass man ständig mit anderen zusammenarbeitet, dass man jeden Tag etwas Neues dazulernt und gefordert wird, aber immer jemanden zur Seite hat, der einem hilft!“

Katharina Allescher
Katharina Allescher Foto: Pfeilschifter

Katharina Allescher: „Ich mache den Bufdi, um herauszufinden, ob der Beruf Notfallsanitäter zu mir passt, weil mir der medizinische Fachbereich sehr gefällt. Außerdem schadet so etwas definitiv nicht! Ich finde die schnelle Aufnahme ins „BRK Rettungsteam“ sehr schön. Man merkt, dass wir Bufdis dazugehören.“

Anna Fischl
Anna Fischl Foto: Pfeilschifter

Anna Fischl: „Ich würde wieder einen Bufdi machen, weil die Erfahrungen in dieser Zeit unbezahlbar sind und man ein anderes Bild über viele Dinge, wie den Tod, bekommt. Außerdem sieht man Neues – und durch die Teamarbeit lernt man sich selbst besser kennen. Ich würde jedem zum Bufdi raten, da es eine sinnvolle Tätigkeit ist und die genannten Vorteile wohl auf jeden zutreffen. Außerdem ist man gezwungen, selbstständig zu denken und zu arbeiten. Ebenso muss man teilweise mit Charakteren zusammenarbeiten, mit denen man nicht sofort harmoniert. Dadurch lernt man, Kompromisse zu machen und sich aufeinander einzustellen!“

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