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Essen

Statt Leberkas gibt’s hier jetzt Sushi

Hanas Sushi-Bar in Cham ist das erste Sushi-Lokal im Landkreis. Hanna und ihr Mann Nam Tran nehmen die Chamer mit nach Asien.
Von Claudia Peinelt

Fast alle Gerichte, die auf der reichhaltigen Speisenkarte von Hanas Sushi Bar stehen, hat Koch Tuhn selbst zusammengestellt. Fotos: Peinelt
Fast alle Gerichte, die auf der reichhaltigen Speisenkarte von Hanas Sushi Bar stehen, hat Koch Tuhn selbst zusammengestellt. Fotos: Peinelt

Cham.Ein hübscher junger Mann steht hinter der Theke und lächelt. „Zum Mitnehmen?“, fragt er. Ich sage meinen Namen und erkläre, warum ich in das Sushi-Lokal komme. Und wieder seine Frage: „Zum Mitnehmen?“. Auf meine weitere Frage, ob er Englisch spreche, zuckt er mit den Schultern. Ich zeige ihm Fotoapparat und Schreibzeug. Daraufhin holt er sein Handy heraus und ruft seine Frau an. Hanna spricht unsere Sprache und kommt ins Lokal. Bekamen die Chamer vor einigen Monaten noch Leberkas und Würstl in diesen Räumen zu kaufen, so gibt es seit Juni – endlich, wird sich so mancher denken – auch in Cham Sushi und andere fernöstliche Spezialitäten.

Team: Das Team der Sushi Bar besteht aus Koch Thun, Hanna Dang und Nam Tran. Alle drei kommen aus Vietnam. Geöffnet ist Hanas Sushi Bar täglich von 10 bis 19 Uhr – außer sonntags. Fotos: Peinelt
Team: Das Team der Sushi Bar besteht aus Koch Thun, Hanna Dang und Nam Tran. Alle drei kommen aus Vietnam. Geöffnet ist Hanas Sushi Bar täglich von 10 bis 19 Uhr – außer sonntags. Fotos: Peinelt

Hanna und ihr Mann Nam Tran kommen aus Vietnam. Sie wohnten erst in Tschechien und seit einiger Zeit in Cham. „Wir sind oft nach Straubing zum Sushi-Essen gefahren und haben dann überlegt, in Cham ein Lokal zu eröffnen“, erzählt sie. Koch Tuhn bereist seit zehn Jahren die Welt. Als er von Vietnam aus einmal Prag besuchte, hat er zum ersten Mal Sushi gegessen. Er war begeistert davon und eignete sich die verschiedensten Zubereitungsarten an. Fast alle Gerichte, die auf der reichhaltigen Speisenkarte von Hanas Sushi Bar stehen, hat der 35-Jährige selbst zusammen gestellt.

Dem Koch zuschauen

Die junge Frau erzählt, dass die Chamer die Gerichte schon sehr gut annehmen. Viele holen sich die Speisen in der Mittagspause ab oder essen es auch im Lokal. Jeder kann Tuhn beim Zubereiten der Speisen zusehen. Er holt eine Packung hervor. Darin befinden sich getrocknete Algenplatten. Hanna klärt auf, dass das Wort Algen ein Oberbegriff sei, wie zum Beispiel Obst oder Gemüse.

Maki Avocado Sushi Fotos: Peinelt
Maki Avocado Sushi Fotos: Peinelt

Seit einigen Jahren wächst, wie sie feststellt, in Deutschland das Interesse an Algen. Der Sushi-Boom hat dafür gesorgt, dass viele Menschen bei Algen nicht mehr nur an glitschige Teppiche im Meer denken, sondern an Seafood auf dem Teller. Es gibt mehr als 500.000 Algenarten. Für die Verwendung als Lebensmittel, etwa als Salat, als Suppenzutat oder als gedünstetes Gemüse, kommen allerdings Makroalgen zum Einsatz.

„Wir sind oft nach Straubing zum Sushi-Essen gefahren und haben dann überlegt, in Cham ein Lokal zu eröffnen.“

Hanna, Inhaberin von Hanas Sushi Bar

In Asien werden frische Algen verwendet, in Deutschland bekommen Verbraucher das Seegemüse fast ausschließlich getrocknet. Bekannte Sorten sind Nori, Wakame, Kombu oder Dulse. Tuhn bereitet einen Wakame-Salat vor. Das Gericht schaut fast aus wie ein Endiviensalat. Die grünen Streifen besitzen viel Eigengeschmack und werden nur mit etwas Reisessig und Sesamkörnern verfeinert. Dazu wird Soja-Soße gereicht. Resultat: Sehr lecker und kalorienarm! Und dann geht es zur Sushi-Zubereitung. In einem großen Reiszubereiter befindet sich vorbereiteter Reis, mit Sake-Wein und Reisessig präpariert. „Bei der Zubereitung wird auf äußerste Sauberkeit geachtet“, betont Hanna, während sich ihr Koch Einmalhandschuhe anzieht. Er legt Reis auf die Alge und drückt ihn fest. Von einer frischen Avocado schneidet er feine Streifen ab und legt sie auf den Reis. Jetzt kommt die Bambus-Sushi-Rolle zum Einsatz! Damit kann er das Ganze perfekt zu einer festen Rolle aufrollen.

Reporterin schwärmt

Im Anschluss schneidet er mit einem scharfen Messer etwa einen Zentimeter dicke Scheiben ab. Als nächstes wird ein Lachs-Sushi mit Krabbenfleisch gezaubert. Ich, als Nicht-Sushi-Fan bin begeistert davon. Dazu wird Sushi-Ingwer gereicht. Hanna erklärt, dass der Ingwer den rohen Fisch verdaulicher macht.

Golden Road Roll: Hierzu wird zum Reisuntergrund eine Schicht Krabbenfleisch aufgetragen. Das Ganze wird mit der Bambus-Sushi -Rolle zusammengerollt. Anschließend wird der Lachs in Scheiben geschnitten und darübergelegt. Fotos: Peinelt
Golden Road Roll: Hierzu wird zum Reisuntergrund eine Schicht Krabbenfleisch aufgetragen. Das Ganze wird mit der Bambus-Sushi -Rolle zusammengerollt. Anschließend wird der Lachs in Scheiben geschnitten und darübergelegt. Fotos: Peinelt

Während Ingwer in der modernen Küche häufig frisch gerieben oder in Pulverform zum Einsatz kommt, braucht es für stilechten Sushi-Genuss den sogenannten Gari. Hierbei handelt es sich um eingelegte Ingwerscheiben, die vor allem zwischen den einzelnen Gängen gegessen werden. Durch ihre besondere Aromatik sollen die Scheiben helfen, die Geschmacksnerven zu neutralisieren und somit bereit für den nächsten Gang zu machen.

Wakame-Salat: Frischer Seetang wird für dieses Gericht in ganz feine Streifen geschnitten und im Anschluss mit etwas Sake-Wein und Reisessig angemacht. Der Seetang selber hat einen starken Eigengeschmack. Fotos: Peinelt
Wakame-Salat: Frischer Seetang wird für dieses Gericht in ganz feine Streifen geschnitten und im Anschluss mit etwas Sake-Wein und Reisessig angemacht. Der Seetang selber hat einen starken Eigengeschmack. Fotos: Peinelt

Die Soßen, die Tuhn zu den Gerichten reicht, sind alle selbst zubereitet. Er serviert das Sushi in mundgerechten Stücken, optisch sehr schön zubereitet. Hanna und ihr Mann erklären, dass Sushi nicht nur mit Stäbchen oder Messer und Gabel gegessen werden darf. Die leckeren Fischteilchen können auch mit der Hand in den Mund geführt werden. Dass der Koch sein Handwerk liebt, erkennt der Betrachter, als das komplette Gericht auf dem Tisch steht. Es ist liebevoll verziert und schmeckt hervorragend.

Das Dreier-Team erklärt schließlich noch, dass es sehr darauf achtet, wo der Fisch herkommt und wie er geliefert wird. Die Kühlkette darf niemals unterbrochen werden und gefrorener Fisch wird nicht verarbeitet. So ist Sushi nun auch in Cham angekommen – und die Fans dürfen nach Herzenslust genießen.

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